Newsticker

Söder warnt vor einer Lockerung der Corona-Regeln über Silvester
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Augsburg bereitet sich auf einen zweiten Corona-Lockdown vor

Augsburg

27.10.2020

Augsburg bereitet sich auf einen zweiten Corona-Lockdown vor

In der Fußgängerzone in Augsburg gilt bereits jetzt eine Maskenpflicht wegen Corona. Werden jetzt die Regelungen weiter verschärft?
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Zahl der Corana-Neuinfektionen in Augsburg steigt weiter. Am Mittwoch wollte OB Eva Weber sagen, wie die Stadt darauf reagiert. Nun kommt aber Kanzlerin Angela Merkel ins Spiel.

Am Mittwoch wollte Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber ( CSU) verkünden, ob es in Augsburg einen zweiten Lockdown gibt. Grund ist die steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen. Am Dienstag lag der Inzidenzwert bei knapp 218, am Vortag stand er bei 205. Dies entspricht 217,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dass es eine rein lokale Lösung in Augsburg gibt, ist jedoch nicht mehr zu erwarten. Der politische Druck von Kanzlerin Angela Merkel, für Deutschland eine einheitliche Lösung zu finden, könnte sich auf Augsburger Konzepte auswirken. Auch die Vorgaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nehmen Einfluss auf hiesige Entscheidungsprozesse. In der Wirtschaft allerdings wächst die Sorge vor einem Lockdown - egal, von wem er ausgeht.

OB Eva Weber will einen Lockdown in Augsburg weitgehend vermeiden

Mehrere kleine Läden aus Augsburg haben sich diese Woche zu einer Initiative zusammengeschlossen. "Die aktuelle Corona-Krise macht uns allen zu schaffen, da wir sehr verunsichert sind, ob und wie es weitergehen soll", sagt Ina Gantenbein stellvertretend für ihre Kollegen. Mit Erschrecken stellen die Händler fest, "dass die Augsburger Innenstadt eher einer Geisterstadt ähnelt, da sich kaum Menschen in die Einkaufsstraßen trauen". Die Infektionen gingen nicht von den Geschäften und nicht vom Einkaufsbummel aus, sagt Gantenbein, die das Geschäft Kokett-Dessous führt. Ein Lockdown wäre verheerend: "Wir Einzelhändler hatten schon große Schwierigkeiten, die erste Welle zu verkraften." Deshalb werben einige Händler nun auch mit Videobotschaften in sozialen Netzwerken dafür, dass die Kunden in die Geschäfte kommen sollen.

Oberbürgermeisterin Eva Weber hatte im Interview mit unserer Redaktion betont, einen Lockdown weitgehend vermeiden zu wollen. Ob dies möglich ist, ist aufgrund steigender Fallzahlen fraglich. Doch die Corona-Infektionen in Augsburg sind auch nicht alleine ausschlaggebend: In den Überlegungen der Stadt spielen auch die wechselseitigen und engen Beziehungen mit den Nachbarlandkreisen eine Rolle. Wie ließe sich ein Lockdown im Stadtgebiet Augsburg organisieren, wenn das öffentliche Leben in den Nachbarstädten Friedberg, Gersthofen, Neusäß und Königsbrunn nicht oder weniger stark eingeschränkt wäre?

Spekuliert wird auch, ob sich Augsburg an anderen Lockdowns in Bayern orientieren könnte. In den Krisenregionen Berchtesgadener Land und Rottal-Inn mussten Lokale schließen. Der Ortsverband der Bund der Selbstständigen in Augsburg hält dies für falsch. "Wenn laut darüber nachgedacht wird, einen Lockdown oder einen Teil-Lockdown zu verhängen, wird dies weitreichende Konsequenzen haben", heißt es in einem offenen Brief, der an Eva Weber gerichtet ist. Vorsitzender Frank Dietrich: "Unsere Mitgliedsbetriebe konnten die Maßnahmen im Frühjahr noch durch Rücklagen und staatliche Hilfen abfedern." Ausgangsbeschränkungen für Bürger kämen einem Lockdown für die Wirtschaft gleich. Betriebsschließungen und Entlassungen wären die Folge.

Die Sorge der Geschäftsleute vor möglichem Lockdown wächst

Die Wirtschaftskammern haben sich ebenfalls positioniert. Matthias Köppel, Leiter Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, sagt: "Augsburg hat als Metropole einen internationalen Anspruch und ist in jedem Wirtschaftszweig weltweit vernetzt, ganz abgesehen von den engen, regionalen Verflechtungen. Ein Lockdown hätte auf die Wirtschaft hier katastrophale Auswirkungen." Viele Unternehmen würden dann ihre Belastungsgrenze erreichen.

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben, teilt diese Einschätzung: "Ein Lockdown in Augsburg würde den gesamten Wirtschaftsraum und Regionen weit darüber hinaus betreffen." Denn klar sei: An einen politisch verordneten und der Senkung von Infektionszahlen dienenden Lockdown müsste sich jeder halten. Für das Handwerk hieße dies, dass Lieferketten unterbrochen würden. Eine reibungslose Auftragsbearbeitung wäre gefährdet. Wagner: "Ganze Produktionsabläufe würden gestoppt, weil diese von Materiallieferungen, Vorprodukten und gestaffelten Absatzmärkten geprägt sind."

