Alle Bahnhöfe entlang der Strecke Ulm–Augsburg sollen im Jahr 2030 barrierefrei werden. Hintergrund ist eine Entscheidung der Deutschen Bahn und des Bundesverkehrsministeriums. Sie wollen die Strecke zu einem sogenannten "Hochleistungsnetz" ausbauen. Bedeutet: Die bestehende Strecke soll auf Vordermann gebracht werden – unabhängig von der ausstehenden Entscheidung zu einem möglichen Neubau entlang der Autobahn A8. Es sind ehrgeizige Ziele, die sich die Bahn gesteckt hat.
Strecke Ulm–Augsburg wird 2030 monatelang gesperrt
Denn der Ausbau der Bahnhöfe soll innerhalb von nur fünf Monaten erfolgen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises hervor. Demnach soll die komplette Strecke zwischen Ulm und Augsburg im Jahr 2030 für diesen Zeitraum gesperrt werden. Dann sollen auch alle Oberleitungen, Stellwerke, Gleise und Weichen ertüchtigt werden.
Den Stein ins Rollen brachte Anfang des Jahres die Deutsche Bahn (DB) mit einem vorläufigen Sanierungsplan für den Ausbau des hochbelasteten Schienennetzes. Rund 40 Streckenabschnitte benannte das Unternehmen, die sanierungsbedürftig sind, weil sie besonders belastet oder störanfällig sind. Es geht um insgesamt rund 4200 Streckenkilometer im Zeitraum bis 2030.
Alle Bahnhöfe sollen barrierefrei werden
Ziel ist es, auf den sogenannten „Hochleistungskorridoren“ mehr, qualitativ hochwertigeren und pünktlicheren Schienenverkehr zu ermöglichen. Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter hat den Landkreis nun in einem Brief wissen lassen, dass wohl auch die Bahnstrecke Ulm–Augsburg in das Programm mitaufgenommen wird. „Durch diese erfreuliche Entscheidung erhalten wir einen enormen Mehrwert für unseren Landkreis“, meint Landrat Martin Sailer (CSU). Durch die Aufnahme der Strecke Ulm–Augsburg in das Generalsanierungsprogramm ergebe sich für die Region eine echte Perspektive auf den notwendigen Modernisierungsschub entlang der gesamten Bahnstrecke im westlichen Landkreis Augsburg, meint auch Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz (CSU): „Von dieser Maßnahme werden sowohl die Fahrgäste, aber auch die Anwohner und Kommunen profitieren.“
Wie das Landratsamt mitteilt, ist momentan praktisch kein einziger Bahnhof im Landkreis entlang der Strecke zwischen Ulm und Augsburg wirklich barrierefrei. „Auch in Gessertshausen, wo anders als bei den meisten Bahnhöfen zumindest die Bahnsteighöhe bei über 55 cm liegt, sind noch Maßnahmen zur Schaffung der Barrierefreiheit notwendig“, teilt eine Sprecherin der Behörde mit.
Welche ICE-Trasse kommt, ist noch nicht entschieden
Durch die Entscheidung der Bahn sei nun auch endgültig geklärt, wer die Sanierung der Bahnhöfe im Augsburger Land bezahlt – nämlich der Bund. „Damit ist die Finanzierung geklärt“, sagt Bundestagsabgeordneter Durz im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Generalsanierung der Strecke ist Teil eines Bundesprogramms.
Noch unklar ist weiterhin, ob es eine neue Bahnstrecke entlang der Autobahn geben soll. Voraussichtlich bis Ende des Jahres wird klar sein, welche ICE-Trasse die Bahn bevorzugt. Zur Auswahl stehen mehrere Vorschläge, die zum Teil der bestehenden Strecke folgen oder einen Neubau vorsehen, der sich an der Autobahn orientiert.