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Dillingen

13.11.2018

Eine Uraufführung in Dillingen

Solisten bei der Uraufführung in Dillingen sind Mathias Dittmann und Sonja Lorenz.
Bild: Dr. Stephan Gierer

Die Dillinger Orchestervereinigung spielt am 1. Dezember das „Konzert für zwei Flöten und Streichorchester“ des Komponisten Meinrad Schmitt. Ein Gespräch.

Einen besonderen Höhepunkt verspricht das Winterkonzert der Dillinger Orchestervereinigung. Das Konzert des Professors Meinrad Schmitt für zwei Flöten und Streichorchester wird im Dillinger Schloss mit den Solisten Mathias Dittmann und Sonja Lorenz sowie der Orchestervereinigung Dillingen uraufgeführt. Wir sprachen darüber mit dem Professor aus Aichach im Café Madlon in Wertingen.

Sie sind seit Jahrzehnten ein erfolgreicher Komponist, wohnen in Aichach und haben in München eine Professur für Musiktheorie innegehabt. Wie sind Sie denn auf die Dillinger Musiker gekommen?

Meinrad Schmitt: Das Stück wurde auf Anregung von Ludwig Hornung, dem „Maestro“ des Orchesters, geschrieben. Kennengelernt haben wir uns anlässlich diverser Uraufführungen meiner Werke durch die Augsburger Philharmoniker. Außerdem ist er auch ein Interpret zahlreicher kammermusikalischer Werke aus meiner Feder.

So etwas gab es in Dillingen wohl noch nie

Neue Musik für Streichorchester ist vielen Hörern nicht vertraut. Eine Uraufführung für diese Besetzung gab es in Dillingen wohl noch nie. Am 1. Dezember kommen auch Stücke von Mozart, Telemann und Corelli zur Aufführung. Wie passt das?

Schmitt: Na ja, meine Musik passt durchaus! Ich sehe mich der kompositorischen Tradition verpflichtet; sie ist das Fundament, auf dem ich mein eigenes Tongebäude errichte. Sehen Sie, der Begriff „Neue Musik“ wird seit über 100 Jahren verwendet, das kann man dann ja nicht mehr als „neu“ bezeichnen. Heute komponierte Musik muss nicht unbedingt schwierig sein, sie kann auch emotional und interessant sein. Strawinsky sagte: „Man knüpft an Traditionen an, um etwas Neues zu machen!“ Ein gewisser Kontrast zwischen „alt“ und „neu“ ist auch nicht falsch, beides gewinnt dadurch an Farbe und Profil.

Professor Meinrad Schmitt aus Aichach hat ein „Konzert für zwei Flöten und Streichorchester“ komponiert. Es wird am 1. Dezember von der Dillinger Orchestervereinigung uraufgeführt.
Bild: Dr. Stephan Gierer

Müssen wir Musik erst verstehen lernen?

Musik in verschiedenen Kulturen klingt sehr unterschiedlich. Eine chinesische Oper ist für uns fremd, auch arabische Popmusik ist vielen von uns neu. Meinen Sie, dass es eine harmonische Grundlage gibt, die alle Menschen anspricht, oder müssen wir Musik erst verstehen lernen?

Schmitt: Ja, vieles ist uns nicht vertraut. Meine Musik ist emotional, gerade durch Klänge, die erst einmal neu erscheinen. Ich nenne das „Spannungsklänge“. Ob wir hören lernen können? Ich denke, dass alle beteiligten Institutionen – also Orchester, Schulen, auch Konzertagenturen – das Publikum behutsam, aber stetig an neue Klänge heranführen sollten. Kein Konzertprogramm ohne ein Werk aus diesem Bereich. Was man kennenlernt, lernt man lieben!

Sie selbst sind über 80 Jahre alt. Ihre Energie und Schaffenskraft ist zu bewundern. Was hält Sie fit und kreativ?

Schmitt: Wie der Sportler seinen Körper trainiert, so versuche ich, kontinuierlich zu arbeiten, den „Ideen-Motor“ laufen zu lassen. Auch mein Vater war noch in einem Alter von mehr als 90 Jahren kreativ tätig. Verdi hat seine Oper Falstaff mit fast 80 Jahren komponiert, die Presse hat das damals als „Arbeit eines vier mal 20-Jährigen“ beschrieben. Jedenfalls ist es doch immer am schönsten, wenn etwas Neues am Entstehen ist. Ein Strandurlaub wäre eine furchtbare Katastrophe für mich!

Karten gibt es im Vorverkauf im Bürgerbüro im Dillinger Rathaus, Telefon 09071/54108 bzw. 54109.

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