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Kissing

05.09.2019

Marathon und Triathlon: Christa Zilmans hat ihre Passion gefunden

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Bei der Roth-Challenge brachte Christa Zilmans als Marathonläuferin die Staffel des TSV Friedberg ins Ziel – und sie schwärmte von diesem einmaligen Erlebnis.
Bild: Julius Drescher

Christa Zilmans aus Kissing hat ihre Leidenschaft für Marathon und Triathlon entdeckt. Wie es dazu kam.

Zwei Marathons – in Wien und Roth – unter vier Stunden, Platz drei beim Silvesterlauf in Pfaffenhofen, Siege bei der AOK-Winterlaufserie und dem Königsbrunn Triathlon, jüngst Erfolge in Regensburg und Xanten – die Liste der Erfolge von Christa Zilmans kann sich sehen lassen. Doch der 56 Jahre alten sportbegeisterten Kissingerin geht es nicht um Rekorde oder Bestzeiten – ihr geht es um den Sport an sich. „Ich mache es, weil es mir Freude bereit, weil ich dabei Zeit für mich habe, den Kopf dadurch freibekomme und komplett abschalten kann“, so das nur 1,63 Meter große Energiebündel.

Natürlich freut sie sich, wenn dann auch noch Spitzenplätze herauskommen – so wie zuletzt in Regensburg, als sie nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen nach 2:38 Stunden als Erste ihrer Altersklasse ins Ziel kam. „Allerdings muss man auch sagen, in meiner Altersklasse wird die Konkurrenz dünner“, fügt sie mit einem Lächeln an. Mehr als Platz eins zählte für Christa Zilmans der 17. Rang im Gesamtklassement der Damen, schließlich „waren auch wesentlich jüngere Athletinnen am Start“, wie sie erklärt. Dass sie beim Wettkampf an der Donau fast eine halbe Stunde schneller war als bei ihrem Sieg beim Königsbrunn Triathlon 2018, habe sie selber „ziemlich geflasht“, wie sie zugibt.

2019 ist für Christa Zilmans ein Traumjahr

Das Jahr 2019 ist für die zierliche Sportlerin ein „Traumjahr“ und „so was von erfolgreich“. Der Höhepunkt war sicher der Auftritt bei der Challenge in Roth, wo sie zusammen mit Schwimmer Fabian Richter und Radler Jens Bley das Team des TSV Friedberg bildete und als Marathonläuferin die Staffel auf Platz 70 unter 307 Teams brachte. Dabei absolvierte sie die 42,195 Kilometer in 3:58,49 Stunden. „Roth war etwas ganz Besonderes, die Stimmung dort ist gigantisch, unbeschreiblich. Ich möchte nächstes Jahr wieder hin, dann aber, um als Zuschauer das Ganze genießen zu können“, erklärt Zilmans.

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Der Marathon in Roth war für die Kissingerin nicht nur wegen der sensationellen Stimmung ein „Riesending“, sondern vor allem wegen der Tatsache, dass sie von Willi Drescher als Schlussläuferin auserkoren wurde. „Da habe ich schon gestaunt, schließlich bin ich in dieser Hinsicht das Nesthäkchen und hatte ja auch keine übermäßigen Erfolge vorzuweisen“, erzählt sie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Raimund, der sie bei ihren sportlichen Unternehmungen unterstützt und begleitet, entschloss sie sich, die Herausforderung anzunehmen.

Behutsam, aber auch intensiv, wurde sie von Willi Drescher für das Event in Roth aufgebaut. Trainingspläne wurden erstellt und der Wien-marathon im Frühjahr als „Testlauf“ anvisiert. „Ich musste ja erst einmal wissen, ob ich die Distanz packe“, so Christa Zilmans. Lange Läufe, auch bei Schnee und Eis, standen auf dem Programm. „Ich bin in der Vorbereitung rund 1400 Kilometer gelaufen – von hier bis in meine Heimat am Niederrhein und zurück“, berichtet die Kissingerin. Sie packte die Distanz in Österreichs Hauptstadt – und wie. Auf Anhieb knackte sie die Vier-Stunden-Marke und kam nach 3:57,56 Stunden überglücklich ins Ziel.

