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06.06.2014

Die Bankenehe ist perfekt

Die Bankenehe ist seit Mittwochabend perfekt. Darüber freuen sich die Bankvorstände der Volks- und Raiffeisenbank Dillingen-Burgau und der Volksbank Günzburg: (von links) Ernst Fandrich, Alexander Jall, Stefan Bosch, Johann Mayr, Rainer Hönl und Ingo Eberhardt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Vertreter der Volksbank Günzburg segnen Fusion mit der Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau ab. Überraschend sind der hohe Grad der Zustimmung und der neue Name des Geldinstituts

Als Johann Mayr die Gäste zur Pressekonferenz in der Günzburger Volksbank empfängt, wird auch denen klar, die es noch nicht wissen, wie die Abstimmung zur Bankenehe gelaufen ist. Ein verschmitztes Lächeln des Vorstands verrät, dass das Votum der Vertreter der Volksbank am Mittwochabend im Sinne der Bankenchefs ausgefallen ist. Die geplante Fusion mit der Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau braucht eine Dreiviertel-Mehrheit. Und Mayr und sein Vorstandskollege Ernst Fandrich haben erfahren, wie es ist, im letzten Moment ausgebremst zu werden. Denn die Vertreter der Raiffeisenbank Krumbach hatten fast genau vor einem Jahr die Heiratspläne mit der Günzburger Volksbank platzen lassen. Nur 61,9 Prozent stimmten damals in Krumbach für die Bankenehe.

Dieses Mal ist es anders: Die Vertreter der Raiffeisen-Volksbank hatten vorgelegt. 88,4 Prozent stimmten am Montag in Dillingen mit Ja für die Fusion mit den Günzburgern. Am Mittwoch machten die Volksbank-Vertreter in Günzburg den Deckel drauf. Von 130 Vertretern gaben 126 den Segen für die Verbindung mit Dillingen, das sind 96,9 Prozent. „Da bin ich natürlich erleichtert“, gesteht Mayr.

Auch den Vorstandskollegen Ernst Fandrich (Volksbank Günzburg), Ingo Eberhardt, Stefan Bosch, Alexander Jall und Rainer Hönl (alle Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau) ist die Entspannung deutlich anzumerken. Das Votum der Vertreter sei bei lediglich vier Gegenstimmen überwältigend. „Es ist eine überzeugende Mehrheit, die unseren Fusionsprozess begleitet“, sagt Jall. Die Argumente hätten für sich gesprochen. Das Vorstände-Sextett erläutert, dass sich die anhaltende Niedrigzinsphase, die alle Banken belastet, gemeinsam besser bewältigen lasse. Denn in einer größeren Einheit ließen sich Kosten sparen, die sonst jeder allein tragen müsse. Die Beispiele reichen von der EDV bis zu den Versicherungen, auch die vielen Regelungen im Bankensektor könnten gemeinsam effektiver bewältigt werden.

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Für die 305 Mitarbeiter der neuen Genossenschaftsbank werde sich nichts ändern, versichert Jall: „Wir haben eine Beschäftigungsgarantie für alle Beschäftigten niedergeschrieben.“ Änderungen wird es aber beim Filialnetz geben. Denn die Volksbank Günzburg und die Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau machen sich gegenwärtig noch an den fünf Standorten Günzburg, Reisensburg, Bubesheim, Burgau und Lauingen mit mindestens zwei Filialen Konkurrenz. Konkrete Pläne, welche Filiale bleibe und welche geschlossen werde, gebe es aber noch nicht. Anfang 2015 soll die Entscheidung fallen.

Eine Änderung gibt es auch beim Namen. Ursprünglich sollte das neue Geldinstitut mit einer Bilanzsumme von etwa 1,27 Milliarden Euro VR-Bank Günzburg-Dillingen-Burgau heißen. Die Länge der Firmenbezeichnung und auch die Aneinanderreihung der Städtenamen wären aber problematisch gewesen, sagt Vorstandssprecher Ingo Eberhardt. Vertreter und Kunden hätten moniert, dass der Name zu sperrig sei. Das neue Unternehmen wird jetzt „VR-Bank Donau-Mindel“ heißen. Juristischer Sitz ist in Dillingen. Es werde aber auch künftig drei gleichberechtigte Hauptstandorte Günzburg, Burgau und Dillingen geben, versichert Fandrich. Eine Zentralisierung sei nur in den internen Bereichen vorgesehen, Abteilungen sollen dabei gerecht auf die drei Hauptstellen verteilt werden.

Es ist eine Dreier-Fusion in zwei Schritten: Die Raiffeisenbank Burgau und die Raiffeisen-Volksbank Dillingen hatten die Bankenehe zum 1. Januar 2013 geschlossen. Rückwirkend zum 1. Januar 2014 wird die Fusion der Volksbank Günzburg und der Raiffeisen-Volksbank Dillingen-Burgau vollzogen. Richtig zusammengehören werden die Partner erst im Herbst dieses Jahres, wenn die technische Fusion vollzogen und die VR-Bank Donau-Mindel perfekt ist. Ob das Fusions-Karussell damit stillsteht? Hönl sagt, dass beide Partner genug mit der Abwicklung der Bankenehe zu tun hätten. Er fügt aber hinzu: „Es wird bestimmt nicht die letzte Fusion in der Region sein.“

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