1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. B-25-Sperrung: Viel Verkehr auf „Schleichwegen“

Harburg

05.09.2019

B-25-Sperrung: Viel Verkehr auf „Schleichwegen“

B25_Sperrung_Heroldingen_1(1)(1)(1).jpg
4 Bilder
Die Ortsdurchfahrt von Heroldingen ist durch die Sperrung der B25 bei Harburg viel stärker mit Verkehr belastet. Die Auto- und Lkw-Fahrer weichen über die Kreisstraße aus, die über Heroldingen und Katzenstein führt.
Bild: Wolfgang Widemann

Durch die Sperrung der B25 bei Harburg müssen Tausende von Auto- und Lkw-Fahrern Umwege in Kauf nehmen. Das trifft auch die Bewohner einiger Orte.

Es war wieder der Tag X, dem viele Menschen im Donau-Ries-Kreis mit gemischten Gefühlen entgegengeblickt haben: Am Donnerstagmorgen wurde mit der B25 einer der Hauptverkehrswege gesperrt. Auf der Achse zwischen Donauwörth und Nördlingen geht auf dem Abschnitt zwischen Harburg und Großsorheim nichts mehr. Deshalb müssen täglich Tausende von Auto- und Lkw-Fahrern auf andere Routen ausweichen. Im Schnitt sind auf besagtem Abschnitt der Bundesstraße bei Harburg über 13000 Fahrzeuge unterwegs. Entsprechend zugenommen hat der Verkehr auf der offiziellen Umleitungsstrecke, die über Monheim, Wemding und Fessenheim führt, sowie auf einer Reihe von „Schleichwegen“ – zum Leidwesen der dortigen Anwohner.

Viele Verkehrsteilnehmer steuern direkt auf die Baustelle zu

Die Straßenmeisterei hat auf der B25 und der Umleitungsroute eine Vielzahl von Sperr- und Hinweisschildern aufgestellt. Dennoch steuerten zahlreiche Verkehrsteilnehmer augenscheinlich direkt auf die Baustelle zu, um den vermeintlich kürzesten Umweg in Kauf nehmen zu müssen. Die Folge: Durch Harburg rollte auf der Staatsstraße von/nach Wemding ein Pkw und Lastwagen nach dem anderen. Auch der Schleichweg (Kreisstraße) über Heroldingen war bereits am ersten Tag der B-25-Sperrung stark frequentiert.

Größere Vorkommnisse gab es laut Polizei und Staatliches Bauamt bis Donnerstagabend nicht. Mancher Auto- und Lkw-Fahrer verzockte sich freilich regelrecht. So teilte eine Bürgerin der Behörde in Augsburg mit, dass Lastwagen von Nördlingen her durch Großsorheim rollten und die Fahrer gleich wieder in Richtung Hoppingen auf die (gesperrte) Bundesstraße gelangen wollten – und an dieser in einer Sackgasse landeten. Die Folge: umständliche Wende- beziehungsweise Rangiermanöver.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Google-Navi zeigt Sperrung nicht an

Viele auswärtige Verkehrsteilnehmer verließen sich anscheinend auf ihr elektronisches Navigationssystem. Doch da zeigte nicht jedes die Sperrung im Bereich Harburg an, weiß Stefan Greineder vom Staatlichen Bauamt. Das System von Google hänge da erfahrungsgemäß zwei bis drei Tage hinterher, so Greineder. Das sei ärgerlich.

Magnus Kastenhofer, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei im Donau-Ries-Kreis machte folgende Feststellung: „Ein Teil der Verkehrsteilnehmer nimmt die ausgeschilderte Umleitung, ein Teil fährt über Schleichwege.“ Für Menschen, die an diesen Routen leben, sei das schon eine Belastung. Jedoch: Würde der Verkehr komplett nur über eine Umleitungsstrecke rollen, wäre das für die dortigen Anwohner – beispielsweise in Wemding – eine „Katastrophe“. Soll heißen: Solange der Verkehr über die sogenannten Schleichwege sicher laufe, sei nichts dagegen einzuwenden. Die Last werde so auch „auf mehrere Schultern verteilt“.

Gleich drei Umleitungsstrecken führen über Fessenheim

Zu einem wahren Knotenpunkt des Umleitungsverkehrs ist in diesen Tagen der kleine Ort Fessenheim geworden, in dem sich die Staatsstraßen Wemding – Nördlingen und Heroldingen – Oettingen kreuzen. An dem Kreisverkehr sind gleich drei Umleitungsstrecken ausgeschildert – wegen der Sperrungen der B25 bei Harburg und bei Marktoffingen sowie der Ortsdurchfahrt in Deiningen.

Nach den Erfahrungen von Stefan Greineder dauert es drei bis fünf Tage, bis sich der Verkehr eingependelt hat. Die zusätzlichen Belastungen dauern im Fall der B25 bei Harburg noch eine ganze Weile an. Der vier Kilometer lange Abschnitt wird wohl erst Mitte November wieder für den Verkehr freigegeben.

Dazu lesen Sie auch den Kommentar Schleichwege: Anwohner müssen Kröte schlucken

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren