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Schießsport

13.06.2019

Tapfheimer schießen mit Pfeil und Blasrohr

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6 Bilder
Begeisterte Blasrohrschützen bei Hubertus Tapfheim: (von links) Theresa Stephan, Jennifer Ackin, Aylin Ackin, Corinna Walda, Andreas Walda, Marco Dietrich, Samuel Petzold und Andreas Hach.

Hubertus Tapfheim bietet das Blasrohrschießen an. Wie diese Disziplin funktioniert und warum sie auch für Kinder und Menschen mit Handicap gut geeignet ist.

Dreimal pro Woche gehen Schützen an den Schießstand bei Hubertus Tapfheim, die weder Gewehr noch Pistole im Gepäck haben – sie schießen mit Blasrohren.

Seit einiger Zeit bietet der Verein diese Sportart an. Trainer Andreas Walda erklärt, wie die Hubertusschützen darauf aufmerksam wurden: „Vergangenes Jahr beim Gaujugendschießen in Monheim wurde das Blasrohrschießen als Pausenfüller gezeigt. Dann haben wir es gaudihalber ausprobiert, fuhren dazu zum Turnier nach München. Wir wollten uns das erst einmal anschauen und uns informieren. Doch dann haben wir dort gleich zwei Blasrohre gekauft.“ Im Januar fuhren dann fünf Hubertus-Schützen zu ihrem ersten Turnier, bei ihrem zweiten Wettkampf waren es dann schon neun. Heute kommen bis zu 15 Leute regelmäßig ins Training.

Bereits Kinder dürfen mit dem Blasrohr schießen

Stellvertretender Vereinsvorsitzender Daniel Fietz sieht das sehr positiv. „Diese Entwicklung freut uns alle, das generiert Mitglieder. Es ist schon schwierig, die Jugend für den Schießsport zu begeistern. Etwa die Hälfte der Blasrohrschützen haben wir nur durch die neue Disziplin im Verein“, erklärt er. Der Vorteil am Blasrohrschießen – vor allem was die Nachwuchsarbeit betrifft – sei, dass den Sport bereits Kinder ausüben dürfen. Etwa mit dem Luftgewehr dürfen diese erst ab zwölf Jahren schießen (ab zehn Jahren mit Ausnahmegenehmigung).

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Die Rohre sind für die Nachwuchsschützen etwas kürzer als bei Erwachsenen, die Pfeile dafür länger, damit keine Gefahr besteht, sie aus Versehen zu Verschlucken. Bei den Blasrohren gibt es verschiedene Varianten. Günstige Modelle oder „Spielzeuge“ wie Andreas Walda sie nennt, gibt es mit Pfeilen und Zielschiebe bereits ab elf Euro. Hochwertige Blasrohre mit Gewinde und Carbonpfeilen kosten da schon etwa 150 Euro und mehr. Die Blasrohre haben eine Länge von etwa eineinhalb Metern, bei Turnieren ist eine Länge zwischen 1,20 und 1,60 Metern zugelassen. Die richtige Technik beherrsche man laut Walda sehr schnell. „Wie beim Kirschkernspucken“, lautet sein Tipp für das richtige Formen von Mund und Lippen bei den ersten Schussversuchen.

Training für Lunge und Bauchmuskeln

Doch nicht nur für Kinder sei der Sport bestens geeignet, wie Walda erläutert: „Der Sport trainiert die Lunge ganz hervorragend. Meine Tochter etwa ist in Behandlung wegen Asthma und bei ihr klappt das Schießen sehr gut. Es ist außerdem ein gutes Bauchmuskeltraining und fördert die Konzentrationsfähigkeit.“ Außerdem sei die Disziplin auch für Menschen mit Handicap gut geeignet. Etwa für Rollstuhlfahrer, da Helfer zulässig sind, die ihnen die Pfeile einlegen.

Was den Blasrohrschützen bei Hubertus Tapfheim ebenfalls gut an ihrer Sportart gefällt: Sie können sie drinnen und draußen ausüben und demonstrieren gerne, wie das geht. Hinter dem Schützenheim haben sie einen 3D-Parcours aufgebaut mit Gummitieren, auf denen Zielscheiben aufgemalt sind. Wie beim 3D-Bogenschießen gilt es auch hier, die Ziele genau zu treffen – und das gelingt auch schon den jüngsten Tapfheimer Schützen ganz gut.

Noch ist der Sport in Schwaben relativ unbekannt, „er wird auch noch von vielen belächelt“, sagt Walda und fügt hinzu: „Man sollte den Sport als Bereicherung sehen!“ In Franken etwa sei das Blasrohrschießen deutlich etablierter, hier gebe es auch mehr Turniere.

Im August steht für die Tafpheimer in München ein 3D-Turnier auf dem Programm bevor Mitte September der erste Weltcup stattfindet. Dort werden rund 450 Teilnehmer erwartet.

Training: Die Blasrohrschützen von Hubertus Tapfheim trainieren im Sommer immer am Dienstag, Mittwoch und Freitag ab 18 Uhr und im Winter am Mittwoch.

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