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Mering

26.06.2020

Knapper Wohnraum in Mering: Warum neu gebaute Häuser weiter leer stehen

Diese Häuser in der Hartwaldstraße stehen seit ihrer Fertigstellung 2016 leer. Eigentlich sollten hier längst Sozialwohnungen vermietet werden.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Als Flüchtlingsunterkunft werden die Gumpp-Häuser in Mering nicht mehr benötigt. Doch die Umwidmung zu Sozialwohnungen bleibt ein ungelöstes Problem.

Wohnraum ist in Mering knapp und teuer. Während die Menschen teils verzweifelt nach einer bezahlbaren Wohnung suchen, lässt der Freistaat in der Hartwaldstraße vier Neubauten leer stehen. Die schmucken Häuser waren auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle als Asylunterkunft errichtet worden und sind seit ihrer Fertigstellung 2016 noch nie bezogen worden. Das sorgt in der Marktgemeinde nur noch für Kopfschütteln.

Schon vor drei Jahren, als die Flüchtlingszahlen zurückgegangen waren, kam die Idee auf, in den Häusern Sozialwohnungen zu schaffen. In den vier Gebäuden gibt es jeweils vier Wohnungen mit etwa 52 Quadratmetern Wohnfläche. Die Wohnbau GmbH des Landkreises Aichach-Friedberg, deren Wartelisten trotz etlicher Neubauten im südlichen Landkreis lang sind, zeigte sich daran sofort interessiert.

Gumpp-Häuser in Mering: Es gibt Schwierigkeiten mit Innenministerium

Auch die Ausländerbehörde am Landratsamt, über die der Freistaat die Häuser 2017 auf eine Dauer von zehn Jahren angemietet hat, befürwortet die Umwidmung. Landrat Klaus Metzger macht sich ebenfalls mittlerweile seit Jahren dafür stark. Sogar Eigentümer Christian Gumpp, dem die Miete so oder so gewiss ist, arbeitet an einer Lösung mit.

Knapper Wohnraum in Mering: Warum neu gebaute Häuser weiter leer stehen

Doch trotz des vereinten guten Willens erweist sich das Vorhaben als ausgesprochen schwierig. Dem Landratsamt gelang es auch in mehreren Anläufen nicht, die mietrechtlichen Schwierigkeiten mit dem für den Fall zuständigen bayerischen Innenministerium zu lösen. Entsprechend stand das gesamte Vorhaben Anfang 2019 beinahe vor dem Aus. Es gab bereits Pläne, in der Hartwaldstraße doch noch Flüchtlinge unterzubringen, damit die Häuser wenigstens nicht weiter auf Staatskosten leer stehen.

Innenminister verspricht Sozialwohnungen in der Hartwaldstraße

In dieser Phase traf die Regierung von Schwaben – die ebenfalls bislang ungenutzte Räume an der Hörmannsberger Straße in Mering angemietet hatte – die Entscheidung, dort eine Außenstelle des überlasteten Donauwörther Ankerzentrums einzurichten. Diese Nachricht löste in Mering massive Ängste und Proteste aus. Es kam zu einem Krisengespräch mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.

Der Bayerischer Staatsminister Joachim Herrmann besuchte die Ankerdepedance in Mering
Bild: Peter Fastl

Dieser wiederum sicherte den Meringern als kleines Trostpflaster zu, dass zumindest in der Hartwaldstraße keine weiteren Flüchtlinge untergebracht werden, sondern das Innenministerium eine Lösung für die Sozialwohnungen finden werde. Dies solle schnell – in drei bis vier Wochen – erledigt sein, versprach Herrmann. Das war im März 2019.

Ein Jahr nach dem Versprechen: Häuser stehen immer noch leer

Heute, über ein Jahr später, stehen die Häuser immer noch leer. „Nach Außen hin ist die Situation unverändert, auch wenn intern natürlich einiges passiert ist“, sagt Wolfgang Müller, Sprecher am Landratsamt Aichach-Friedberg. Dabei hatte der Geschäftsführer der Kreiswohnbau, Robert Englmeier, noch im Januar gegenüber unserer Zeitung gesagt, die Gesellschaft stehe kurz vor Vertragsabschluss, und dass sie innerhalb der nächsten Monate anstelle des Freistaates in den Mietvertrag eintreten werde.

Doch diese Lösung hat sich offensichtlich doch wieder zerschlagen. „Bei der letzten Variante gab es wieder rechtliche Probleme“, erklärt Müller. Man arbeite deswegen seit einiger Zeit an einer neuen Idee. Ziel hierbei sei es immer noch, in den Gumpp-Häusern Sozialwohnungen anzubieten.

Beim neuen Konstrukt würde dies jedoch nicht über die Kreiswohnbau erfolgen. „Für uns sieht das jetzt nach einem gangbaren Weg aus – aber die Hoffnung hatten wir ja schon öfter“, fügt der Sprecher resigniert hinzu.

Diese neue Lösung werde derzeit im Innenministerium geprüft.

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