Newsticker

Mit Ausnahme der Kanaren: Spanien ist nun Risikogebiet
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. 10 Jahre Areal Pro: Unternehmer erinnert sich an holprigen Start

Leipheim

11.06.2020

10 Jahre Areal Pro: Unternehmer erinnert sich an holprigen Start

Achim Hab, Inhaber der Agentur für Messebau und Design mit Namen Aido, war der erste Unternehmer, der sich im neuen Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Leipheimer Fliegerhorst angesiedelt hat. Seine Erinnerungen an die Anfänge sind nicht restlos positiv.
Bild: Walter Kaiser

Plus Achim Hab hat sich als erster Unternehmer auf dem früheren Fliegerhorst angesiedelt. Er spricht über Schikanen und das Glück, noch nicht expandiert zu haben.

Der Ärger ist längst verraucht. „Heute bin ich zufrieden“, versichert Achim Hab, Inhaber der Agentur für Messebau und Design mit Namen Aido. Vor zehn Jahren ist der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg gegründet worden. Hab war der erste Unternehmer, der mit seiner Firma auf den ehemaligen Fliegerhorst Leipheim zog. An die Anfänge denkt der gebürtige Günzburger eher ungern zurück: „Ich kann nicht nur Gutes über den Zweckverband sagen.“ Zuweilen habe es Entscheidungen der seinerzeitigen Geschäftsleitung gegeben, die er als schikanös empfunden habe.

Derzeit hat Hab andere Probleme. Corona hat den Messebau praktisch lahmgelegt. Der 52-jährige Achim Hab hat ein bewegtes Berufsleben hinter sich. Er war Tornado-Pilot bei der Luftwaffe, Geschäftsführer einer Werbeagentur und später Leiter einer Media-Agentur für deutsche Zeitungen. „Dann bin ich auf den Messebau gekommen.“ 2008 hat Hab eine entsprechende Firma gekauft und unter dem Namen Aido neu ausgerichtet. Der Betrieb hatte seinen Sitz in einem Mischgebiet in Weißenhorn. Die räumlichen Verhältnisse waren beengt, Nachbarn beklagten sich, dass auch samstags gearbeitet wurde. „Das geht im Messebau aber nicht anders“, erklärt der Unternehmer. Es bot sich die Gelegenheit, als erste Firma auf das neue Gewerbegebiet bei Leipheim zu ziehen. „Denn die Lage an zwei Autobahnen ist super.“ Aber: „Ich war auch der Testpilot“, umschreibt Hab die Anfänge.

Achim Hab spricht über Schikanen im Interkommunalen Gewerbegebiet in Leipheim

Der Start sei mehr als nur holprig gewesen. Über die „Standardbürokratie“ hinaus habe es Reibereien und zum Teil auch Schikanen gegeben. Hab kaufte eine große Garagenhalle, in der die Bundeswehr ihre Lastwagen untergestellt hatte. Auch eine benachbarte Lagerhalle wollte er erwerben. Das gehe in Teilen nur auf Mietbasis, habe es geheißen. Dann wiederum sollte der Kauf doch möglich sein.

10 Jahre Areal Pro: Unternehmer erinnert sich an holprigen Start

Der Unternehmer orderte bei einem großen Spediteur 250 Lastwagen, um den Umzug von Weißenhorn nach Leipheim zu vollziehen. Auch zahlreiche Handwerker waren mit Umbauarbeiten an den Hallen beauftragt worden. Da sei das Signal vom Zweckverband wieder auf Rot gestellt worden. Hab musste dem Spediteur und den Handwerkern absagen. Die waren natürlich wenig begeistert. Es zog sich, ehe Aido in Leipheim angekommen war.

Ein Klo-Häuschen vor der Haustür in Leipheim

Auch in anderer Hinsicht seien ihm Steine in den Weg gelegt worden. Hab wollte auf den Gebäuden eine große Fotovoltaikanlage installieren. Das sei abgelehnt worden. Erst nach einem Jahr kam die Zustimmung. Da sei ihm schon eine Menge Geld verloren gegangen. Ausgerechnet vor seiner Haustür sei Abraum von einem Nachbargrundstück gelagert worden, versehen mit einem Klo-Häuschen für die Arbeiter, berichtet Hab weiter. „Besser“ kann eine Agentur für edles Design kaum für sich werben. Dabei hätte es in der Umgebung reichlich Platz für den Schutt gegeben.

Für seine Produktionsstätten hatte Aido bereits ein Lärmgutachten. Als der neue Bürokomplex gebaut wurde, musste Hab ein weiteres Gutachten in Auftrag geben. Achim Hab kann heute schmunzeln. Ein Lärmgutachten für ein Design-Büro? Zudem: Erste Pläne für den Neubau von Abwasserkanälen hätten bedeutet, dass Hab sein halbes Firmengelände hätte aufreißen müssen. Dabei hatte das Areal einen Anschluss ans Kanalnetz. „Es war schwierig“, fasst Hab die Zeit zusammen.

Bei der Firma Aido sind 30 Beschäftigte

Inzwischen hat der Firmeninhaber seinen Frieden gemacht. Das Unternehmen sei stetig gewachsen, eine Stütze sei von Beginn an der Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad gewesen. Auch von der Leipheimer Stadtverwaltung werde er „zuvorkommend behandelt“. Aido hat knapp 30 Beschäftigte, das Firmenareal an der Theodor-Heuss-Straße umfasst inzwischen 14 Hektar.

Eigentlich wollte Achim Hab weitere Grundstücke auf dem Gewerbegebiet kaufen, um expandieren zu können. Er hat es noch nicht getan. Für die Firma ein Glück. Das zurückgehaltene Geld fülle nun die „Kriegskasse“, um in Zeiten von Corona über die Runden zu kommen. „Denn der Messebau ist seit Anfang März auf null gefahren“, erklärt der Firmeninhaber. Bis Ende August sind Großveranstaltungen untersagt, etliche Messen sind bereits für September abgesagt. „Wir hoffen auf den Oktober“, erklärt Hab.

Aido aus Leipheim ist einer der größten deutschen Messebauer

Aido ist einer der größten deutschen Messebauer; aktiv in Europa, China und den USA. Die meisten Aufträge kommen von Messen für den Maschinenbau. Aido bietet hochwertige Ausstellungsstände – komplex und teuer wie ein Haus. Und das alles „aus einer Hand“, wie Unternehmer Hab erläutert. Die Firma liefert vom Design über die Produktion bis hin zum Aufbau alles aus einem Guss. Derzeit herrscht wegen Corona Stillstand. Doch Achim Hab ist einigermaßen zuversichtlich: „Wir könnten morgen wieder loslegen.“ Der Zweckverband wollte schon am 26. dieses Monats mit einer großen Feier aus Anlass des Zehnjährigen loslegen. Wegen Corona wurde die Veranstaltung auf den Herbst verschoben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren