1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Kraftakt für Landesausstellung in Aichach und Friedberg

Landesausstellung 2020

06.11.2019

Kraftakt für Landesausstellung in Aichach und Friedberg

Das Dach ist drauf, die neue Fensterfront eingebaut: Rund eine Million Euro investiert die Stadt Friedberg in den Empfangsbereich für die Landesausstellung. 
Bild: Thomas Goßner

Plus Die Organisation rund um die Schau im nächsten Jahr fordert Landkreis und Stadtverwaltungen sowohl personell wie auch finanziell.

In Aichach war er seit seinem Amtsantritt bereits zweimal, nach Friedberg kommt er erstmals im kommenden Frühling: In seiner Eigenschaft als Ministerpräsident eröffnet Markus Söder am Dienstag, 28. April, die bayerische Landesausstellung. Während der Festakt für geladene Gäste in der Max-Kreitmayr-Halle von der Münchner Staatskanzlei organisiert wird, laufen die Fäden ansonsten im Landratsamt Aichach-Friedberg zusammen: Pressesprecher Wolfgang Müller verwendet inzwischen einen Großteil seiner Arbeitszeit für die Vorbereitung der historischen Schau, zu der im nächsten Jahr rund 100.000 Besucher erwartet werden. Für ihn und alle anderen Beteiligten wird das Event zum Kraftakt

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

„Stadt befreit“ lautet das Motto der Ausstellung, die sich in Friedberger und Aichach, also quasi an Originalschauplätzen, mit den Städtegründungen der Wittelsbacher beschäftigt. Während für die Präsentationen das Haus der Bayerischen Geschichte verantwortlich zeichnet, kümmert man sich im Landratsamt und in den beiden Stadtverwaltungen gemeinsam mit externen Fachleuten um Marketing und Rahmenprogramm, um Personal und Verkehrsanbindungen, um Hotelerie und Gastronomie.

Fachleute aus allen Behörden machen mit

In verschiedenen Teams werden die Themen unter der Federführung von Wolfgang Müller vorangetrieben. Landkreis und Städte setzen dabei auf vorhandenes Personal, die das Wittelsbacher Land und die Ansprechpartner gut kennen, etwa auf den Aichacher Stadtarchivar und Museumsleiter Christoph Lang, Petra Volles von der Friedberger Schlossverwaltung oder Volkshochschul-Chefin Susanne Gribl. „In Ettal hat man extra jemanden angestellt. Das hat nicht gut funktioniert“, berichtet Müller von den Erfahrungen, die dort im vergangenen Jahr gemacht wurden.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Inzwischen ist die Homepage zur Landesausstellung im Netz, die bereits einen Eindruck von der Veranstaltung liefert – und von der Arbeit, die dahintersteckt. Da laufen Abstimmungsgespräche mit den Sponsoren, die wie die LEW E-Bikes und Ladestationen zur Verfügung stellen, da werden die Chefs von Gasthäusern, Hotels und Pensionen bei Infoabenden an das Thema herangeführt, da gehen Schreiben an rund 800 Vereine aus dem ganzen Kreis, um für einen Besuch der Landesausstellung zu werben.

Bald gibt es einen Facebook-Auftritt für die Landesausstellung 2020

Die Ausstellung erhält in Kürze einen eigenen Facebook-Auftritt, und schließlich gilt es ein Rahmenprogramm vorzubereiten, das vom historischen Treiben auf dem Friedberger Marienplatz über einen „History Slam“ bis zur geführten Radltour zu den Spuren der Wittelsbacher im Landkreis-Norden reicht.

„Wir haben diese Komplexität und diesen Aufwand zunächst nicht erwartet“, gesteht Wolfgang Müller offen ein. In der Euphorie über die positiven Signal zur Bewerbung des Wittelsbacher Landes als Ausstellungsort spielten auch die Kosten des Projekts zunächst keine große Rolle. Klar war nur, dass Landkreis und die beiden Städte als Mitveranstalter mitbezahlen müssen.

Richard Loibl (links) und Peter Wolf vom Haus der Bayerischen Geschichte präsentieren das Kampagnenmotiv für die Landesausstellung 2020 im Wittelsbacher Schloss in Friedberg.

Inzwischen steht fest, dass es jeweils mindestens sechsstellige Beträge sein werden. In Aichach kostet die barrierefreie Umgestaltung des alten Feuerwehrhauses zum multimedialen Ausstellungsort rund 200.000 Euro – ohne die vorgesetzte Fassade, die eine historische Stadtsilhouette nachahmt.

Eine Million fürs Besucherzentrum in Friedberg

In Friedberg ist das Wittelsbacher Schloss nach der Sanierung zwar baulich und technisch perfekt vorbereitet. Allerdings muss die Stadt rund eine Million Euro investieren, um das Trinkl-Anwesen zum Besucherzentrum umzubauen.

Daneben fallen auch Personalkosten an: Fünf Mitarbeiter werden täglich während der gesamten Ausstellungsdauer für den Kassen- und Empfangsbereich benötigt, sechs weitere als Aufsicht im Schloss. Etwas geringer ist der Aufwand im Aichacher Feuerwehrhaus. Beim Reinigungspersonal springt die kreiseigene Servicegesellschaft Wittelsbacher Land ein.

Für Besucher gibt es viele Ermäßigungen

Auch wenn die Erlöse der Veranstaltung zwischen Landkreis, Aichach, Friedberg und dem Haus der Bayerischen Geschichte aufgeteilt werden – ein Geschäft wird die Landesausstellung auf kurze Sicht für keinen der Beteiligten. Denn auf den regulären Eintrittspreis von zwölf Euro gibt es zahlreiche Ermäßigungen: Schulklassen zahlen pro Kopf nur einen Euro, Gruppen ab 15 Personen neun und wer öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, muss einen Zehner hinblättern.

Daneben berechtigt die Eintrittskarte auch zum Besuch der Dauerausstellung des Museums im Wittelsbacher Schloss Friedberg, des Stadtmuseums und des Wittelsbachermuseums in Aichach, was den beiden Städten zusätzlich Einnahmeausfälle beschert. Wolfgang Müller ist aber überzeugt: „Das ist eine Investition in die Zukunft.“

Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas Goßner Manchmal weiß man besser nicht alles im Voraus

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren