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Landesausstellung

12.12.2019

Auf den Spuren der Wittelsbacher durch den Landkreis Aichach-Friedberg

Zur Landesausstellung hat der Verleger und Autor Martin Kluger einen Reiseführer für das Wittelsbacher Land geschrieben.
Bild: Context Verlag

Zur Landesausstellung ist ein neuer Reiseführer erschienen, der Weltgeschichte und Lokalhistorie vereint.

Das hatte sich Martin Kluger anders vorgestellt. Ein bisschen Friedberger Schloss, eine Spur Burgkirche in Oberwittelsbach und dann noch die Türme und Tore von Aichach – fertig wäre der geplante Reiseführer zur Landesausstellung 2020. Doch je tiefer der Autor und Verlagsmanager in das Thema einstieg, umso mehr fand er heraus, wie stark der heutigen Landkreis Aichach-Friedberg durch die Wittelsbacher geprägt wurde. „Das war wie ein Schneeballsystem“, sagt Kluger. Und so schwoll das Buch mit dem Titel „Morde, Macht und Mythos“ auf fast 168 Seiten mit 144 Fotos und sechs Karten an. Jetzt wurde es in passendem Rahmen, nämlich im Herzogin-Christina-Zimmer im Wittelsbacher Schloss öffentlich präsentiert.

Kluger, der seit über 20 Jahren mit seiner Agentur die Werbung für die Regio Augsburg Tourismus GmbH besorgt, kam als Seiteneinsteiger zum Bücherschreiben. 2005 veröffentlichte er den Band „Die Fugger im goldenen Augsburg der Renaissance. Denkmäler erzählen“.

Ideengeber für Augsburgs Bewerbung als Weltkulturerbe

In der Folge forschte er über Augsburgs historische Wasserversorgung, was nicht nur in einem prächtigen Bildband, sondern auch in die erfolgreiche Bewerbung als Weltkulturerbe mündete. Im Vorfeld der Landesausstellung traten schließlich Tourismusdirektor Götz Beck und Johannes Hintersberger, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Region Augsburg, mit der Idee dieses Reiseführers an ihn heran.

Auf den Spuren der Wittelsbacher durch den Landkreis Aichach-Friedberg
Martin Kluger war auch Motor der Augsburger Bewerbung als Weltkulturerbe.
Bild: Andreas Baumer

Kluger beschreibt darin den Aufstieg der Wittelsbacher vom übel beleumundeten Landadel zu einem der wichtigsten europäischen Herrscherhäuser.

Geschichte der Wittelsbacher ist wie ein Krimi

„Das ist spannend wie ein Krimi“, sagt er über die Geschichte des Adelsgeschlechts, das diverse Morde zu verantworten hatte, als Wegelagerer gebrandmarkt war, in Kirchenbann lag – und doch die Geschicke eines ganzen Kontinents über Jahrhunderte hinweg mitbestimmte.

Den großen historischen Bogen bricht er herunter auf das Lokale, beschreibt, wie die Wittelsbacher durch Heirat zu ihren weißblauen Rauten kamen, die heute das Friedberger Rathaus zieren. Oder wie im Streit der Wittelsbacher mit Augsburg reihenweise Dörfer entlang des Lechrains niedergebrannt wurden. Im zweiten Teil des Buches erzählt Martin Kluger von den Erinnerungsorten und Denkmälern der Wittelsbacher im Landkreis.

Neun Stationen im Wittelsbacher Land

Neun Stationen empfiehlt er seinen Lesern – neben den weithin bekannten Bauwerken in Aichach und Friedberg auch ein Fresko in der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Inchenhofen, die Kapelle St. Anna in Merching oder das barocke Jagdschlösschen von Herzog Max in Rapperzell bei Schiltberg. Und schließlich spürt der Autor unter der Überschrift „Spuren, Silber und sieben Skandale“ dem Wirken der Wittelsbacher in der Nachbarstadt Augsburg nach.

Dass die Landesausstellung über die Städtegründungen der Wittelsbacher ein ganz besonderes Ereignis für den Landkreis sein werde, betonte Landrat Klaus Metzger bei der Buchvorstellung. Johannes Hintersberger erhofft sich als Vorsitzender des Verkehrsvereins eine Leuchtturmfunktion nicht nur für Aichach-Friedberg, sondern für die Region und ganz Bayern.

„Morde, Macht und Mythos“ von Martin Kluger ist im Context Verlag Augsburg-Nürnberg erschienen. Es kostet 9,80 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas Goßner Das Wittelsbacher Land aus neuem Blickwinkel

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