Newsticker
Impfstoff von AstraZeneca wirkt Berichten zufolge bei Senioren kaum
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Ist für die Kulturschaffenden ein Ende der Durststrecke in Sicht?

Landkreis Donau-Ries

13.07.2020

Ist für die Kulturschaffenden ein Ende der Durststrecke in Sicht?

So dicht gedrängt wird der Neustart nicht aussehen: Die Organisatoren der Thaddäus-Kleinkunstbühne in Kaisheim planen für Herbst nach der Corona-Zwangspause eine Veranstaltungsserie. Mehr als höchstens 60 Besucher dürfen die Betreiber wegen der Abstandsregeln allerdings nicht in den Gewölbe-Saal lassen.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Veranstalter von Kabarett, Konzerten, Livemusik und anderen Kulturveranstaltungen planen für den Herbst nun einen Neustart. Doch so einfach ist der nicht. Es gibt viele Hindernisse

Der Gewölbe-Saal im Thaddäus in Kaisheim vermag Stimmung zu verbreiten. Dieses kuschelige Ambiente auf der dortigen Kleinkunstbühne schätzen auch die ganz Großen der Branche. Dazu kommt eine persönliche Atmosphäre, die den Künstlern aus fast allen Genres gefällt. Alles, was das Thaddäus-Flair bislang ausmachte, wird bei einem Neustart in Corona-Zeiten fehlen.

"Wir sind guten Mutes"

Reiner Panitz (links) nahm die „Schwäbische Nachtigall“ des Bezirk Schwaben für die Thürlesberger Tanzlmusik aus den Händen von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert entgegen.
Bild: Foto: Helene Weinold

„Aber wir sind guten Mutes“, sagt Wirt Jürgen Panitz (rechts im Bild). Er schmiedet Pläne: Anfang Oktober soll es nach der coronabedingten Schließung wieder losgehen. „Aber natürlich mit Abstand“, erzählt er. Er kann gar nicht genau sagen, wie oft er zwischen den Gewölben mit dem Meterstab gemessen und die Tische hin- und hergerückt hat. Mehr als höchstens 60 Besucher wird er nicht reinlassen können. Damit die bis Weihnachten geplanten neun Veranstaltungen einigermaßen rentabel sind, wird er die Eintrittspreise kräftig erhöhen müssen. Mancher Stammgast werde nicht jedes Mal ein Ticket erhalten.

Prominente Gäste kommen im Herbst

Django Asül

Das Programm für den Herbst ist durchaus prominent besetzt: So werden der Kabarettist Django Asül (Bild) erwartet, aber auch die deutsch-türkische Komikerin Liza Kos, ebenso wie das Duo mit dem lustigen Namen „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“. Nach längerer Pause will auch Altstar Sigi Zimmerschied wieder im Thaddäus auftreten. Wegen der Abstandsregeln muss er dazu sein Programm umschreiben, denn eigentlich wollte er (was jetzt nicht mehr zulässig ist) die Bühne manchmal verlassen, um im Publikum unterwegs zu sein.

Der Doubles-Betreiber ist zuversichtlich

Der Keller Steff versteht es, sein Publikum mitzureißen. Im Donauwörther Doubles Starclub blieb jedenfalls niemand ruhig.
Bild: Michael Schremmel, Fotodesign Schremmel

In Donauwörth zerbricht sich Michael Wanke wegen der Corona-Auflagen seit Wochen den Kopf. Nach der ersten Stockstarre habe er jetzt aber wieder Pläne, gibt sich der Betreiber des Liveclubs Double zuversichtlich. Zwei Konzerte im Herbst waren schon ausverkauft, als er die Türen zusperren musste. Die könnten in der geplanten Form natürlich nicht stattfinden, weil er einfach keine 200 Besucher aufnehmen dürfe. Was tun? Alles soll nun eine Nummer kleiner werden - mit Abstandsregeln und Trennwänden. Tische und Stühle will Wanke aufstellen und im Double dann eine „kleine Gastronomie“ aufziehen. Sogar an Live-Konzerte im dann wohl eher intimen Rahmen denkt er. „Meine Familie ist kreativ“, sagt Wanke, hofft aber wie alle Kulturschaffenden auf die Zeit nach Corona. Bis er wieder Gäste empfangen darf, beschäftigt er sich handwerklich. Man werde den Club beim Neustart nicht wiedererkennen, kündigt er an, denn derzeit werkelt er „gegen die mentale Krise“: Stromkabel werden neu verlegt, alles wird auf Hochglanz poliert und neue Farben erstrahlen allerorts.

Auch Greno hat das "Prinzip Hoffnung"

Nicolas Greno

Das "Prinzip Hoffnung“ hat auch Nicolas Greno (Bild) von der gleichnamigen Buchhandlung in der Reichsstraße in Donauwörth. Seine Autorenlesungen waren längst mehr als nur ein Geheimtipp. „Die Menschen warten darauf“, hat Greno festgestellt. Deswegen setzt er auf weitere Lockerungen, hat doch auch er nicht den Platz, um im Rahmen der Corona-Auflagen wieder so zu starten, „wie es einmal war“. Zwar gibt es „noch nichts Konkretes“, aber ein Neubeginn im Herbst sei angepeilt.

In Mertingen setzt man auf Open Air

Beim Konzert von Imbrassivo war die Laune sowohl bei den Künstlern, als auch im Publikum bestens.
Bild: Hampp-Weigand

Ulrike Hampp-Weigand vom Kulturkreis Mertingen setzt auf Open Air. Bis zu 200 Personen dürfen nach den derzeitigen Bestimmungen daran teilnehmen. Eine erste erfolgreiche Premiere mit einer Veranstaltung im Mertinger Amphitheater hat sie bereits hinter sich. Nun soll es am 21. August mit einem lauen Abend und Musicalmelodien weitergehen. Für September plant sie außerdem ein Volksmusikkonzert „mit Musik für Herz und Seele“. Bei schlechtem Wetter will man in den Saal der Alten Brauerei in Mertingen ausweichen. Die umtriebige Organisatorin hat aber auch noch anderes in Petto: ein Konzert mit dem Trio Infiammabile in der Kirche in Druisheim und ein Barcock-Orchesterkonzert. Auch in Mertingen gilt: Voranmeldungen sind notwendig. In diesem Fall im Rathaus.

Viele Künstler sind weit im Voraus gebucht

Kurzfristig etwas auf die Beine zu stellen, erscheint den Kulturveranstaltern trotz der Lockerungen derzeit schwierig, sind doch wenige Musiker und Kabarettisten, weil auf Jahre im Voraus gebucht, frei. In Donauwörth planen aber wohl mehrere Organisatoren eine Kultur-Veranstaltung. Weil die Genehmigung durch die Stadt fehlt, will aber niemand so recht darüber reden...

Lesen Sie dazu auch:

Kulturtage mit kleinen Einschränkungen

Neuer Termin für das Literaturfestival Nordschwaben

Eine Geste für Kunst, Kultur, Unterhaltung

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren