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Corona-Pandemie
26.02.2021

Das Sterben der Alten: Wer entscheidet eigentlich, wer noch behandelt wird?

Eine Altenpflegerin in Schutzkleidung hält die Hand eines Bewohners.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Plus Tausende Menschen erleben ihre letzten Stunden nicht im Krankenhaus, sondern im Pflegeheim. Patientenschützer sprechen von einer geheimen Triage. Aber stimmt das?

Wir kennen sie, diese Bilder. Die Bilder von Menschen, deren Leben von einem Schlauch in ihrer Luftröhre abhängt. Die im Krankenhauskittel in einem Bett auf einer Intensivstation liegen. Und die – das ist die große Tragödie dieser Pandemie – viel zu oft den Kampf gegen Covid-19 verlieren. Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 69000 Menschen in Zusammenhang mit Corona gestorben – die meisten von ihnen, das zeigen Studien, direkt infolge der Infektion. Nur: Der Blick auf die Intensivstationen ist ein einseitiger. Denn viele Menschen sterben woanders. Sie erleben ihre letzten Stunden in Pflegeheimen, die in dieser Pandemie zu einer Art tickender Zeitbombe geworden sind. Zu einem Ort, an dem – öfter als ohnehin schon – gestorben wird. Und diese Bilder, die kennen wir nicht.

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26.02.2021

Ein wichtiger und umfassender Artikel, der uns leider trotzdem wichtige Details um das Ableben hochbetagter Corona-Opfer nicht näher erläutert.

Wie hat man sich das denn vorzustellen, wenn ein Patient, der, wie es im Artikel heißt, schon blau angelaufen ist im Gesicht, nicht mehr ins Krankenhaus verlegt wird – aus welchen Erwägungen auch immer? Erstickt der dann qualvoll? Ist das dann nicht doch unterlassene Hilfeleistung?

Selbst wenn ein Patient aller Voraussicht nach seine Erkrankung nicht überleben wird und für sein Ableben Verfügungen getroffen hat, dass er dieses nicht an Schläuchen hängend erwarten will, so wird es kaum sein ausdrücklicher Wille sein, zu ersticken.

Ich bin der Ansicht, dass Patientenverfügungen, die noch vor der Coronapandemie abgefasst wurden, nur bedingt tauglich sind für die Ermittlung des Wunsches ‚in Würde sterben zu können‘

Wer seinen Willen kund getan hat, nicht an Schläuchen hängend enden zu wollen‘ hat dabei vermutlich an Schmerzen gedacht, an künstliche Beatmung, wenn man ins Koma gefallen ist, ein Zustand, den man ggf. eben auf keinen Fall auf unbestimmte Zeit aufrecht erhalten sehen wollte, eher weniger an eine Infekterkrankung, die grundsätzlich überwunden werden könnte, und vor allem bei der man keine Luft bekommt und erstickt.

Wer möchte denn tatsächlich ohne medizinische Notfallbehandlung ersticken?

Also ich auf keinen Fall und ich habe eine Patientenverfügung, die so allerlei ausschließt.

Wenn die Chancen auf eine Genesung gering sind, dann ist man ggf. bereit, auf eine Verlegung auf die Intensivstation zu verzichten, möchte aber gleichwohl, dass das zu erwartende Leid abgekürzt wird. Und da sind wir an dem Punkt der Sterbehilfe, die das Bundesverfassungsgericht sehr klar entschieden hat und die Herr Spahn endlich auf den Weg bringen müsste.

Hochbetagt unbehandelt mit Corona sterben zu müssen, wenn es denn so kommt, kann man ja ggf. akzeptieren, nach Luft ringend ersticken zu müssen, nicht.

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26.02.2021

Ein in Deutschland entwickelter Impfstoff ist nicht in ausreichender Menge verfügbar und das Sterben in den Altenheimen wird mehr oder weniger hingenommen. Zu Gunsten Europas sollte es keinen nationalen Alleingang geben bei der Impfstoffbeschaffung. Wie sagte Schäuble so schön bei Maischberger auf die Frage, ob der Staat seine Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern verletzt und dadurch vermeidbare Todesfälle provoziert habe? "Den Preis muss man zahlen, wenn man Europa stärker will. Europa ist ein bisschen komplizierter, muss man auch sagen.“

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/schaeuble-maischberger-impfen-europa/

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