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Mobilität

31.01.2019

Friedberg – ein Markt für Carsharing?

Vom Cityflitzer bis zum Lieferwagen reicht die Fahrzeugpalette der Stadtwerke Augsburg. Mit ihrem Carsharing-Angebot wollen sie jetzt auch in Friedberg Fuß fassen.

Stadtwerke Augsburg wollen ihr Angebot auch östlich des Lechs etablieren. Weil sich das finanziell noch nicht rechnet, stellen sie konkrete Anforderungen.

Die Stadtwerke Augsburg möchten ihr Carsharing auf Friedberg ausweiten. Eine Offerte, die im Bauausschuss des Stadtrats auf einhellige Zustimmung stieß. Angedacht sind dabei Standorte für jeweils zwei Fahrzeuge im Umfeld der Herrgottsruhstraße, am Rothenberg und in Friedberg-Süd. Bis zum Start sind aber noch weitere Gespräche nötig, kündigt Jürgen Biedermann von den Stadtwerken auf Nachfrage unserer Zeitung an.

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Biedermann leitet den Geschäftsbereich Carsharing, auf dem die Stadtwerke seit knapp drei Jahren aktiv sind. Inzwischen gibt es in Augsburg selbst sowie in Gersthofen und Neusäß 61 Standorte mit 145 Fahrzeugen – vom Elektroauto bis zum Lieferwagen. Da zurzeit noch viel investiert werden muss, ist damit kein Geld verdient. Langfristig strebe man aber eine schwarze Null an, berichtet Biedermann.

Auch in Friedberg gibt es Kunden

Auch in Friedberg gibt es mittlerweile 33 Kunden, die sich laut Biedermann für ein Mietwagenangebot vor Ort interessieren. Angesichts dieser Nachfrage haben die Stadtwerke im Friedberger Rathaus nach geeigneten Plätzen angeklopft. Seit September 2018 haben Kommunen die Möglichkeit, geeignete Flächen auszuweisen und dort Sondernutzungen für Carsharing festzulegen. Um diese Flächen einem bestimmten Anbieter zuweisen zu können, ist allerdings ein transparentes öffentliches Auswahlverfahren nötig, vor dem die Stadt wegen des Aufwands momentan noch zurückscheut. Die Parkplätze könnten somit nur allgemein als Carsharing-Flächen gekennzeichnet werden.

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Das jedoch ist den Stadtwerken Augsburg zu wenig. „Dann darf dann jeder andere auch drauf und unsere Kunden können nicht mehr zu den Standorten zurückkehren“, erklärt Jürgen Biedermann: „Wir brauchen exklusive Parkplätze.“ Er bedauert darum, dass er nicht zu der Sitzung des Bauausschusses eingeladen war und den Stadträten weitere Erläuterungen geben konnte.

Wenn es keine für sie reservierten öffentlichen Stellplätze gibt, hoffen die Stadtwerke auf private Flächen, für die sie ortsübliche Mieten zu zahlen bereit sind. Die können der Stadt oder auch Privatleuten gehören. Wichtig ist, dass dort zwei Pkw abgestellt werden können, die Flächen hell, einsehbar, befestigt und 24 Stunden am Tag zugänglich sind.

Hinein in die Friedberger Wohngebiete

In Friedberg-Süd könnte das auf dem Bauhofgelände eingerichtet werden, im Zentrum will die Stadt Plätze in der Garage Ost anbieten. Am Rothenberg läuft die Suche nach geeigneten Ort in der Nähe des AWO-Heims. „Wir wollen in die Wohngebiete“, sagt Jürgen Biedermann. Denn Carsharing funktioniert dort am besten, wo der Parkdruck groß ist. Aus seiner Sicht ist auch Friedberg-West mit dem Anschluss an das Bus- und Straßenbahnnetz geeignet.

Als weiteren Wunsch formuliert Biedermann, dass auch die Stadt Friedberg oder eine Tochtergesellschaft in die Verantwortung gehen und Kunde des Carsharing-Modells werden. Neben der Vorbildfunktion und einer Signalwirkung nach außen hat dieses Anliegen auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Die Stadtwerke brauchen einen Ankermieter, der von Montag bis Freitag tagsüber für eine Auslastung sorgt. Die privaten Kunden buchen nämlich meist am Wochenende oder am Feierabend.

Auto Loder bald auch in Mering

Bislang ist nur das Kissinger Autohaus Loder gemeinsam mit der Bahntochter Flinkster in Friedberg mit einem solchen Angebot vertreten. Das Interesse der Kunden schwanke stark, berichtet Geschäftsführer Peer Beier: „Es reicht von drei bis vier Vermietungen pro Monat bis zu 21.“ Rentabel ist das Modell nach seinen Worten noch nicht, gleichwohl will die Firma Loder nach Friedberg und Kissing das Angebot auf Mering ausdehnen. Ab Mai soll es Carsharing am Bahnhof der Marktgemeinde geben. Die Konkurrenz durch die Stadtwerke sieht Beier gelassen, denn seine Nutzer sind zum größten Teil Kunden des eigenen Autohauses oder von Flinkster, die vom Bahnhof aus mit dem Pkw weiterfahren.

„Wir sollten das weiterverfolgen“, sagte Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger). Claudia Eser-Schuberth (Grüne) kann sich darüber hinaus auch eine städtische Unterstützung für private Carsharing-Modelle vorstellen. 

Lesen Sie hierzu einen Erfahrungsbericht Das sagen die Nutzer zur Mobilflat der Stadtwerke

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