1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. B300-Anlieger fühlen sich benachteiligt

Verkehr in Friedberg

11.05.2016

B300-Anlieger fühlen sich benachteiligt

Vergeblich fordern die B300-Anlieger den Bau der Nordumgehung.
Bild: Andreas Schmidt (Archiv)

Warum steht die Nordumgehung nicht im vordringlichen Bedarf? Der Bundestagsabgeordnete Durz sagt, dass Friedberg auch von der Osttangente profitiert.

Die Befürworter der Friedberger Nordumgehung lassen nicht locker. Dass es das Projekt im Referentenentwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan nicht in die höchste Dringlichkeitsstufe geschafft hat, sorgt bei der Interessensgemeinschaft der B300-Anlieger für Ärger und Unverständnis. Ihr Sprecher Karl Ketterl hat sich deswegen die Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz (CSU) und Gabriele Fograscher (SPD) gewandt und verlangt Aufklärung.

Wie berichtet ist die Nordumgehung im Bundesverkehrswegeplan derzeit nur als weiterer Bedarf mit Planungsrecht versehen. Das heißt, dass es innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnten kaum eine Chance auf Verwirklichung gibt. Denn zunächst müssen einmal all die Vorhaben finanziert werden, die als vordringlicher Bedarf aufgelistet sind. Wie etwa die Augsburger Osttangente, für die sich zahlreiche Politiker aus der ganzen Region starkmachen. BI-Sprecher Ketterl und seine Mitstreiter kämpfen hingegen schon seit Langem erfolglos für den Bau einer Umgehung, die vom Oberzeller Berg aus zwischen Friedberg und Wulfertshausen hindurch zur Lechleite und weiter an die Stadtgrenze von Augsburg führen soll.

„Niemand erwartet von einem Balkanstaat oder von einem arabischen Staat soziale Verantwortung oder eine Regierung, in der die Menschen gerecht behandelt werden“, findet Ketterl. Für ihn drängt sich mit Blick auf den BVWP aber die Frage auf, ob in Deutschland nicht ebenso geschummelt und gelogen wird. Anlass dazu geben die Bewertungsmaßstäbe für die einzelnen Projekte im Entwurf des Investitionsprogramms.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Beim Kosten-Nutzen-Verhältnis wird die Osttangente mit 6,1 bewertet, die Nordumgehung hingegen mit 16,1.

Die Umweltbetroffenheit ist bei der Osttangente hoch, bei der Nordumgehung jedoch gering.

Für die Osttangente wird eine mittlere Verkehrsbelastung von 21000 Fahrzeugen prognostiziert, für die Nordumgehung von 15000.

„Bei der Gegenüberstellung der beiden Projekte hat die Nordumgehung somit wesentlich bessere Ergebnisse als die Osttangente“, folgert Ketterl und fragt, wie es dann zu der so gegensätzlichen Einordnung kommen konnte. Zumal sich nach den Worten des CSU-Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko derzeit abzeichnet, dass von der Osttangente zunächst nur die Umgehung von Kissing und Mering-St. Afra kommt und die weiteren Abschnitte von Derching bis Kissing und von Mering bis Königsbrunn deutlich später oder eventuell gar nicht folgen.

„Wir Bürger wollen ein gerechtes und nachvollziehbares Verfahren“, kritisiert BI-Sprecher Ketterl. Er erinnert daran, dass die B300-Anlieger bereits im Dezember 1200 Unterschriften für den Bau der Nordumgehung an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann übergeben haben; bis heute sei die Zahl der Unterstützer noch einmal gestiegen.

Eine Antwort auf seine Frage habe er bislang weder vom CSU-Abgeordneten Durz noch von der SPD-Politikerin Fograscher erhalten, bedauert Ketterl. Gegenüber unserer Zeitung erläuterte Durz, dass der Kosten-Nutzen-Faktor nur eines der Beurteilungskriterien sei. Auch sei wegen der längeren Strecke die Umweltbetroffenheit bei der Osttangente automatisch höher als bei der Nordumfahrung. Die Gewichtung werde im Ministerium vorgenommen.

Durz ist außerdem zuversichtlich, dass der erste und der dritte Abschnitt der Osttangente, also der vierspurige Ausbau der Kreisstraße AIC25 zwischen Derching und Friedberg sowie die Umgehung von Kissing und Mering-St. Afra höchste Priorität erhalten. Damit lasse sich die bisherige B300 abstufen und so auch die Situation in Friedberg lösen.

„Wir sind dabei, dass wir diese beiden Maßnahmen als erste umsetzen, und zwar möglichst zeitgleich“, berichtet der Abgeordnete von den Gesprächen, die derzeit hinter den Kulissen in Berlin laufen: „In ein paar Wochen können wir mehr sagen.“ Noch vor der Sommerpause soll der neue Bundesverkehrswegeplan vom Kabinett verabschiedet werden. "Augsburg-Teil Seite xx

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20stecker.tif

Päpstlicher Orden für Johann Stecker

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen