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Donauwörth

04.08.2016

Haftbefehl gegen Sohn (21) der getöteten 42-Jährigen erlassen

Wohl im Zimmer hinter diesem Fenster im ersten Stock eines Hauses in Donauwörth geschah am Dienstag das Verbrechen: Eine 42-Jährige wurde mit massiver Gewalt getötet.
Bild: Wolfgang Widemann

Die Bluttat war ein offenbar ein Familiendrama: Nach dem gewaltsamen Tod einer 42-Jährigen in Donauwörth sitzt der Sohn in Untersuchungshaft. Viele Fragen sind aber noch ungeklärt.

Die Bluttat am Dienstag in Donauwörth resultierte offenbar aus einem Familiendrama. Ins Visier der Ermittler ist der Sohn der Frau geraten, die in ihrer Wohnung mit massiver Gewalt umgebracht wurde. Weil sich der Polizei zufolge ausreichend Anhaltspunkte ergaben, dass der 21-Jährige für den Tod seiner Mutter verantwortlich sein könnte, beantragte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Totschlags einen Haftbefehl. Ein Richter in Augsburg ordnete am Donnerstagnachmittag an, dass der junge Mann in Untersuchungshaft muss.

Die Arbeit der Polizei geht unterdessen „mit Hochdruck“ weiter. Noch seien viele Fragen ungeklärt, so Peter Timko, Leiter der Kripo Dillingen, gegenüber unserer Zeitung, zumal der junge Mann die Tat bestreite. „Es gibt noch einiges zu tun“, merkt der Polizeioberrat an.

Der 21-Jährige setzte am Dienstag gegen 13.15 Uhr einen Notruf ab. Er teilte mit, seine Mutter leblos aufgefunden zu haben. Ein Notarzt konnte der 42-Jährigen nicht mehr helfen. Sie war tot. Wie sie ums Leben kam, möchte die Polizei weiterhin aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. In der Wohnung befänden sich umfangreiche Blutspuren.

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Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus

Bei der Suche nach dem Täter überprüften die Beamten zunächst das nähere Umfeld der Frau. Die lebte zusammen mit dem 21-Jährigen in der Wohnung. Gleich nach dem Auffinden der Leiche begannen die Fahnder damit, den bislang unbescholtenen jungen Mann eingehend zu vernehmen. Dabei habe er sich in Widersprüche verstrickt, berichtete die Polizei gestern. Die Aussagen des Studenten mündeten „in einen dringenden Tatverdacht“.

Die Staatsanwaltschaft geht dabei von Totschlag, nicht von Mord, aus. Am Donnerstagnachmittag wurde der Verdächtige dem Richter vorgeführt. Wie es aus Ermittlerkreisen heißt, mache der 21-Jährige einen betroffenen Eindruck. Er beteuere, mit dem Tod der Mutter nichts zu tun zu haben. Die Ermittler sind da anderer Ansicht, haben aber bislang keine Vorstellungen, warum die Bluttat passierte. „Ein mögliches Motiv ist derzeit noch vollkommen im Unklaren“, teilt das Polizeipräsidium Schwaben Nord mit.

Polizei Mord Totschlag Tote Tötungsdelikt Spurensuche Polizeihund
12 Bilder
Polizei sichert Spuren nach gewaltsamem Tod einer Frau
Bild: Wolfgang Widemann

Derweil ist die Kripo nach Angaben von Peter Timko bestrebt, „alle Fakten zusammenzutragen“. Dazu gehört eine intensive Spurensicherung in der Wohnung des Hauses in der Berger Vorstadt. Die nordschwäbischen Beamten bekommen dabei Unterstützung aus München. Beamte der Operativen Fallanalyse, sogenannte Profiler, schauten sich bereits den Tatort an und beschäftigen sich mit den Persönlichkeiten des Opfers und des Täters. Die Frau soll zurückgezogen gelebt haben. Nachbarn kamen mit ihr ins Gespräch, wenn sie zu Einkäufen in einen nahegelegenen Supermarkt ging. Die Profiler sind darauf spezialisiert, Szenarien entwerfen, was am Dienstagvormittag oder -mittag in den Räumen im ersten Stock passiert sein könnte.

Zudem werden dort am heutigen Freitag Rechtsmediziner erwartet, die biomechanische Untersuchungen vornehmen. Diese Fachleute vergleichen das Ergebnis der Obduktion des Leichnams mit den Spuren am Tatort – und ziehen daraus Rückschlüsse zum Tathergang. Beispielsweise werden Blutspritzer in der Wohnung analysiert. Die Untersuchungen werden Timko zufolge wohl mehrere Tage dauern und sich bis in die kommende Woche hinenziehen.

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