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Region Augsburg

26.02.2018

Container-Terminal neben der A8 soll 2020 in Betrieb gehen

So könnte es in Augsburg auch einmal aussehen: In Dornstadt bei Ulm steht ein Container-Umschlagbahnhof mit Portalkränen. In Augsburg sollen im Güterverkehrszentrum in einigen Jahren bis zu 80.000 Container jährlich zwischen Lkw und Zug umgeladen werden.
Bild: Andreas Brücken

In einem Jahr soll nahe der A8 mit dem Bau der Gleise im Güterverkehrszentrum begonnen werden. Es wäre das Herzstück des Logistik-Areals. Dort sind bereits viele Flächen verkauft.

Rund zehn Jahre nach dem Start des Güterverkehrszentrums im Städtedreieck von Augsburg, Neusäß und Gersthofen wird das Gewerbegebiet für Logistik-Firmen voraussichtlich im Jahr 2020 sein Herzstück bekommen: Bis dahin rechnet die Terminal-Investitionsgesellschaft (TIA) mit der Inbetriebnahme des von der Wirtschaft lange ersehnten Containerterminals. Der Umschlagbahnhof zwischen Straße und Schiene soll den bisherigen Containerbahnhof in Oberhausen, der inzwischen als zu klein gilt, ablösen.

Im Oktober hatte die zuständige Regierung von Oberbayern den Neubau genehmigt. Das Verfahren hatte sich wegen mehrerer offener Fragen jahrelang hingezogen. Inzwischen haben die Augsburger Localbahn und die DB-Tochter Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS), die hinter der TIA stehen, einen konkreten Zeitplan erarbeitet. Demnach ist ein Baustart eines Stichgleises von der bestehenden Bahnlinie samt der Umschlaganlage mit zunächst vier, später acht Gleisen in einem Jahr realistisch.

Am Containerterminal werden 30 Millionen investiert

Im ersten Schritt nach dem Jahr 2020 sollen die Container zwischen Lkw und Zügen mit speziellen Fahrzeugen umgehoben werden (60.000 Container pro Jahr sind möglich), später ist der Betrieb von bis zu drei Portalkränen vorgesehen (dann 80.000 Container pro Jahr). Die Investitionskosten dürften bei etwa 30 Millionen Euro liegen, wobei Fördergeld vom Bund zu erwarten ist. Momentan wird ein aktualisierter Förderantrag gestellt, im Sommer soll die Ausschreibung des Terminalbaus starten. Die TIA hatte zuletzt gehofft, schon ein halbes Jahr früher starten zu können.

„Augsburg ist für uns ein wichtiger Standort, um die zunehmenden Seehafenhinterlandverkehre abwickeln zu können“, sagt Andreas Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung der am Terminal beteiligten Bahntochter DUSS. In der Tat wird für die Zukunft bundesweit mit steigenden Containermengen gerechnet. Durch das Terminal bekommt die Region einen leistungsfähigeren Zugang zu den Seehäfen Hamburg und Bremen – die Waren von dort kommen zu einem Großteil mit der Bahn in die Region, ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts im Auftrag mehrerer süddeutscher Industrie- und Handelskammern.

Auf dem Areal des Güterverkehrszentrums stapeln sich bereits heute schon Container mehrere Stockwerke hoch. Die Firma Kloiber betreibt dort ein Containerdepot. Zudem sind in den vergangenen Jahren etliche Hallen von Speditionen entstanden. Das Geschäft der Logistiker besteht heute nicht mehr nur darin, Waren von A nach B zu fahren, sondern auch gleich die Lagerhaltung zu übernehmen. Kuka lässt vom GVZ aus seine Roboter in alle Welt verschicken und will sich dort sogar vergrößern. Wie berichtet hat das Unternehmen vor kurzem einen Rückzieher aus dem Meringer Gewerbepark gemacht, der dafür entwickelt werden sollte. Auch Lederwaren wie Gürtel der Marke Fossil werden für Europa von Augsburg aus verschickt.

DB Schenker, Mercedes, DHL - welche Firmen das Güterverkehrszentrum nutzen werden

Inzwischen sind rund 75 Prozent der Flächen im Güterverkehrszentrum verkauft. Neben Firmen, die die gesamte Logistikkette bedienen (z.B. Dachser, Honold, Hellmann und DB Schenker) ist auch die Truck-Sparte von Mercedes dort mit einem Service-Center vertreten. DHL unterhält auf dem Gelände eine Zustellbasis, in der die Feinsortierung der Pakete für den Raum Augsburg für die Zusteller abgewickelt wird.

Laut GVZ-Geschäftsführer Ralf Schmidtmann sei man für einen Teil der verbliebenen Flächen in konkreten Verhandlungen mit einigen Interessenten. Dies betrifft auch ein Sondergebiet, das für Dienstleistungen wie ein Hotel oder Büros (z.B. für Leiharbeitsfirmen) gedacht ist und bisher nicht groß nachgefragt war.

Ein relativ großes Areal rund um das neue Umschlag-Terminal soll Firmen vorbehalten bleiben, die einen engen Bezug zum kombinierten Verkehr zwischen Straße und Schiene haben. „Mit der Chance, die der Containerbahnhof der Region bietet, wollen wir sorgsam umgehen“, betont Schmidtmann. Darum sei eine durchdachte Flächenkonzeption bei diesem Projekt äußerst wichtig.

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