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Landkreis Dillingen

09.05.2019

Die Freibäder in der Region öffnen - doch es fehlen Bademeister

Der Himmel ist noch grau, immer wieder tröpfelt es. Trotzdem ist es am Samstag soweit: Das Eichwaldbad in Dillingen eröffnet die neue Freibad-Saison im Landkreis.
Bild: Andreas Schopf

Plus Das Wetter ist durchwachsen. Trotzdem eröffnen in diesen Tagen die Freibäder. Auch in der Region ist zu spüren, dass die Personalsituation am Beckenrand angespannt ist.

Temperaturen um die zehn Grad, dazu immer mal wieder Regen – das derzeitige Wetter lässt wohl die Wenigsten das Bedürfnis verspüren, unter freiem Himmel in ein Schwimmbecken zu steigen. Trotzdem, die Freibadsaison steht vor der Tür. Am Samstag öffnet mit dem Eichwaldbad in Dillingen das erste der drei Freibäder im Landkreis. Wir haben uns vor dem Start der neuen Saison umgehört. Wann geht das Badevergnügen los, und hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert?

Freibäder im Landkreis Dillingen: Die Personallage ist angespannt

Außerdem geht es um das Thema Personal. Viele Bäder klagen mittlerweile darüber, wie schwer sie Mitarbeiter gewinnen können. Im Freibad in Burgau (Kreis Günzburg) etwa musste die Stadt wegen der angespannten Personallage nun reagieren und die Öffnungszeiten verkürzen (lesen Sie hier mehr dazu). Droht so etwas auch im Landkreis?

Dillingen Das Eichwaldbad öffnet an diesem Samstag um 9 Uhr seine Tore. So wie es ausschaut, bei eher durchwachsenem Wetter. Wolfgang Behringer, Werkleiter der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen, rechnet damit, dass die Stammgäste trotzdem am Samstagmorgen vor dem Eingang stehen werden. „Die sind heiß auf die neue Saison und kommen bei jedem Wetter“, sagt Behringer und lacht. Im Vorjahr sorgte das besonders warme und trockene Wetter für hervorragende Besucherzahlen. Fast 88000 Menschen fanden 2018 den Weg ins Eichwaldbad. „Es war ein sensationeller Sommer“, sagt Behringer. In der Winterpause habe man, neben den üblichen Unterhaltsmaßnahmen, mehr als 50000 Euro in neue Duschen sowie eine Mess- und Regelanlage investiert.

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Zwar ist in Dillingen die Personallage nicht so angespannt wie anderenorts. Dennoch merkt auch Behringer, dass es schwieriger geworden ist, Menschen für den Beruf des Bademeisters – oder genauer „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ – zu begeistern. „Der Beruf ist im Wandel“, sagt Behringer. Die Aufgaben eines Bademeisters werden mehr – und dadurch auch die Arbeitsbelastung. Es geht bei weitem nicht nur um die Badeaufsicht. Es braucht technisches und chemisches Wissen genauso wie Streitschlichter-Fähigkeiten. Und auch bei Verletzungen ist der Mann am Beckenrand natürlich der erste Ansprechpartner. In Dillingen ist man derzeit auf der Suche nach einem weiteren Bademeister, der das Personal entlastet. Die Saison kann auch heuer nur gestemmt werden, indem Teilzeitkräfte, Studenten mit dem silbernen Rettungsschwimmerabzeichen oder Ehrenamtliche der Wasserwacht unterstützen.

Das Freibad Wertingen hat einen jungen Mann gefunden

Wertingen Die Personalsituation ist auch im Wertinger Freibad ein Thema. Vergangenes Jahr gab es einen personellen Engpass, berichtet Dieter Nägele, Geschäftsleiter der VG Wertingen. Viele Dienste seien an einer verbleibenden Bademeisterin hängen geblieben. Zwar seien Not-Kräfte für Badeaufsichten eingesprungen, das technische Wissen konnte so jedoch nicht kompensiert werden. Die Stadt schrieb die Stelle für einen neuen Bademeister aus. Auf die Ausschreibung hätten sich laut Nägele nur sehr wenige Interessenten gemeldet. Dennoch sei es gelungen, einen jungen Mann zu gewinnen. Er wird in dieser Saison als Rettungsschwimmer beginnen. Eine Weiterbildung im Herbst soll ihn zum Fachangestellten für Bäderbetriebe werden lassen. Woran liegt es, dass der Beruf des Bademeisters offenbar nur wenig beliebt ist? „Die Arbeitszeiten sind nicht wirklich attraktiv“, nennt Nägele einen möglichen Grund. Ein Bademeister arbeitet, während andere die Sonne genießen. Er ist oft am Wochenende und den ganzen Sommer im Einsatz. „Während der Saison ist so gut wie kein Urlaub möglich“, sagt Nägele.

Sommer wie 2018 lassen die Arbeitsbelastung steigen, dafür auch die Besucherzahlen. In das Bad in Wertingen kamen vergangenes Jahr knapp über 50000 Menschen. Laut Nägele 5000 bis 10000 mehr als in normalen Jahren. Die diesjährige Saison startet in der Zusamstadt am Samstag, 18. Mai, um 10 Uhr – unabhängig vom Wetter. An diesem ersten Tag erhalten alle Besucher freien Eintritt.

Eine neue Liegefläche im Freibad Lauterbach

Lauterbach Das Freibad in Lauterbach wird offiziell am 15. Mai eröffnen. Der Betrieb des Bades steht und fällt mit Betriebsleiter und Bademeister Ernest Petri. „Ich mache alles“, sagt er und lacht. Er bekomme Unterstützung von Rettungsschwimmern der Wasserwacht. Sie entlasten Petri für ein paar Stunden, damit er auch mal Pause machen kann. „Mehr brauche ich nicht“, so Petri. Gerade die vergangene Saison war arbeitsreich. Mit über 24000 Gästen vermeldete das Bad einen Rekordwert. „Das bedeutet zwar mehr Arbeit“, sagt Petri. „Aber man ist auch stolz und freut sich, wenn das Bad so gut besucht wird.“ Zur neuen Saison hat sich in Lauterbach etwas getan. Der ehemalige Fußballplatz wurde aufgelöst. Stattdessen befindet sich auf dieser Fläche nun zum einen ein Parkplatz. Zum anderen sind laut Petri 1000 Quadratmeter neue Liegefläche entstanden. Außerdem gibt es zwei neue Spielgeräte. Sie sollen demnächst angeliefert und montiert werden.

Im vergangenen Jahr ging im Dillinger Eichwaldbad ein Bub unter. Mehr zur Rettungsaktion lesen Sie hier.

Außerdem gab es Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner. Lesen Sie hier mehr dazu.

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