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Friedberg

15.07.2020

Mutiert der Friedberger Bauhof zu einer "Straßenbaufirma"?

Der Friedberger Bauhof ist an allen Ecken und Enden im Einsatz, hier beim Aufstellen der Poller am Schloss.
Bild: Ute Krogull (Archiv)

Plus Stadträte kritisieren, die Mitarbeiter des Bauhofs von Friedberg würden überlastet. Bürgermeister Eichmann widerspricht.

Acht Straßen in Ottmaring, Stätzling und Wulfertshausen soll der Friedberger Baubetriebshof dieses Jahr reparieren – ursprünglich vorgesehen waren nur zwei, der Rest sollte an Firmen vergeben werden. Stadträte von CSU und Grünen gerieten wegen der Kehrtwende mit Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD) aneinander.

Stadträte: Straßenbautruppe wird zu Straßenbaufirma

Der Grund: Sie befürchten, dass der Bauhof durch diese Maßnahmen so überlastet werde, dass andere Aufgaben liegen blieben.

In der Tat hatte der Stadtrat vor einigen Jahren eine „Straßenbautruppe“ einrichten lassen. Diese soll kleinere Arbeiten ausführen, etwa Schlaglöcher reparieren. Dieser Trupp mutiere aber angesichts von Arbeiten, die insgesamt fast 300 000 Euro kosten, zu einer regelrechten „Straßenbaufirma“, warnte Manfred Losinger (CSU).

Sein Parteikollege Richard Scharold forderte, man solle aufhören, den Bauhof als „Eier legende Wollmilchsau“ zu missbrauchen. Und Grünen-Fraktionsvorsitzende Claudia Eser-Schubert sagte, der Truppe habe sich verselbstständigt und zu einer Konkurrenz für Firmen entwickelt.

Friedberg: Kleinere Arbeiten werden verschoben

Bürgermeister Eichmann und Nils vom Wege vom städtischen Baureferat hielten dagegen. Dass der Bauhof plötzlich so stark im Einsatz sei, haben einen personellen Hintergrund: Ein Mitarbeiter des Bauamtes habe gekündigt, die verbleibenden Kollegen seien zeitlich nicht in der Lage, die Ausschreibung und Durchführung der Projekte durch externe Firmen zu überwachen. Auf den Bauhof könne man sich verlassen, die Verwaltung habe somit weniger Arbeit. Auch fielen dieses Jahr durch Corona andere Aufgaben weg, etwa der Aufbau des Volksfestes.

Eichmann räumte ein: „Arbeiten an kleinen Schäden wie Rissen und kippenden Randsteinen müssen wir schieben.“ Außerdem berief er sich auf die Analyse einer Fachfirma, welche Straßen wann saniert werden müssten. Alles andere sei unwirtschaftlich.

Bauhof Friedberg: Aufgaben klar definieren

Gereizt reagierte der Bürgermeister, als Manfred Losinger vorbrachte, es könne doch nicht sein, dass „alles zusammenbricht, wenn ein Mitarbeiter ausfällt“. Eichmann legte detailliert die angespannte Personalsituation und Personalwechsel in der Tiefbauabteilung dar und stellte in massivem Tonfall klar: „Eine Person entspricht hier einem Drittel der Leute.“

Kompromissbereit zeigte sich CSU-Fraktionschef Thomas Kleist, der Verständnis für die momentane „Ausnahmesituation“ zeigte. Andererseits forderte er, die Aufgaben des Bauhofs klar zu definieren, um ihn nicht zu überfordern. Mit 18 zu 12 Stimmen stimmte der Stadtrat den acht Maßnahmen dann doch zu. Eine weitere Straßensanierung in Friedberg war bereits an eine externe Firma vergeben worden. „Wir wurden in eine Ecke gedrängt, aus der wir nicht herauskommen“, kommentierte Richard Scharold.

Diese Straßen im Stadtgebiet von Friedberg werden saniert

  • Friedberg Eberlestraße
  • Ottmaring Wanderweg, Tannenweg und Birkenstraße
  • Stätzling Bürgermeister-Ebner-Straße, Sedelfeldberg, Haberskircher Straße
  • Wulfertshausen Samfeldweg, Eschenweg.

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