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Friedberg

26.02.2020

Faschingsdienstag in Friedberg: Polizei im Großeinsatz

Die Friedberger Polizei hatte ihr Aufgebot für den Fasching erhöht. Dabei erhielten sie Unterstützung vom Einsatzzug in Augsburg und der Bereitschaftspolizei Königsbrunn.
Bild: Alexander Kaya/Symbolfoto

Plus Sicherheitskräfte, Stadt und Jugendclub sind zufrieden mit dem Faschingsdienstag in Friedberg. Nach einer Schlägerei unter Jugendlichen läuft die Fahndung.

Das Attentat in Hessen , bei dem ein 29-Jähriger mit dem Auto in einen Rosenmontagszug gefahren war, hatte auch Auswirkungen auf den Familienfasching in Friedberg. Die Friedberger Polizei erhielt vorsichtshalber Unterstützung vom Einsatzzug in Augsburg und der Bereitschaftspolizei Königsbrunn. Auch mehrere Beamte in Zivil waren unterwegs.

Der Friedberger Polizeichef Alexander Wagenpfeil zieht eine positive Bilanz des Umzugs mit über 40 Gruppen und 7000 Zuschauern. Allerdings seien trotz des Verbots von starkem Alkohol bereits am frühen Nachmittag die ersten Betrunkenen unterwegs gewesen, ein Briefkasten in der Ludwigstraße wurde beschädigt. Abends spitzte die Lage sich dann zu: In der Aichacher Straße wurde ein 16-Jähriger niedergeschlagen.

Schlägerei unter Jugendlichen in Friedberg: Polizei sucht Täter

Der Faschingsumzug in Friedberg brachte 44 Gruppen auf die Straßen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Er hatte ein junges Mädchen verteidigt, dass mit Freundinnen unterwegs war. Zeugenaussagen zufolge hatte eine Gruppe junger Männer das Mädchen belästigt, der junge Mann ging dazwischen. Außer ihm seien auch Mädchen aus der Gruppe Jugendlicher heraus massiv angegangen und mit Fäusten attackiert worden. Anschließend flüchteten die Täter. Der 16-Jährige wurde zur Untersuchung und Wundversorgung vorsichtshalber in das Krankenhaus gebracht.

Die Polizei (Tel. 0821/323-1710) sucht nun Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können. Offenbar ist die Rekonstruktion des Tathergangs auch deshalb schwierig, weil alle Beteiligten betrunken waren. Von den Tätern liegt derzeit nur eine vage Beschreibung der Bekleidung vor: Einige trugen auffällige Schuhe der Marke Nike und weiße Langarm-T-Shirts. Ein Tatverdächtiger konnte im Lauf des Abends ermittelt werden, leugnet jedoch die Tatbeteiligung.

Auch auf der Tiefgaragenparty war die Polizei im Einsatz. Mehrere Besucher waren so betrunken, dass die Kräfte des Security-Dienstes sie von der Veranstaltung ausschlossen. Weil diese das nicht akzeptieren wollten, mussten die Beamten Platzverweise erteilen. Gemeldet wurden außerdem der Diebstahl eines Geldbeutels und eine weitere Schlägerei. Ein 19-Jähriger und eine 18-Jährige gerieten in Streit, der junge Mann beleidigte und schlug die junge Frau. Auch wurden nach der Party einige junge Leute „vermisst“, die dann aber letztlich wieder auftauchten.

Der Jugendclub Friedberg lud zum Kehraus in die Garage West.
27 Bilder
Die Tiefgaragenparty in Friedberg
Bild: Anja Dondl

Der Friedberger Jugendclub zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit der ausverkauften Tiega-Party, die in diesem Jahr zum zweiten Mal seit 2012 wieder eine Cocktailbar hatte. Neu waren die „Leberkäsbar“ und der Ausschank von gratis Mineralwasser, berichteten Vorsitzender Markus Hupfauer und Pressewart Luca Aschenbrenner. Für Jugendschutz, Sicherheit und Alkoholausschank gab es genaue Konzepte; die Vereinsmitglieder stecken viel Arbeit in die Vorbereitungen.

Die Tiefgaragenparty des Jugendclubs Friedberg war ausverkauft.
Bild: Anja Dondl


Positive Resonanz kam von den Gästen. Nemi, 22 Jahre alt, gefällt die Party ziemlich gut und Lena und Hannah, beide 16 Jahre, sind sogar schon seit Einlassbeginn da. Nico und André, 20 und 24 Jahre alt, genießen es, dass in Friedberg auch für junge Leute einmal etwas geboten ist. Lob erhielt der Jugendclub auch von Bürgermeister Roland Eichmann. Die Organisation sei professionell abgewickelt worden.

So sieht die Stadt Friedberg den Familienfasching

Eichmann sieht die Stadt mit ihrem familienfreundlichen Umzug auf einem guten Kurs: „Es war ein fantastischer Faschingsdienstag “, so der Bürgermeister, der als Zorro beim Umzug dabei war. Er freut sich über die vielen kreativen Fußgruppen. Auch das Lautstärke-Limit funktionierte gut. Laut Kulturamtsleiter Frank Büschel gab es nur einen Ausreißer. „Der Wagengruppe wird der Zuschuss empfindlich gekürzt.“

Friedberger Faschingsumzug: Tausende Zuschauer säumten die Straßen der Innenstadt und bewunderten den Zug mit 44 Gruppen.
99 Bilder
Friedberg feiert Fasching - der Umzug in der Bildergalerie
Bild: Klaus Rainer Krieger

Bei Wind und Regen kamen 7.000 Zuschauer nach Friedberg. Zu erkennen ist, dass der Anteil an Familien mit kleinen Kindern wächst. Büschel dazu: „Auch wenn der Umzug vor zehn Jahren deutlich mehr Besucher hatte, sind 7.000 eine stolze Zahl. Solange das so bleibt, werte ich das als Signal und einen Auftrag der Bürger an die Stadt, an dieser schönen Tradition festzuhalten.“ Das städtische Budget für Faschingsdienstag liegt bei 60.000 Euro. 35.000 Euro sind Sachkosten, der Rest Personal, insbesondere für Bauhof und Fuhrpark.

Lesen Sie auch den Kommentar: Lohnt sich das viele Geld für den Friedberger Fasching?

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