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Donauwörth

15.10.2019

OB-Kandidaten: Im Detail doch Unterschiede

Die Themen sind gesetzt, die Kandidaten für das Amt des Donauwörther Oberbürgermeisters haben ihre Ideen und Visionen im Rahmen des Donauwörther Oktoberfestes am Sonntag vor etwa 800 Interessierten geäußert.
Bild: Helmut Bissinger

Die Donauwörther Kandidaten haben sehr ähnliche Ziele. Die Lösungsansätze, um die Aufgaben zu meistern, sind aber durchaus konträr.

Auf den ersten Blick sind sich die Bewerber um die Nachfolge von Armin Neudert als Oberbürgermeister in Donauwörth in vielen Punkten einig. Bei der Podiumsdiskussion im Oktoberfest-Bierzelt (wir berichteten) offenbarten sich aber letztlich zahlreiche Unterschiede in den Nuancen. So möchte der für die SPD ins Rennen geschickte Parteilose Jürgen Sorré wie seine Kontrahenten eine Veranstaltungshalle bauen, im künftigen „neuen“ Tanzhaus aber keinen weiteren Saal.

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Oder ein anderes Beispiel: Michael Bosse (Freie Wähler/PWG), Joachim Fackler (CSU) und Sorré plädieren für den Neubau eines Bürgerspitals in der Nähe des Zentrums. Albert Riedelsheimer (Bündnis 90/Die Grünen) im Prinzip wohl auch, „doch nicht um jeden Preis“. Wenn die Kosten für ein mögliches Grundstück zu hoch seien, dann will er die Senioreneinrichtung außerhalb der City verwirklichen. Riedelsheimer: „Eine ständige Anbindung mit einem Shuttle-Bus-Verkehr sollte kein Problem sein.“

Alle Kandidaten wollen die Reichsstraße wieder beleben

Jürgen Sorré, der von sich behauptete, mit dem Geld anderer Leute als Banker gut umgehen zu können, plädierte dafür, das Tanzhaus nach einem Neuaufbau wieder zu einem Magneten werden zu lassen. Das Quartett war sich einig: „Die Reichsstraße muss wieder belebt werden.“ Das Zauberwort von einer Verkehrsberuhigung machte die Runde, doch über den Weg dorthin gibt es durchaus unterschiedliche Vorstellungen. Von „draußen sitzen und genießen“ sprach Albert Riedelsheimer, während Jürgen Sorré überzeugt ist, „dass Flanieren allein“, die Aufenthaltsqualität nicht verbessern könne. Er will mit den Händlern reden, die Bürger „mitnehmen“, aber auch die Immobilienbesitzer ansprechen.

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Relativ unkonkret blieben alle vier Bewerber hinsichtlich der künftigen Verkehrsströme in Donauwörth. Anreize wollen sie schaffen, dass weniger Autos ins Zentrum fahren. „Mehr Parkhäuser“ sind nach Ansicht von Michael Bosse notwendig. Die Steigerung der Attraktivität ist ein Unisono-Ziel. Dazu will Joachim Fackler die Donaupromenade bis ins Ried weiterführen, Michael Bosse sieht eine der Hauptaufgaben des künftigen Oberbürgermeisters darin, Bauwilligen auch Plätze anbieten zu können.

Kritik an der Verwaltung

Großen Applaus erhielten zwei Fragesteller. Sie wollten wissen, wie es jeder einzelne Bewerber schaffen wolle, die ihrer Ansicht nach um sich greifende selbstherrliche Art einiger Amtsleiter im Rathaus in den Griff zu bekommen. Alle vier wollen nach eigenem Bekunden eine serviceorientierte Verwaltung im Rücken haben. Die rechtlichen Spielräume müssten zugunsten von Bürgerinnen und Bürgern ausgeschöpft werden. Joachim Fackler reklamierte für sich, in der Führung von Verwaltungen Erfahrungen zu haben. Albert Riedelsheimer will dafür sorgen, dass jede Bürgeranfrage innerhalb von 48 Stunden beantwortet, zumindest die Bearbeitung bestätigt werde.

Lesen Sie hierzu auch: Reaktionen auf Gesprächsrunde mit OB-Kandidaten

Neuer Slogan für die Stadt Donauwörth im Gespräch

Der „Stadt an der Donau“ möchte Jürgen Sorré unterdessen ein neues Image geben. Da ist ihm der Slogan „Nordschwabens freundliche Mitte“ zu „nett“. An einem Slogan müsse man noch arbeiten, fügte Michael Bosse an.

Annähernd 800 Interessenten waren sich nach dem zweistündigen Schlagabtausch einig: Der neue OB hat Herkulesaufgaben zu bewältigen. Als angenehm von allen empfunden: ein sachlicher Austausch von Argumenten, ganz frei von persönlichen Seitenhieben. „Eine Fortsetzung wäre schön“, meinte eine Besucherin.

Das aber könnte an einem der Hauptprobleme scheitern: Donauwörth hat wohl keinen Saal, in dem dies möglich wäre.

Mehr zum Thema: Jürgen Sorré präsentiert sich als OB-Kandidat der SPD , OB-Wahl: Riedelsheimer jetzt offiziell nominiert , OB-Wahl in Donauwörth: Ein Chefposten – vier Bewerber CSU nominiert geschlossen Joachim Fackler als OB-Kandidaten , Ärger an der Donaumeile: Politiker versprechen Hilfe , OB-Kandidat Michael Bosse legt im Wahlkampf vor

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