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AfD-Parteitag

30.06.2018

"Zeig Dich Aux!": So lief die große Kundgebung auf dem Rathausplatz

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Der Blick von oben auf den gefüllten Rathausplatz.
Bild: Annette Zoepf

Viele Reden, viel Musik und ein Zwischenfall: Mehrere tausend Menschen kamen auf dem Rathausplatz unter dem Motto "Zeig Dich Aux!" zusammen. Nur einmal flogen Eier.

Es war ein heißer Tag für Demonstranten und Polizisten. Gegen 14 Uhr war schließlich auch der große Demonstrationszug, der sich schon um 9 Uhr an der Messe gesammelt hatte, im Augsburger Zentrum. Dort hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon die Teilnehmer des DGB–Demonstrationszuges eingefunden. Unter dem Motto „Zeig dich Aux!“ begannen die ersten Redner - Matthias Lorentzen vom Bündnis für Menschenwürde und Manfred Gahler vom Bayerischen Jugendring - zu sprechen. Bis dahin verlief alles friedlich und geordnet.

Tomaten, Eier und Plastikflaschen flogen in Richtung OB Gribl

Doch dann wurde es für einen kurzen Moment hektisch: Tomaten, Eier und Plastikflaschen flogen in Richtung des Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl. Er wurde nicht getroffen. Die Polizei griff ein. Aber auch andere Demoteilnehmer versuchten wohl, für Ruhe zu sorgen. Laut Polizei gab es zunächst keine konkreten Verdächtigen. Der Oberbürgermeister wurde in seiner weiteren Rede ausgepfiffen. Dies sollte jedoch der einzige kritische Moment auf dem Rathausplatz bleiben. Lediglich der CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich sah sich noch Pfiffen ausgesetzt. Nach den Reden von Claudia Roth (Gründe), der evangelischen Stadtdekanin Susanne Kasch, ihrem katholischen Kollegen Helmut Haug und Kevin Kühnert (Jusos) leerte sich der Rathausplatz. Die Hitze und die teils langen Demo-Strecken machten manchen Teilnehmern sichtlich zu schaffen. Untern den verbliebenen Teilnehmern blieb die Stimmung gut.

Auch Teresa Rothenberger, Sarah Döring, Katrin Häußler und Simon Peinlich hielten der Hitze stand genossen die Musik von Farhad Sidiqi Jooyenda. „Ich finde es wichtig ein Zeichen zu setzen gegen eine Partei, die es in Deutschland nicht geben dürfte“, sagt Sarah Döring. Ihre Freundin Teresa hat zu den Pfiffen und Buh-Rufen gegen Bürgermeister Gribl und Volker Ullrich eine klare Meinung: „Zur Fairness gehört auch, dass man anderen zuhört“, findet sie. Ähnlich sahen das Martin Mühlbauer und Ramona Hanslmaier.

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Beide wohnen seit fünf Jahren in Augsburg und waren gekommen, um für Liebe, Solidarität und Gemeinschaft einzustehen. Außerdem sei es an der Zeit, auch in Augsburg auf die Straße zu gehen. Die Anfeindungen gegenüber manchen Rednern seien jedoch unangebracht: „Man muss auch Menschen zuhören, die nicht die eigene Meinung vertreten“, erklärt Martin Mühlbauer. Von der Stimmung auf dem Rathausplatz waren sie dennoch begeistert: „Ich habe mich mit wildfremden Menschen unterhalten und alle waren aufgeschlossen und gelassen“, sagt Ramona Hanslmaier. Am späteren Nachmittag füllte sich der Rathausplatz wieder teilweise. Offenbar hatten doch noch einige beschlossen, den Kundgebungen und Musikeinlagen zuzuhören.

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Proteste gegen AfD-Parteitag
Bild: Ulrich Wagner

Festival-Stimmung auf dem Augsburger Rathausplatz

So ging es beispielsweise Gisela Blaas und Max Moser. Obwohl die beiden den Tag in Würzburg verbracht hatten, kamen sie noch auf den Rathausplatz. „Uns war es ein Anliegen Solidarität zu zeigen“, erklärt Gisela Blaas. Mit dabei hatten die beiden auch eine große Europafahne. „Wir sind Europäer und sehen uns damit als Gegenmodell gegen Rechte und die AfD“, sagt Max Moser. Als gegen 17.30 Uhr der Sänger Joris auf dem Rathausplatz auftrat, wirkte die Augsburger Innenstadt wie ein Festival-Gelände. Die Zuschauer tanzten und Joris’ Musik sorgte für beinahe melancholische Stimmung.

Schon am Samstagmittag hatten sich in der Moritzkirche  rund 500 Menschen zu einem ökumenischen Friedensgebet versammelt. „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dafür will er unsere Phantasie und unsere Liebe“, sagte die evangelische Stadtdekanin Susanne Kasch. Am Ende der Andacht applaudierten die Besucher Susanne Kasch und dem katholischen Stadtdekan Helmut Haug für ihre deutlichen Worte. Unter den Gottesdienstbesuchern waren auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU).

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