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Unterhaltung in Friedberg

27.07.2017

Ein „Winter-Wonderland“ am See?

Chris Kolonko - hier in seinem Programm "Marlene - The Concert of her Life" in der Stadthalle Gersthofen - will mit einem Spiegelzelt an den Friedberger See kommen.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Travestiekünstler Chris Kolonko möchte mit einem Spiegelzelt nach Friedberg kommen. Im Stadtrat zeichnet sich deswegen ein Streit ab.

Schlagertage, Südufer-Festival, Partybetrieb im ehemaligen Tropicana und künftig auch noch ein „Winter-Wonderland“? Der Travestiekünstler Chris Kolonko will im Winter 2018/19 mit einem Spiegelzelt an der Friedberger See kommen und sorgt damit für kontroverse Diskussionen im Stadtrat. Am Donnerstag (19 Uhr, Rathaussaal) steht das Thema auf der Tagesordnung – bislang allerdings im nichtöffentlichen Teil.

Der in Augsburg geborene und in München lebende Chris Kolonko ist international gefragt. Er tritt auf Kreuzfahrtschiffen und in Palazzo-Produktionen auf und gastierte über einen längeren Zeitraum mit seinem Winter-Wonderland im Gögginger Parktheater. Großen Zuspruch in der Region fand er zuletzt mit seinen eigenen Programmen „Viva Las Vegas“und „The Concert of her Life“ über Marlene Dietrich.

Bereits einmal haben sich die Stadträte mit dem Antrag Kolonkos beschäftigt. Dabei erhielt die Verwaltung den Auftrag, die baurechtlichen und finanziellen Aspekte zu prüfen. Für einen Betrieb in den Wintermonaten werde es nämlich nicht reichen, einfach eine Wiese zur Verfügung zu stellen, wie es für das Zelt bei den Schlagertagen im Mai der Fall war. Die Fläche, so die Stadträte, müsse wohl befestigt und mit Anschlüssen für Wasser, Kanal und Strom ausgestattet werden. Dafür seien zudem nicht unerhebliche Aufwendungen zu erwarten.

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Nun schlägt Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) unter anderem vor, einen Bebauungsplan gleich für den gesamten See und die angrenzenden Flächen zu erarbeiten. Für Verstimmung im Stadtrat sorgt, dass es dazu keinen Auftrag gab; die nicht vom Baureferat, sondern vom Bürgermeister selbst erarbeitete Beschlussvorlage sei „äußerst mau“, heißt es aus dem Gremium. Zudem wisse man ja aus den Erfahrungen der Vergangenheit, dass ein umfassender Bebauungsplan für dieses Gebiet nicht hinhaue. Bekanntlich ist die Stadt vor dem Verwaltungsgericht mit dem Versuch gescheitert, die Friedberger Au als Naherholungsgebiet zu sichern.

Hitzige Diskussionen gab es außerdem am Dienstag im Ältestenrat über die Frage, ob das Thema hinter verschlossenen Türen behandelt werden soll, wie es der Bürgermeister will. Für die Grünen kündigte Claudia Eser–Schuberth bereits an, eine öffentliche Diskussion zu beantragen. Unterstützung dafür signalisierte CSU-Fraktionschef Thomas Kleist.

In der Sache selbst gibt es im Stadtrat noch kein klares Meinungsbild. „Das sind mir zu viele Kommerzveranstaltungen“, sagte Eser-Schuberth. Sie fürchtet, dass noch weitere Events nachkommen werden. Bei der SPD gebe es keine einheitliche Stimmungslage, sagte der Fraktionsvorsitzende Roland Fuchs (SPD). Für ihn steht aber fest: „Wenn man das da unten zu einer Dauerveranstaltung machen will, muss man das rechtlich regeln.“ Fuchs hat Zweifel, ob das überhaupt machbar ist. Ähnlich sieht man es bei der CSU. „Wir können uns nicht vorstellen, dass das ohne Bauleitplanung möglich ist“, sagt Thomas Kleist.

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