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Die Sparkassenfusion wurde genial eingefädelt

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Kommentar Von Berthold Veh
12.07.2019

Wie die Banken-Ehe zwischen Dillingen und Nördlingen geschlossen wurde, ist eine Meisterleistung. Welche Bedeutung dies für eine weitere Fusion mit Donauwörth hätte.

Da haben sich zwei Partner gefunden und ihr Ding gemeinsam durchgezogen. Und nun ist die Sparkassen-Ehe zwischen Dillingen und Nördlingen rückwirkend zum 1. Januar 2019 perfekt (lesen Sie hier die Hintergründe dazu). Die Vorteile liegen auf der Hand. In einer größeren Einheit lassen sich die Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen. Die regulatorischen Anforderungen werden immer größer, die Technik schreitet voran, ebenso die Digitalisierung. Und dies alles in einer anhaltenden Niedrigzinsphase, die das Geschäftsmodell der in der Region verankerten Banken belastet. Da heißt es Kosten sparen. Und dies geht gemeinsam besser, als wenn jeder allein alles selbst vorhält.

Sparkasse Dillingen-Nördlingen: Die Fusion ist ein richtiger Schritt

Die Fusion ist ein richtiger Schritt. Das Bilanzvolumen der neuen Sparkasse Dillingen-Nördlingen wächst auf 1,9 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf etwa 360. Das Geldinstitut steigert damit seine Schlagkraft. Die Sparkasse Dillingen-Nördlingen kann Kreditwünsche der Mittelständler in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries noch besser bedienen. Und der Zuwachs an Mitarbeitern bietet die Möglichkeit, noch qualifizierter beraten zu können.

Dass die Nördlinger Banker und Politiker mit ihren Kollegen in Donauwörth nicht so gut konnten wie mit den Dillingern, ist bei dieser Fusion deutlich geworden. Von der Logik her wäre es ja sinnvoller gewesen, wenn sich die Sparkassen im Donau-Ries-Kreis zusammengetan hätten. Kunden interessiert aber solch ein Denken in Landkreisgrenzen nicht. Die Entwicklung dürfte mittelfristig ohnehin zu einer nordschwäbischen Sparkasse führen. Wie die Bankenehe zwischen Dillingen und Nördlingen geschlossen wurde, ist eine Meisterleistung – allen voran der beiden Verwaltungsratsvorsitzenden Leo Schrell und Hermann Faul.

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Für den Erfolg war es spielentscheidend, dass der Zweckverband Nördlingen den Zweckverband der Dillinger Kreis- und Stadtsparkasse aufgenommen hat, während Dillingen die Sparkasse Nördlingen wirtschaftlich übernommen hat. So hatten die Träger des Rieser Geldinstituts, die Stadt Nördlingen und der Kreistag Donau-Ries, nicht mehr über die Sparkassen-Ehe abzustimmen. Ein politisches Störfeuer von Donau-Rieser Kreisräten war dadurch ausgeschlossen.

Sparkasse Dillingen-Nördlingen ist jetzt deutlich größer als Sparkasse Donauwörth

Dass die Träger der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen der Fusion zustimmen würden, war von vornherein klar. Denn der Sitz der neuen Sparkasse ist in Dillingen. Im Verhältnis zwischen Dillinger und Nördlinger Bankern dürften solche Überlegungen zweitrangig sein, denn die Gespräche sollen von Einvernehmen und gegenseitigem Respekt geprägt gewesen sein. Für eine weitere Fusion mit Donauwörth hätte dies aber allemal Bedeutung. Denn die Sparkasse Dillingen-Nördlingen ist jetzt die deutlich größere Bank als Donauwörth und hätte folglich auch in Fusionsgesprächen das Sagen.

Lesen Sie hier die Hintergründe zur Sparkassenfusion:

Die Banken-Ehe ist perfekt: Dillingen und Nördlingen fusionieren

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