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Coronavirus

18.10.2020

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien nehmen in der Corona-Krise zu

Neun Prozent der Kinder haben laut einer Studie während der Corona-Krise zugenommen. In sozial schwachen Familien liegt der Wert aber deutlich höher.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa

Jedes vierte Kind aus Familien, in denen die Eltern einen Hauptschulabschluss haben, ist seit Beginn der Corona-Pandemie dicker geworden. Das sind die Gründe.

Jedes vierte Kind aus einer sozial schwachen Familie hat in den ersten Monaten der Corona-Krise zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Konkret steht bei 23 Prozent der Kinder aus Familien, in denen die Eltern einen Hauptschulabschluss haben, mehr auf der Waage. Über alle Familien hinweg waren nur neun Prozent der Kinder betroffen. Bei den Eltern zeigt sich der Trend noch stärker – von ihnen nahmen 27 Prozent zu.

Ernährung: Kinder essen in Corona-Krise mehr Süßigkeiten und Snacks

Ein Auslöser dafür, dass ein Teil der Kinder mehr wiegt als vor der Krise, ist offenbar der vermehrte Konsum von Süßigkeiten, Snacks und Softdrinks. Am stärksten zu beobachten war das in der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen. Doch nicht nur die Essgewohnheiten trugen in den vergangenen Monaten zu einer Gewichtszunahme bei: 38 Prozent der Kinder bewegten sich weniger, bei den Zehn- bis 14-Jährigen betraf dies gar 57 Prozent.

Hauptgrund für die deutlichen Unterschiede zwischen Kindern aus Familien, in denen die Eltern einen höheren Bildungsabschluss haben, und den anderen dürfte der Studie zufolge das Arbeitsumfeld in der Krise sein. Eltern mit Abitur beziehungsweise Studium befanden sich zu knapp 80 Prozent mindestens teilweise im Homeoffice. Eltern mit Hauptschulabschluss arbeiteten dagegen nur zu 30 Prozent von zu Hause aus.

Familien im Homeoffice ernähren sich in Corona-Krise gesünder

Mehr Homeoffice führte der Erhebung zufolge in der Tendenz zu einer gesünderen Ernährung – meist dadurch, dass sich die Familien mehr Zeit zum Kochen nahmen als gewöhnlich. Von allen Teilnehmern gaben 14 Prozent an, gesünder gegessen zu haben. Sieben Prozent berichteten von einer ungesünderen Ernährung.

Hilft die Kennzeichnung ungesunder Lebensmittel beim Kampf gegen Übergewicht?
Bild: Christophe Gateau, dpa

Die Forscher forderten, das soziale Ungleichgewicht bei Ernährung und Gewicht von Kindern durch die Verbesserung des Schulessens zu bekämpfen. Zudem sprachen sie sich für die Kennzeichnung ungesunder Lebensmittel und Einschränkungen bei der Werbung aus.

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