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Donautalbahn

12.09.2018

Personal krank: Agilis-Züge fallen über Wochen aus

Weil bei Agilis viele Mitarbeiter erkrankt sind, fallen immer mehr Züge aus – und zwar voraussichtlich über Wochen.
Bild: Wolfgang Widemann

Das Unternehmen Agilis muss auf der Donautalbahn derzeit improvisieren. Warum die Situation so angespannt ist und welche Auswirkungen das für die Fahrgäste hat.

Wer regelmäßig mit der Eisenbahn fährt, fürchtet diese Anzeige auf der Infotafel: „Zug fällt aus.“ Die Gründe dafür sind vielfältig. Unwetter, technische Defekte oder Oberleitungsschäden können den Verkehr auf den Schienen lahmlegen. Aktuell teilt die Agilis Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Regensburg fast täglich mit, dass Fahrgäste, die zwischen Ulm und Ingolstadt unterwegs sind, auf Zugverbindungen verzichten beziehungsweise auf Busse oder Großraumtaxis umsteigen müssen. Die Ursache ist aber keineswegs technischer Natur. Die Firma, die für den Personenzugverkehr auf der Donautalbahn veranwortlich ist, hat schlicht kein Personal mehr, um alle Triebwagen von A nach B zu bringen.

Das Unternehmen spricht von „krankheitsbedingten Personalausfällen“. In Kombination mit dem Fachkräftemangel, der in der gesamten Bahnbranche zu spüren sei, habe dies die Konsequenz, dass Züge nicht mehr fahren können. Dies trifft auch zahlreiche Reisende, Pendler und Schüler im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung.

„Wir versuchen, die unvermeidbaren Fahrtausfälle für unsere Fahrgäste so planbar und transparent wie möglich zu machen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma. Deshalb werde fortlaufend der Personalbestand analysiert und bei Engpässen würden möglichst frühzeitig entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Damit wolle man den Fahrgästen „unerwartete Ausfälle ersparen“ und den Regelbetrieb aufrechterhalten – so zuverlässig es unter den gegebenen Bedingungen möglich sei. Die Arbeitszeiten der Triebfahrzeugführer seien durch bahnbetriebliche Vorschriften, Gesetze und Tarifverträge geregelt. Bestimmte Ruhezeiten müssten eingehalten werden. Wenn jemand erkranke, könnten daher Ausfälle nicht immer kurzfristig abgefangen werden. Agilis betont, man bemühe sich durch langfristige Planung, eigene Ausbildung und einen „ausreichenden Puffer“ gerüstet zu sein. Es würden im Notfall sogar Mitarbeiter aus der Verwaltung, die auch zugelassene Triebfahrzeugführer sind, im Zugverkehr eingesetzt.

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Auch sogenannte Schülerzüge fallen aus

Das alles reicht aber derzeit offenbar nicht mehr aus. Ausgerechnet zum Ende der Sommerferien musste Agilis einen Zug nach dem anderen streichen. So fahren beispielsweise am Morgen statt des sogenannten Schülerzugs, der um 6.49 Uhr in Burgheim in Richtung Rain/Donauwörth startet, Busse als Ersatz. Auch ein „Expressbus“ wird um diese Zeit eingesetzt. Er nimmt in Rain die Anschlüsse aus den Zubringerbussen auf, fährt direkt nach Donauwörth und steuert dort die Realschulen sowie das Gymnasium an.

Dies hat dem Vernehmen nach am ersten Schultag geklappt. Den Heimweg treten die Schüler aus dem Lechgebiet ebenfalls per Bus an, weil auch der Zug am frühen Nachmittag gestrichen ist.

Zugausfälle bei Agilis voraussichtlich bis 28. September

Am Montag und Dienstag verkündete Agilis weitere Zugausfälle, die voraussichtlich bis einschließlich Freitag, 28. September, gelten. Betroffen davon sind unter anderem am Nachmittag die Verbindungen ag84283 von Ulm nach Donauwörth und ag84256 von Donauwörth nach Ulm. Das Unternehmen bietet als Alternative an, einen Teil der Strecke mit einem Ersatzbus zurückzulegen und den restlichen Weg mit einem anderen Zug.

Fahrgäste müssen bis auf Weiteres Einschränkungen in Kauf nehmen und einige Pendler sind gezwungen, auf das Auto umzusteigen. Mancher Schüler aus dem südlichen Donau-Ries-Kreis, der eine Schule in Dillingen besucht, wird in den nächsten Wochen nachmittags möglicherweise erst später heimkommen. „Ich finde das unmöglich“, ärgert sich eine Mutter aus dem Lechgebiet.

Agilis bemüht sich nach eigenen Angaben, die Personalprobleme mit einer innerbetrieblichen Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer ein Stück weit in den Griff zu bekommen. Trotz finanzieller Anreize werde es aber „immer schwieriger, geeignetes Fahrpersonal zu finden“. Die Folge sei, dass die personellen Kapazitäten „zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen ausgeschöpft sind“. Man sei bemüht, möglichst schnell den vollen Betrieb wieder herzustellen.

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