Wie die Kissingerin wieder mit dem Laufen anfing

Derartige Erfolge und Zeiten waren im Jahr 2016 noch nicht abzusehen. Damals beschloss die dreifache Mutter, wieder mit dem Laufen anzufangen – aus gesundheitlichen Gründen, wie sie erläutert. „Ich war in meiner Jugend sehr sportlich, habe Geräte - und Trampolinturnen betrieben, machte Leichtathletik, spielte Volleyball und Tischtennis“, erzählt Christa Zilmans, die sich sogar ein Sportstudium überlegt hatte. Schließlich wurden es Wirtschaftswissenschaften an der TH in Aachen, der Beruf und die Kinder kamen und die sportlichen Aktivitäten wurden weniger. Mit der Aktion „Lauf10“ in Ried fing es dann wieder an, und „zunächst wollte ich wirklich nur diese zehn Kilometer schaffen“, sagt sie. Das gelang schon ein paar Wochen später, und sie absolvierte dann erfolgreich den ersten Silvesterlauf in Pfaffenhofen.

Und wie kam es dann zum Triathlon? „Ich bin immer gerne Rad gefahren – nur habe ich als Mädchen daheim kein Rennrad bekommen und deshalb die Jungs beneidet. Und das Radeln ist unglaublich schön, weil ich mit allen Sinnen genießen kann“, meint sie. Zum Schwimmen kam sie gemeinsam mit ihrem Mann – und machte mit ihm bei der Vhs einen Kraulkurs. Dort waren die Ziele ursprünglich auch bescheiden. „Erst waren die 100 Meter, dann die 500 Meter ein Ziel“, erinnert sie sich. Nach dem Kuhseetriathlon 2017 wuchs in ihr die Erkenntnis, „da geht noch mehr.“ Da war der Zeitpunkt erreicht, sich endlich ein Rennrad zu kaufen.

Im September 2017 begann sie das intensive Schwimmtraining beim TSV Friedberg unter Willi Drescher - mit dem Ziel, vier Kilometer zu schaffen. „Ich war zunächst geschockt, ich habe mir nicht vorstellen können, das zu schaffen“, erinnert sie sich. Doch es ging, und zwar auf der Olympia-Ruderstrecke in München und danach folgte der erste olympische Triathlon – in Königsbrunn 2018.

Und welche Pläne gibt es für die Zukunft? „Ich strebe nicht nach Rekorden oder Superevents wie Hawaii“, erklärt Christa Zilmans, die in der Nähe ihrer Heimat bei Xanten den letzten Triathlon dieser Saison bestritt. Nächstes Jahr will sie mehr Augenmerk aufs Schwimmen legen. „Dafür bin ich eigentlich zu klein und vor allem friere immer zu schnell – ich krieg’ wegen meines Schlotterns sogar auch bei wärmeren Temperaturen oft Tee mit Rum angeboten“, verrät sie. Die Freude am Sport sei ihre Motivation und alles nur ein Hobby, dem sie mit Unterstützung ihrer Familie weiter nachgehen wolle. Und die Familie ist auch sportlich unterwegs: Tochter Carolin betreibt Ballett, Ehemann Raimund schießt mit den beiden Söhnen Felix und Tobias auch bei Gunzenlee Kissing. Wir sind also bunt gemischt“, meint Christa Zilmans lächelnd – und sie wünscht sich, dass das noch lange so bleibt.

Drei Fragen an Christa Zilmans

Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen oder treffen?

„Ich grüble schon länger über diese Frage nach – aber mir ist niemand eingefallen.“

Mit welcher Sportart können Sie überhaupt nichts anfangen?

„Mit Boxen, weil man sich da gegenseitig verletzt.“

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Gute Frage. Ich bin ziemlich strukturiert und versuche, meine Dinge deswegen gut zu planen – und wenn dann andere das nicht so handhaben, kann’s schon mal schwierig werden.“

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