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Verkehr

21.01.2015

Eine Wand vor Höchstädt

So könnte oder sollte die Lärmschutzwand für die B16 Dillingen auf Höhe Höchstädt verlaufen. Zumindest sieht es so der Plan des Staatlichen Bauamts vor. Der Stadrat hat in einer Stellungnahme festgelegt, dass die Wünsche der Anlieger mit höchstem Maße berücksichtigt werden müssen.

Wegen der Ortsumfahrung für Dillingen muss bei Höchstädt ein Lärmschutz installiert werden. Es gibt auch kritische Stimmen – unter anderem aus dem Landratsamt

Eine graue, dicke Betonmauer. Direkt vor den Häusern. 535 Meter ist sie lang, bis zu vier Meter an manchen Stellen hoch. Auf der einen Seite verläuft die Bundesstraße, auf der anderen Seite eine Anliegerstraße. Und dann kommen die Wohnungen, Häuser und Gärten. So sieht die Lärmschutzmaßnahme für die Ortsumfahrung Dillingen bei Höchstädt in einem ersten Plan des Staatlichen Bauamtes aus. Stadtbaumeister Thomas Wanner stellte am vergangenen Montag dem Stadtrat den entsprechenden Entwurf vor. Mehr noch: Wanner las den Räten um Bürgermeister Stefan Lenz vor allem die Stellungnahmen der direkt betroffenen Anlieger vor. Denn die, so sagte es Lenz, sollen im höchsten Maße bei den Planungen miteinbezogen werden. „Das hat für uns oberste Priorität“, so Lenz.

Viele Gespräche wurden in den vergangenen Wochen bereits geführt, alle Betroffenen und Beteiligten angehört. Laut Stadtbaumeister Wanner sei eines dabei deutlich geworden: „Die Wand muss gebaut werden, daran gibt es nichts zu rütteln. Ich denke, dass die Anlieger dies auch soweit akzeptiert haben. Sie haben sich wohl oder übel damit arrangiert“. Geplant ist im Zuge der Fertigstellung der B16-Ortsumfahrung für Dillingen eine Lärmschutzwand bei Höchstädt, die noch vor dem Ortseingang der Donaustadt von Steinheim kommend beginnen soll – auf Höhe des ersten Hauses auf der rechten Seite. Aktuell sieht der Plan vor, dass die Wand bis zum Kreisel – Höhe Laimgrubenweg – verläuft. Die Höhe variiert zwischen zweieinhalb und vier Metern. Zu Beginn soll eine Wendeanlage installiert werden, zusätzlich wird zwischen Mauer und Bebauung eine Anliegerstraße gebaut. Die Anbindung an den Kreisverkehr ist gesichert, ebenso an Geh- und Radweg. Den direkten Anlieger entlang der jetzigen B16 wurden diese Pläne gezeigt – und es gab zahlreiche Reaktionen darauf, welche Stadtbaumeister Wanner am Montag vorstellte. „Es gab zum Beispiel den Wunsch, dass die Mauer direkt auf die Grundstücksgrenzen gesetzt wird und nicht 1,10 Meter Abstand hat. Manche wollten, dass die Mauer an gewissen Stellen höher als geplant werden soll. Auch gab es einen Hinweis, dass die Verkehrssicherheit nochmal genau geprüft werden sollte, weil dort auch der Donau-Radwanderweg entlangläuft“, führte Thomas Wanner aus.

Ebenso wurde laut, dass die Anliegerstraße von 4,80 auf fünf Meter und einige Grundstückszufahrten ausgebaut werden sollen. Auch wünschen sich die Anwohner, dass die Wand nicht durchgängig aus Betonteilen besteht, sondern mit Glasfronten unterbrochen werden solle. Auch können sich einige eine farbige Lärmschutzwand vorstellen. Manche Anliegen, so Wanner, seien bereits mit eingearbeitet oder zugesagt worden. Trotzdem gebe es noch zahlreiche offene Fragen, die bei einem Ortstermin besprochen werden sollen – so eine weitere Anregung. „Im nächsten Schritt werden wir das nun gebündelt an das Staatliche Bauamt weitergeben und Ende Januar gibt es dann einen überarbeiteten Plan“, erklärte der Stadtbaumeister. Bürgermeister Lenz fügte hinzu: „Das soll jetzt alles schnell gehen, der Baubeginn ist für März geplant, damit die Umfahrung für Dillingen bis zum Herbst komplett fertig ist.“ Dies wolle man keinesfalls verhindern, aber dennoch Stellung dazu nehmen. „Solange das mit der Lärmschutzwand nicht geklärt ist, kann nicht weitergebaut werden. Das Bauamt ist zu vielen Lösungen bereit und sehr kooperativ. Aber ob alle Wünsche erfüllt werden, ist ein anderes Thema“, so Lenz. Dass die Wünsche der Anlieger im höchsten Maße berücksichtigt werden sollen, wurde so in einer Stellungnahme der Stadt Höchstädt einstimmig verabschiedet. Gleichzeitig beinhaltet das Schreiben die Aufforderung, dass die Wand nicht nur funktionell und verkehrssicherheitstechnisch perfekt gebaut werden soll, sondern auch, dass es „ordentlich ausschauen muss“, so Lenz. Damit lehne sich die Stadt Höchstädt an die Stellungnahme von Kreisbaumeister Jochen Veeser an – der lehnte den jetzigen Plan der Lärmschutzwand ab. Er fordert, dass die Planung aus städtebaulichen und verkehrlichen Gründen optimiert werden muss. Die vorgelegte Planung gehe auf diese Belange nach Ansicht des Kreisbaumeisters nur unzureichend ein, weil die Autofahrer weiterhin entlang einer durchgehenden mehrere hundert Meter langen und 2,50 bis 3,50 Meter hohen Lärmschutzwand geführt werden. Er könne sich vorstellen, die Lärmschutzwand zu unterbrechen und so zu versetzen, dass nicht nur Grünbereiche auf der Seite der Anlieger, sondern auch auf der Seite der B16 entstehen. Auch eine Baumreihe westlich vor der Wand wäre eine optische Aufwertung, so Veeser. Die Stadt schloss sich an – nun ist das Staatliche Bauamt am Zug, so Lenz. Aktuell wartet der Rathauschef auch auf das Verkehrsgutachten für die Ortsumfahrung für Höchstädt. Denn, wenn es nach Plan laufe, dann gebe es bis Ende des Jahres auch für die B16 im Norden Baurecht. Im ersten Schritt müsse man aber jetzt in die Planfeststellung gehen. "Seite 29

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