Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Warnung: Bürger sollen keine Fische aus der Friedberger Ach essen

Aichach-Friedberg

19.01.2021

Warnung: Bürger sollen keine Fische aus der Friedberger Ach essen

Fische aus der Friedberger Ach sollen wegen der PFC-Belastung nicht mehr gegessen werden.
Foto: Piotr Wawrzyniuk, AdobeStock (Symbolbild)

Plus Das Landesamt für Gesundheit warnt: Fische aus dem Verlorenen Bach und der Friedberger Ach sollte man nicht essen. Der Grund sind erhöhte Chemikalien-Werte.

Da kann einem der Appetit vergehen: Forellen und Aiteln aus der Friedberger Ach beziehungsweise ihrem Oberlauf, dem Verlorenen Bach, sind mit einer giftigen Chemikalie verseucht. Perfluorierte Chemikalien (PFC) stehen unter anderem im Verdacht, krebserregend zu sein.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät von einem regelmäßigen Verzehr der Fische ab, auch wenn davon keine akute Gesundheitsgefährdung ausgehe. Die Chemikalien stammen aus Löschschaum vom ehemaligen Fliegerhorst Penzing nahe Landsberg. Da die Werte der giftigen Chemikalien erhöht waren, warnen die Gesundheitsämter der Landkreise Landsberg und Augsburg, welche das Gewässer ebenfalls durchfließt, schon seit Längerem vor dem Verzehr von Fischen. Das Landratsamt Aichach-Friedberg hatte eine Gefahr zuerst nicht gesehen, schloss sich jedoch nach Tests im September 2020 der Warnung an.

Diese Warnung werde nun, da die endgültigen Befunde des Landesamtes für Gesundheit über die im Juli 2020 entnommenen Fische vorliegen, bestätigt. In den untersuchten Proben wurde laut Landratsamt die perfluorierte Alkylsubstanz Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) nachgewiesen. Schon durch sehr niedrige Verzehrmengen von belasteten Fischen werde die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als unbedenklich angesehene Aufnahmemenge überschritten.

Die Untersuchungsergebnisse beziehen sich auf Aiteln und Bachforellen. Bei anderen Fischarten aus den betroffenen Gewässern müsse aber von einer ähnlichen Belastung ausgegangen werden, heißt es im Detail. Aiteln kommen natürlich in dem Gewässer vor, die Forellen werden dort ausgesetzt, leben also noch nicht lange in der Ach.

Verkauf von Fischen aus der Friedberger Ach ist verboten

In der Regel fangen Angler Fische im Verlorenen Bach und der Friedberger Ach nur zum Eigenverzehr, nicht zum Verkauf. Letzteres wäre angesichts der Belastung mit dem Giftstoff nun auch verboten. Der betroffene Personenkreis sei bereits vor einem Jahr über die Belastung informiert worden; auch die aktuellen Untersuchungsergebnisse habe man mitgeteilt, so das Landratsamt. Wie lange wird die Warnung gelten?

Darin steht in der Mitteilung der Behörde nichts. Klar ist: Seit fast einem Jahrzehnt ist die Altlasten-Problematik durch den jahrzehntelangen Löschschaumeinsatz am ehemaligen Militärflughafen von Penzing den Behörden bekannt. Wann dort eine Sanierung beginnt, ist unklar. Das bedeutet: Auf nicht absehbare Zeit bleiben die Giftstoffe in der Ach.

Bayern: Nicht nur in der Friedberger Ach gibt es Giftstoffe

Ein schwacher Trost: Das Problem haben viele Kommunen in Bayern, die im Einzugsbereich (ehemaliger) Militärflughäfen liegen. Die Chemikalien aus dem Löschschaum gelangten dort jahrelang ins Grundwasser und in die Gewässer. Dort reicherten sie sich an - auch in Pflanzen und Tieren, die dort leben.

So romantisch ist die Friedberger Ach im Winter - doch das Wasser ist mit giftigen Chemikalien belastet.
Foto: Josef Abt

Wichtig für alle, die gerne Fisch aus der Region essen: 2020 wurden aus zwei Aquakulturen im Landkreis Aichach-Friedberg Fische zur Beprobung entnommen. Es konnte keine PFC-Belastung nachgewiesen werden.

Auch Grund- und Trinkwasserproben im Landkreis haben ergeben, dass die entsprechenden Leitwerte für Trinkwasser deutlich unterschritten wurden. Das Trinkwasser kann konsumiert werden. Ein Hautkontakt mit Achwasser - im Moment ohnehin nicht wünschenswert - wäre prinzipiell ebenfalls ungefährlich. (mit cli)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren