Warum kam es am Osterwochenende auf dem Gelände des Bismarckturms zu einer Auseinandersetzung zwischen rund 200 Feiernden und mehreren Polizisten, bei der Flaschen und Steine geworfen wurden? Die Beamten suchen noch immer nach einer Antwort. Hinweise erhoffen sie sich von denjenigen, die in der Nacht festgehalten und deren Personalien aufgenommen wurden. Was sich abzeichnet: „Es dürfte sich um mehrere Feierlichkeiten gehandelt haben, die zeitgleich auf dem weitläufigen Gelände in dieser Nacht stattfanden“, sagt Thomas Klingler, der stellvertretende Dienststellenleiter der zuständigen Polizei in Gersthofen. Nach den ersten Befragungen sei einmal die Rede von einem 18. Geburtstag gewesen, der hoch über der Stadt gefeiert wurde. Nach Angaben der Polizei befanden sich 200 bis 250 Personen verschiedener Nationalitäten in der Nacht auf dem Gelände. Auch Asylbewerber feierten mit.
Anwohner beschwerten sich bei Polizei
Anwohner beschwerten sich wegen des Lärmpegels bei der Polizei, die daraufhin eine Streife an die Stadtgrenze von Neusäß schickte. Als die Beamten ausstiegen, wurden sie zum Teil übel beschimpft und mit Steinen und Flaschen aus der Menge heraus beworfen. Als die angeforderte Verstärkung kam – über ein Dutzend Polizeistreifen aus dem gesamten Stadtgebiet von Augsburg –, löste sich der Großteil der Gruppe schlagartig auf und verließ fluchtartig den Park. Von rund 50 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 21 und 17 Jahren wurden die Personalien aufgenommen. Alle erhielten einen Platzverweis. Die Polizei ermittelt jetzt unter anderem wegen Landfriedensbruch und weiterer infrage kommender Delikte.
Schaden von rund 2000 Euro
An zwei Streifenwagen entstand ein Schaden von rund 2000 Euro. Wie sich jetzt herausstellte, wurde auch am Auto eines Anwohners ein Seitenspiegel abgerissen. Nicht beziffert ist der Schaden, der am Park-and-ride-Platz Augsburg-West nach dem Zwischenfall am Bismarckturm entstanden ist: Dort wurde eine Gruppe dabei beobachtet, wie sie Fahrräder aus Ständern riss. Als die Randalierer die Polizeistreifen sahen, rannten sie davon. Drei wurden festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen – damit sie in der Nacht nicht noch mehr anrichten.
Der Ordnungsdienst der Stadt Stadtbergen will das Gelände am Bismarckturm künftig häufiger aufsuchen. Wenige Stunden vor der Randale waren die Mitarbeiter der Stadt, die mit Neusäß eine Vereinbarung zur Kontrolle geschlossen hat, übrigens am Turm, um nach dem Rechten zu schauen. „Zu diesem Zeitpunkt war aber alles in Ordnung“, sagt Ordnungsamtsleiter Markus Voh. Etwa 30 Personen hätten sich dort aufgehalten. Als es immer mehr wurden, eskalierte die Situation.