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Fußball

04.04.2020

TSV Meitingen trotzt dem Virus

Auch wenn längst klar war, dass das Heimspiel gegen den TSV Nördlingen II wegen der Coronakrise nicht stattfinden wird, hat der TSV Meitingen seine Stadionzeitung „Lechauen Blatt“ zumindest virtuell herausgegeben.
Bild: Nicolai Vrazic

Obwohl klar war, dass kein Ball rollen wird, gibt der Bezirksligist ein Stadionheft heraus, in dem Funktionäre und Trainer erklären, wie sie mit der Situation umgehen

Normalerweise würde man in der Samstagsausgabe unserer Zeitungen an dieser Stelle die Vorschauen auf das Sportgeschehen vom Wochenende finden. Ein Geschehen, das es momentan aber nicht gibt. Die Sportlerinnen und Sportler landauf, landab dürfen angesichts der Coronakrise nicht einmal trainieren. Ein Shutdown sondergleichen, auf den man sich nicht vorbereiten konnte. Von einer Minute auf die andere wurde der Stecker gezogen.

Etwas ungewöhnlich erscheint da die Aktion des TSV Meitingen. Der Bezirksligist hätte am vergangenen Sonntag sein erstes Heimspiel nach der Winterpause gegen den TSV Nördlingen II bestritten. Und obwohl längst klar war, dass nicht gespielt wurde, gab es auf der Homepage und auf Facebook eine Sonderausgabe der Stadionzeitung „Lechauen Blatt“. Künftig will man an jedem noch ausstehenden Heimspieltag eine Ausgabe herausbringen, auch wenn mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs aufgrund des Coronavirus vorerst nicht zu rechnen ist.

„Es hat sich gezeigt, dass die TSV-Familie ganz heiß darauf ist, zu erfahren, wie wir mit der Coronakrise umgehen“, so Abteilungsleiter Torsten Vrazic, der von einem Zustand spricht, den es in dieser Form noch nie gegeben hat: „Derartige Ungewissheit nicht nur im sportlichen, sondern auch im privaten und beruflichen Bereich macht nachdenklich und ist besorgniserregend. Genau aus diesem Grund müssen wir jetzt positiv und besonnen bleiben. Außerdem wollen wir damit auch unseren Dank gegenüber den Sponsoren ausdrücken, die uns auch in dieser schweren Zeit verbunden bleiben.“

TSV Meitingen trotzt dem Virus

Wie und wann es weitergeht, könne bisher weder Verband noch Politik sagen. „Meiner Meinung nach wird es in den nächsten Monaten keinen Amateurfußball geben. Daher kämpfen wir aktuell täglich und mit aller Kraft um den unbeschädigten Erhalt unseres Vereins und sind fest entschlossen, diese Krise zu überstehen.“ Die Bezirksligisten verabredeten sich am gestrigen Freitag in einer Videokonferenz mit dem Bayerischen Fußball-Verband, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Meitingens Trainer Paolo Mavros, der eine Textildruckerei betreibt und hauptsächlich Trikots beschriftet, bekommt als Selbstständiger die Auswirkungen des Virus voll zu spüren. „Mir sind 95 Prozent der Umsätze weggebrochen“. So hofft der Grieche, dass schnellstmöglich wieder Normalität einkehrt: „Denn länger als ein, zwei Monate kann man so etwas nicht stemmen.“ Was ihm derzeit fehlt, ist der Ausgleich zur täglichen Arbeit, die Arbeit als Trainer. „Ich vermisse doch tatsächlich den Sportplatz in Meitingen“, ringt er sich ein Lächeln ab.

Mavros ist sich sicher, dass bis Ende April kein Ball rollen wird. „Wenn man es nicht schafft, die Saison zu Ende zu spielen, könnte man diese annullieren“, denkt er laut nach, „das wäre aber wiederum unfair für Teams wie Pipinsried oder Aystetten, die jetzt schon einen gewaltigen Vorsprung aufweisen und die Meisterschaft zum Greifen nahe haben.“ Daher könnte er sich auch vorstellen, die Saison mit Play-Offs zu Ende zu spielen.

Seinen Spielern spricht er ein Kompliment aus: „Alle halten sich an die Regeln, sich nicht in Gruppen zu treffen. Dennoch gehen sie alle freiwillig zwei- bis dreimal in der Woche acht bis zehn Kilometer laufen.“ Dabei hat jeder seine Lauf-App auf dem Handy und schickt ihm mehrmals die Woche einen Screenshot davon. „Die Jungs merken auch, was der Fußball ihnen gegeben hat und wie krass er ihnen jetzt fehlt“, sagt Mavros.

Lebenszeichen vom TSV Meitingen werden in nächster Zeit nicht fehlen. „Auch für Sonntag ist eine Überraschung geplant“, verrät Torsten Vrazic.

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