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Energiewende

29.04.2015

Monstertrassen und Kissinger Leitungen

Karl-Heinz Brunner diskutierte intensiv mit den Kissingern.
Bild: Sebastian Richly

Bundestagsabgeordneter Karl-Heinz Brunner gibt Einblicke – eigentlich wäre er gar nicht gekommen

Wie kann die Energiewende gelingen? Wie sieht die zukünftige Energiepolitik Deutschlands aus und was unterscheidet die viel diskutierten Stromtrassen von den Leitungen in Kissing? Viele Fragen prasselten auf die Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Begegnungszentrum der AWO in Kissing ein. Mittendrin Karl-Heinz Brunner, SPD-Mitglied des Bundestags – der Vertreter des Kreises Neu-Ulm stellte sich den Bürgern und gab Einblicke in die Regierungsarbeit.

So war das aber nicht geplant. Eigentlich hätte Matthias Ilgen, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, ins Wittelsbacher Land kommen sollen. Neben der Podiumsdiskussion stand unter anderem der Besuch einer Biogas- und Solaranlage in Mering auf dem Programm. Aufgrund eines Trauerfalls musste Ilgen absagen. Brunner sprang spontan für die Diskussion ein.

Unterstützt wurde er dabei von der SPD-Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr. Auch die Wirtschaft war in Kissing vertreten. Markus Litpher, kaufmännischer Vorstand der Lechwerke (LEW), stand Rede und Antwort, ebenso wie der Leiter der IHK-Arbeitsgruppe Energie, Herbert Rauscher. Einig war sich das Expertenquartett, dass es nun an der Zeit sei, zu handeln. Karl-Heinz Brunner forderte, „wir brauchen jetzt ein deutschlandweites Stromnetz. Die Leitungen sind notwendig, solange es keine andere Lösung gibt.“ Simone Strohmayr stimmte ihm zu und betonte die Notwendigkeit eines Konzepts: „Ängste vor Eingriffen in die Landschaft, wie bei den Stromtrassen und Windkraftwerken gibt es immer. Diskussionen kommen da immer auf. Jetzt brauchen wir aber einen Plan für Bayern.“

Brennend interessierte das Publikum auch, wie es nach der Abschaltung der Kernkraftwerke im Jahr 2022 weitergehen wird. Genaue Prognosen seien laut Markus Litpher von der LEW schwierig. Zwei Stromtrassen, die die Energie vom Norden nach Bayern leiten würden, sollten den Bedarf aber abdecken. Die Menschen in Kissing wollten vor allem auch wissen, wie hoch die Stromtrassen über die Landschaft ragen. In Nordschwaben gibt es derzeit viele Proteste gegen die geplanten Trassen. „Wir in Kissing haben doch auch welche“, stellte ein Mann fest. Viel größer als die Leitungen in Kissing seien die sogenannten „Monstertrassen“ laut Herbert Rauscher von der IHK auch nicht. Nach über zwei Stunden waren alle Fragen der 25 Zuhörer beantwortet. Nur eine Frage blieb offen. Mit den neuesten Studien über den Infraschall, der von Windkraftwerken ausgehen soll, hatten sich die Experten bislang nicht beschäftigt.

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