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Fußball

30.01.2021

Ein Höchstädter und die Wölfe aus Niedersachsen

Der Höchstädter Johannes Ebermayer ist großer Anhänger des VfL Wolfsburg. Seinem Team traut er diese Saison einiges zu.
Foto: M. Ebermayer

Plus Warum der Höchstädter Johannes Ebermayer dem VfL Wolfsburg seit seinem siebten Lebensjahr die Daumen drückt. Und warum er sich davon auch nicht abringen lässt.

Als der VfL Wolfsburg in der Saison 1996/97 am letzten Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga im eigenen Stadion den FSV Mainz 05 mit 5:4 besiegte, war Johannes Ebermayer gerade einmal sieben Jahre alt. Doch diesen Tag hat der Höchstädter bis heute nicht vergessen: „Seitdem bin ich Anhänger der Wölfe“, gesteht der im Kreiskrankenhaus Mindelheim angestellte Einkäufer. Für seine Sympathien zum Klub aus der Autostadt in Niedersachsen hat der Urschwabe von seinen Kumpels aus Höchstädt und Umgebung gar schon manches müde Lächeln erhalten. „Wie kann man nur Wolfsburg-Anhänger sein?“ – diese Frage bekam der Junggeselle nicht nur einmal gestellt.

Roy Präger und Detlev Dammeier

Rechtfertigen muss sich Johannes Ebermayer ob seiner Affinität zu den Wolfsburgen freilich nicht. „Ich habe mir halt einen Verein ausgesucht, dem hier nicht gleich alle nachspringen“, gibt er dennoch eine Erklärung ab und fügt hinzu: „Es muss ja nicht jeder Fan des FC Bayern sein.“ Unvergesslich sind für Ebermayer Spieler wie Roy Präger und Detlev Dammeier, welche die Wölfe mit je zwei Treffern gegen Mainz quasi in die Bundesliga geschossen haben, sowie Diego Klimowicz oder Jonathan Akpoborie. Letzterer ist noch bis heute sein absoluter Lieblingsspieler des VfL.

Worauf Ebermayer, der beim Nord-Kreisligisten SSV Höchstädt das Amt des Sportlichen Leiters bekleidet, besonders stolz ist, ist die Tatsache, dass seine Wolfsburger noch nie aus der Bundesliga abgestiegen sind. Dabei musste er aber in den Jahren 2017 und 2018 kräftig zittern. Beide Male musste der VfL in die Relegation, setzte sich dort aber gegen den Erzrivalen Eintracht Braunschweig und zwölf Monate später gegen Holstein Kiel durch.

Eine ganz andere Zeit erlebte der Höchstädter Fußball-Fan in der Saison 2008/2009. Da gelang den Wölfen der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte. Als Tabellenneunter schlossen die Niedersachsen die Vorrunde ab. „Nie und nimmer habe ich damit gerechnet, dass der VfL noch ganz nach oben kommen würde“, blickt Ebermayer auf das Frühjahr 2009 zurück. Der Mannschaft um Cheftrainer Felix Magath gelangen zehn Sieg am Stück, darunter auch das spektakuläre 5:1 im eigenen Stadion gegen den FC Bayern München. Maßgeblichen Anteil hatten neben Trainer Magath die beiden Stürmer Grafite und Edin Deko, die zusammen 54 der insgesamt 80 Wolfsburger Tore erzielten, sowie Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der mit 22 Vorlagen der beste Vorbereiter der Bundesligageschichte wurde. Mit 28 Treffern wurde Grafite außerdem Torschützenkönig. Der VfL Wolfsburg war der zwölfte Meister der Bundesligageschichte und der erste neue Titelträger seit 1970, der auf der Meisterschale verewigt wurde.

Unvergesslich für Ebermayer

Auch der Pokalsieg 2015 durch einen 3:1-Erfolg im Finale gegen Borussia Dortmund und das Vordringen ins Viertelfinale der Champions-League mit einem 2:0-Heimsieg gegen Real Madrid im Frühjahr 2016 sind für Johannes Ebermayer Ereignisse, die er nicht vergisst. Nationalspieler wie Julian Draxler oder André Schürrle sowie der Belgier Kevin De Bruyne trugen einst das VfL-Trikot. In der laufenden Bundesliga-Saison stehen die Wolfsburger unter Trainer Oliver Glasner auf Platz vier. Ob es am Ende gar wieder für einen Platz in der Champions Legaue wie in der Saison 2015/2016 reicht? Johannes Ebermayer ist mit einer Prognose vorsichtig: „Normalerweise gibt es mit Bayern, Leipzig, Leverkusen und Dortmund vier stärkere Mannschaften“, zählt er die Favoriten auf. Aber eine Überraschung durch die Wölfe schließt der Höchstädter trotzdem nicht aus.

Fan-Tipp: Am Sonntag empfängt der VfL den zuletzt starken SC Freiburg. „Das wird ein schweres Spiel, aber Wolfsburg gewinnt 2:1“, ist Ebermayer zuversichtlich.

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