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Ziertheim

18.12.2020

Als Dortmund-Fan einen Gegenpol bilden

Der Ziertheimer Jochen Trögele (Mitte) fuhr 2011 zur Meisterfeier nach Dortmund mit seinen Kumpels Thomas Hefele (links) und Reiner Haselmeier.
Bild: jt

Plus Der Spott war groß, als Borussia Dortmund vergangenen Woche eine Pleite erlebt hat. Warum der Ziertheimer Jochen Trögele schon mit elf Jahren BVB-Fan wurde.

Der Hohn und Spott war groß, als Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende mit 1:5 gegen den VfB Stuttgart verlor. Trainer Lucien Favre kostete diese Pleite gar den Job. Wenn die Borussia verliert, dann freuen sich vor allem die Fans des Revierrivalen FC Schalke 04 und die des FC Bayern München. Umgekehrt ist es natürlich auch so, wie Jochen Trögele gesteht. Der 35-Jährige aus Ziertheim ist seit seinem elften Lebensjahr Anhänger des BVB.

Schon bald hat er in jungen Jahren mitbekommen, dass man als Dortmund-Anhänger überhaupt keine Sympathien für Schalke und den FC Bayern haben darf. Über nicht gewonnene Spiele des deutschen Rekordmeisters freut sich der Ehemann und Vater von zwei Kindern derzeit mehr als über Niederlagen der Schalker. „Mit denen muss man ja angesichts ihrer Misserfolgsserie (28 Spiele ohne Sieg, Anm. d. Red.) fast schon Mitleid haben“, schmunzelt Trögele.

Was Trögele vom neuen BVB-Trainer hält

Wie es anderen Bundesliga-Vereinen geht, ist dem gelernten Schlosser letztlich aber egal. Für ihn ist es wichtig, dass seine Borussia die richtigen Ergebnisse erzielt, so wie am Dienstagabend beim 2:1-Erfolg in Bremen. Für den neuen Trainer Edin Terzic war es ein gelungener Einstand. Die Entlassung von Lucien Favre nach dem Stuttgart-Spiel kam für Jochen Trögele überraschend. Vor allem deshalb, weil der BVB auch in der vergangenen Saison um diese Zeit eine kleine Krise hatte und der Vertrag des Schweizers im kommenden Sommer ohnehin ausgelaufen wäre.

Ob Terzic zur Not- oder Dauerlösung bei Schwarz-Gelb wird, kann der Ziertheimer nicht einschätzen. Für ihn ist es wichtig, dass der BVB am Ende wieder unter die ersten vier Mannschaften in der Tabelle kommt, um sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Große Hoffnungen, dass am Ende der Saison die neunte Deutsche Meisterschaft herausspringt, hat Trögele nicht: „Dafür haben wir zu viele Talente in der Mannschaft“, weiß er um die Kaderzusammenstellung seiner Dortmunder.

Von Riedle über Reuter bis Zorc

Das war in den Jahren von 1995 bis 1997 unter Trainer Otmar Hitzfeld nicht der Fall. In dieser Zeit hat der BVB mit einigen Routiniers zweimal den Titel und 1997 sogar die Champions League gewonnen. Spieler wie Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter oder Michael Zorc hatten es dem Ziertheimer angetan. Aber nicht nur deswegen wurde er als Elfjähriger zum Borussen-Fan. Die meisten seiner Freunde und Bekannten im Dorf seien Anhänger des FC Bayern gewesen, beziehungsweise geworden. „Da wollte ich einfach einen Gegenpol bilden“, ist der beim SV Ziertheim in der zweiten Mannschaft spielende Amateurfußballer froh über diese Entscheidung. Unvergessen bleibt für Trögele ein Wochenende Ende Mai 2001: Da fuhr er mit seinen Freunden Thomas Hefele (Zöschingen) und Reiner Haselmeier (Ziertheim) zur Meisterfeier mit Kulttrainer Jürgen Klopp nach Dortmund. Die Stimmung in der Stadt sei unbeschreiblich gewesen. In all den Jahren danach ist Trögele mindestens einmal pro Saison zu Livespielen nach Dortmund gefahren, nur im Coronajahr 2020 nicht.

BVB-Fan Paul Krakowka aus Buttenwiesen.
Bild: Krakowka

Im Signal Iduna Park noch kein Spiel des BVB hat Paul Krakowka gesehen. Dabei ist der 67-jährige Rentner aus Buttenwiesen seit seiner Jugendzeit Anhänger der Borussia. Warum dies so ist, das kann er nicht so richtig erklären. „Es hat sich halt einfach so ergeben“, sinniert Krakowka, der nicht nur ein treuer Fußball-Anhänger ist, sondern auch Vorsitzender des Kegelvereins BSG Bausch Pfaffenhofen. Livespiele des BVB hat der Rentner jedoch schon einige gesehen. „Die meisten in Augsburg, seit der FCA in die Bundesliga aufgestiegen ist“, zählt der Buttenwiesener auf.

Dem FC Bayern München wird nichts gegönnt

Über Niederlagen des FC Bayern München freut sich Paul Krakowka fast noch mehr als über Siege von Borussia Dortmund. Vor allem die Transferpolitik der Münchner ist dem BVB-Sympathisanten schon lange Zeit ein Dorn im Auge. Von seinem Lieblingsklub haben sie unter anderem Spieler wie Robert Lewandowski, Mario Götze, oder Mats Hummels unter Vertrag genommen. „In früheren Jahren musste der Karlsruher SC bluten“, erinnert Krakowka an die Transfers von Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Oliver Kreuzer und Michael Sternkopf. Kritik übt der 67-Jährige aber auch am BVB: „Von Favre hätte sich der Verein schon viel früher trennen müssen“, so Krakowka. Ob Terzic der richtige Coach sei, werde sich zeigen.

Fan-Tipp: Nach dem Auswärtssieg am Dienstag in Bremen sind Jochen Trögele und Paul Krakowka zuversichtlich, dass ihre Lieblingsmannschaft auch am heutigen Freitagabend bei Union Berlin drei Punkte holen wird. Während Trögele auf einen 2:0-Sieg von Borussia Dortmund tippt, erwartet Krakowka viel Gegenwehr von Union. Am Ende setzt sich aber der BVB nach seiner Meinung mit 2:1 durch.

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