Handel, Gastro und Kreative leiden besonders unter Corona-Beschränkungen

Die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen sei angespannt, sagt IHK-Vertreter Köppel: "Angesichts sich verschärfender Corona-Maßnahmen drohen insbesondere dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Kreativwirtschaft massive Umsatzausfälle." Im Handwerk spürten die Metall- und Zuliefererbetriebe, die als verlängerter Arm der Industrie fungieren, die Auswirkungen der Krise deutlich, heißt es. Am stärksten litten jedoch verbrauchernahe Gewerke wie Friseure, Optiker oder Fotografen. Wagner: "Die Auftragseinbrüche und Umsatzausfälle während des Lockdowns im Frühjahr konnten bislang nicht ausgeglichen werden."

Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Augsburg lesen Sie in unserem News-Blog.

Lesen Sie dazu:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

28.10.2020

Die Frage nach dem Tod ist so alt wie das Leben selbst. Keiner kann sich dem Tod entziehen. Nachdem ich schon einige mir nahestehenden Menschen, für mein Gefühl viel zu Früh verloren habe, weiß ich, welchen Verlust, ein solcher Tod nach sich ziehen kann. Wenn ich mir aber vorstelle, ich hätte vielleicht einen solchen Menschen verloren und zuvor hätte ich diesem gesagt, bleib weg von mir, Du bist gefährlich, Du kannst mich dadurch töten und dies wären die letzten Worte, bevor diese Menschen gegangen sind.

Ja ich muss jetzt äufhören, mir solch schreckliche Situation mir vorzustellen, es tut mir nicht gut. Doch es gibt Menschen, die haben so etwas in dieser Krise erlebt! Schicksalsschläge sind grausam und es ist nicht leicht, dies zu verarbeiten. Doch wenn wir immer denken, das oder jenes könnte passieren, dann lässt es sich auch nicht mehr leben. Jeder weiß, der Tod kann kommen wie ein Räuber (steht schon in der Bibel). Ich kann jetzt immer in dieser Angst leben oder meinem Leben einen Sinn geben und gelassen jedem Menschen eine Liebe, eine Würde und ein Leben geben und wenn diese Stunde kommt, möchte ich gewiss sein, dass ich die Liebe in all den Momenten gelebt habe und nicht versuchen, mich gegen alle Möglichkeiten dieses letzten Momentes abzusichern. Ich denke daher sollte das Leben vorrang haben, denn die Stunde kommt, in der auch ich sagen werde jetzt muss ich loslassen und ich hoffe meine Lieben dürfen mich hier begleiten und Nahe sein, so wie es für mich auch selbstverständlich wäre Ihnen gegenüber!

Permalink
28.10.2020

Sehr gutes Statement. Sehe ich genauso.

Permalink
30.10.2020

Tschuldigung, aber ob es Ihnen nun Wurst ist früh zu sterben, oder nicht ist mir relativ egal. Aber meine Cousine, mein Nachbar, meine Kollegen und zahlreiche andere Menschen wollen nicht daran elendig verrecken zu ersticken weil dummerweise keine beatmungsgeräte frei sind!

Permalink
27.10.2020

Immer schön Söder nachplappern!

Permalink
28.10.2020

Wenn Dich mein Leben nicht interessiert, ist mir Dein Job und Geldbeutel egal ;-)

Permalink
27.10.2020

Laut einer Händlerin ähnelt die Innenstadt einer Geisterstadt, weil die Leute Angst vor Corona haben. Ok.
Innenstadt-Händler haben sich zusammengschlossen weil sie einen Lockdown verhinder wollen. Ok.
Also ist die jetzige Situation für die Händler unbefriedigend, eine kurze 14-tägige Maßnahme, die die Situation aber in ihrem Sinne ändern würde, wollen sie nicht. Kann mir das mal jemand erklären?
Das schöne ist, das Virus verhandelt und debattiert nicht, es macht einfach weiter. Jeden Tag. Und jeden Tag den wir zögern macht es mit umso mehr Wucht weiter. Wenn nicht im November eine 14-tägige regide Kontaktbeschränkung (denn einen Lockdown im wahren Sinne gab es in Deuschland nie) kommt, dann wird als Folge der ganze Dezember inkl. Weihnachten und Sylvester sehr einsam werden.

Permalink
27.10.2020

„Schließung des Einzelhandels für nicht notwendige Güter des tägliche Bedarfs"
Prima Idee!
Achtung Realsatire:
Die Weihnachtsgeschenke bestellen dann alle bei Amazon, die Winterklamotte bei Zalando und Outfittery und die Beschäftigten des erneut geschlossenen Einzelhandels können sich dann ihre Kündigung unter den Baum legen, bzw. die Selbstständigen können dann als Paketfahrer für Amazon arbeiten. Oder besser für DHL, die müssen ja eh dringend die noch zu teuren Mitarbeiter ersetzen.
Wenn da nicht noch die Kreativszene wäre, die sind wahrscheinlich noch billiger zu haben. Steht einem das Wasser erstmal bis zum Hals macht man es zur Not auch unter Mindestlohn.
Nicht zu vergessen die ganzen Gastronomen. Die zehren ja noch von all der Schwarzgeldkohle die man da über die Jahre zur Seite legen konnte.
Währenddessen gönnt sich der ÖD noch nen Coronabonus zum Homeoffice und freut sich, dass die ganze potentielle Gefährderbagage zu Hause bleiben muss und mittags nicht auch noch den ganzen Stadtmarkt überfüllt.
Vorher muss aber auf jeden Fall noch die (Vor)Steuer eingetrieben werden, irgendein strampelnder Depp muß die Corona-Lockdown-Soße ja bezahlen. Wer weiß ob’s im nächsten Jahr noch was zu holen gibt.
Jaja mit voller Büx stinkts sich noch immer am besten!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren