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Aichach-Friedberg

30.12.2010

Brücke zwischen AVV und MVV wackelt

Brücke zwischen AVV und MVV wackelt

Bis Februar 2012 haben Pendler aus dem Raum Adelzhausen, Sielenbach und Odelzhausen noch einen direkten Anschluss mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach München-Pasing. Danach müssen sie vermutlich wieder auf eigene Faust in die Landeshauptstadt fahren. Es sei denn, auf der Buslinie 251 von Sielenbach nach Odelzhausen geschieht noch ein kleines Wunder. Von Nicole Simüller

Aichach-Friedberg Bis Februar 2012 haben Pendler aus dem Raum Adelzhausen, Sielenbach und Odelzhausen noch einen direkten Anschluss mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach München-Pasing. Danach müssen sie vermutlich wieder auf eigene Faust in die Landeshauptstadt fahren. Es sei denn, auf der Buslinie 251 von Sielenbach nach Odelzhausen geschieht noch ein kleines Wunder.

Seit September ist sie in Betrieb. Nur vier bis sieben Passagiere transportieren die Busse täglich nach Odelzhausen und zurück. Das hat laut Karl-Heinz Heiss, Sprecher des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV), eine neue Analyse ergeben. Oft fährt der Bus sogar leer. Bleibt das so, bricht die Brücke zwischen AVV und MVV zum Ende des Probebetriebs im Februar 2012 zusammen.

Adelzhausens Bürgermeister Lorenz Braun sagt: "Ich bin sehr enttäuscht. Das Geschrei nach dem Bus war so groß und jetzt wird er nicht angenommen." Eine dicke Mappe hat er bei sich zu Hause liegen. Darin die schriftlichen Bekundungen der Adelzhausener, dass und zu welchen Fahrzeiten sie den Bus nutzen würden. Vor allem die Gemeinderäte Lydia Konrad und Wolfgang Schroll waren mit den Fragebögen von Haus zu Haus gelaufen.

Brücke zwischen AVV und MVV wackelt

Deshalb hält Braun nichts von einer weiteren Werbekampagne. Bei der Bürgerversammlung Ende November hatte er erneut auf die Linie 251 hingewiesen. Ebenso Sielenbachs Rathauschef Martin Echter bei seiner Bürgerversammlung. Im Sielenbacher Gemeindeblatt wurde der Fahrplan noch mal veröffentlicht.

Doch auch zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember blieb die erhoffte Trendwende aus. Über die bisherigen Lehrlinge und Gelegenheitsfahrer hinaus hat der schnelle Wintereinbruch nach Auskunft des Sielenbacher Busunternehmers Peter Ankner nur für vereinzelt mehr Passagiere gesorgt. Und das, obwohl die Anschlüsse laut Heiss funktionieren. Wenn es von München nach Odelzhausen Verspätungen gebe, warte der Bus sogar. Weder Reklamationen noch Wünsche nach anderen Fahrzeiten hat Heiss erhalten. Der Adelzhausener und der Sielenbacher Bürgermeister denken darüber nach, die Stadt Aichach an Bord zu holen. Lorenz Braun könnte sich vorstellen, demnächst in kleiner Runde darüber zu sprechen. Martin Echter vermutet gar großes Fahrgastpotenzial im Aichacher Raum. Er sagt: "Ich meine, die Linie wäre gerettet, wenn sie bis Aichach verlängert wird."

Umfrage unter den Bürgern nicht ausgeschlossen

AVV-Sprecher Heiss gab gestern keine Stellungnahme zu diesen Überlegungen ab. Diese seien beim AVV noch nicht bekannt. Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann äußerte sich gestern eher skeptisch. Er will eine Umfrage unter den Bürgern zwar nicht ausschließen. Doch er verweist auf die Efinger-Buslinie von Aichach nach München, die vor genau zehn Jahren mangels Fahrgästen eingestellt werden musste.

Habermann: "Heute haben die Leute Gleitzeit, die A 8 ist ausgebaut und wer nach München will, kann nach Altomünster fahren und von dort mit der S-Bahn nach München rein." Dazu kommt der vor einem Jahr eingeführte Regio-Schienen-Takt auf der Paartalbahn. Er bringt die Fahrgäste nach Hochzoll, wo sie in den Zug nach München umsteigen können. Eine Verlängerung nach Aichach würde die Buslinie 251 zudem weiter verteuern. Schon jetzt stecken der Landkreis und die beteiligten Gemeinden viel Geld in den Bus (siehe Infoartikel).

Sielenbachs Bürgermeister sagt: "Ich habe mir von Anfang an nicht so viel Hoffnung gemacht." Mehr aus Solidarität mit der Nachbargemeinde habe man sich beteiligt. Dort hofft Bürgermeister Braun, der selbst noch nie mit dem Bus gefahren ist, weiter: "Die Leute brauchen Zeit, bis sie sich umstellen."

Busunternehmer Peter Ankner verweist auf die Erfahrungen mit einem zusätzlichen Kurs zwischen Klingen (Aichach) und Dasing, der im vergangenen Jahr eingeführt worden war. Nur bis zu fünf Leute seien im ersten Jahr mitgefahren, so Ankner. Erst seit dem neuen Ausbildungsjahr säßen zwölf bis 16 Fahrgäste an Bord. Ankner: "Manchmal dauert es einfach, bis so was durchsickert."

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