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Dillingen

28.11.2018

Nachruf: Der “Schachprofessor“ Siegfried Sieber ist gestorben

Der Dillinger „Schachprofessor“ Siegfried Sieber ist gestorben.
Bild: Anika Zidar

Sieber war lange Lehrer im Landkreis Dillingen. Er wurde 100 Jahre alt.

Vor wenigen Tagen ist der erfolgreiche Schachsportler Siegfried Sieber im Alter von 100 Jahren verstorben. Sieber wurde im März 1918 in Heuweg (Landkreis Regensburg) geboren und absolvierte im Februar 1937 das Abitur am Wilhelmsgymnasium in München. Nach der Lehramtsprüfung im Jahr 1950 in München unterrichtete er zuerst als Referendar und später als Studienrat im Albertus-Gymnasium in Lauingen Biologie, Erdkunde und Chemie. Im September 1956 wurde Sieber an das Johann-Michael-Sailer-Gymnasium nach Dillingen versetzt, an welchem er bis zu seinem Ruhestand im Februar 1976 tätig war. Der „Bockel“, wie ihn seine Schüler liebevoll nannten, hatte drei Kinder, Tochter Uschi und seine Frau verstarben schon vor vielen Jahren.

In Lauingen und Dillingen tätig
Siegfried Sieber ist gestorben.
Bild: Manfred Forscht

Seine große Leidenschaft galt lebenslang dem Schachsport. Schon aus der Gefangenschaft brachte er einige Trophäen nach Hause. Nachdem er als Studienprofessor in Lauingen tätig war, trat er dem dortigen Schachklub bei. Nach der Versetzung nach Dillingen wechselte er zum Schachklub Dillingen und wurde an die Spitze des Vereins gewählt, er führte diesen zehn Jahre lang durch Erfolge und Misserfolge. Als „Mädchen für alles“ betrieb er eine vorbildliche Jugendarbeit, die Mannschaft wurde Schwäbischer Meister. Neunmal konnte er den Pokal als Dillinger Stadtmeister gewinnen, er wurde Nordschwäbischer Meister und Pokalsieger. Nach dem Tod seiner Frau zog er zu seiner neuen Lebensgefährtin nach Augsburg und trat dort dem Schachklub Steppach bei. Noch mit 92 Jahren verstärkte er die erste Mannschaft bei den Punktspielen. Er gründete am Zentralklinikum in Augsburg eine Schachabteilung und betreute diese bis vor wenigen Jahren.

Mit 99 Jahren noch Fahrrad gefahren

Noch mit 99 Jahren fuhr er mit dem Fahrrad ab und zu von Augsburg zum Clubabend nach Steppach. Ab Dezember 2017 verbrachte er seinen Lebensabend im Seniorenheim Notburga in Westheim und feierte dort dieses Jahres seinen 100. Geburtstag. Auch nach diesem Jubiläum besuchten ihn Klubmitglieder und forderten ihn zu einer Schachpartie auf. Sollte Petrus ein Schachbrett aufgebaut haben, der „Bockel“ wird mit Sicherheit alle Himmelsbewohner zu einer Partie herausfordern.

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