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Leipheim

27.02.2015

Ist das Areal Pro bei BMW doch noch im Rennen?

Auf dem Areal Pro bei Leipheim wäre Platz für das Logistikzentrum von BMW.
Bild: Bernhard Weizenegger

Landrat Hubert Hafner hatte die Hoffnungen schon sinken lassen, dass BMW auf den einstigen Fliegerhorst kommt. Jetzt hört sich seine Prognose etwas anders an

Es ist ein großes Thema für den Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg: die Chance, mit dem BMW-Logistikzentrum einen großen Fisch auf das Areal Pro bei Leipheim zu ziehen. Deshalb hatte der Zweckverband am Donnerstagmorgen einen Sitzungstermin im Günzburger Landratsamt anberaumt. Weil es vom Automobilkonzern nichts Neues gibt, war die öffentliche Tagesordnung auch gleich erledigt. Eine Delegation von BMW hatte beim jüngsten Ortstermin in Günzburg wissen lassen, dass das Grundstück auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände zu teuer sei. Nach Informationen unserer Zeitung würde der Premiumhersteller beim Bau des gigantischen Ersatzteillagers auf dem ehemaligen Fliegerhorst Teile der Landebahn ausbauen lassen – ein immenser Aufwand.

Landrat Hubert Hafner hält das für unnötig. Dem Chef des Zweckverbands, der das frühere Militärgelände in ein Gewerbegebiet verwandelt, war vor drei Wochen der Frust nach dem Treffen mit den Verhandlungsführern deutlich anzumerken. Die Ansiedelung des Ersatzteillagers auf dem ehemaligen Fliegerhorst, das 220 Arbeitsplätze bringen würde, sei „so gut wie gestorben“, sagte Hafner. Und auch Zweckverbands-Geschäftsführer Christian Zimmermann hatte nach der Aussprache den Eindruck, dass die Ansiedelung von BMW in Leipheim gescheitert ist, „weil wir beim Kaufpreis hart geblieben sind“.

Am Donnerstagmorgen hörte sich Hafner allerdings etwas hoffnungsvoller an. „Wir sind angeblich noch immer im Rennen“, sagte der Zweckverbandsvorsitzende. Von fünf Standorten seien nur noch zwei übrig – Leipheim und Kleinaitingen (Landkreis Augsburg), das als Favorit gilt. Die Interessenten Bruckberg bei Landshut, Bad Wörishofen und Ellwangen mussten im Standortrennen offensichtlich die Segel streichen. „Eine Entscheidung haben wir leider noch nicht“, meinte Hafner. Der Zweckverband rechnet damit im März. Anfragen unserer Zeitung bei BMW haben kein Ergebnis gebracht. Die Stelle der Konzernkommunikation bat bei Interview-Wünschen um Verständnis dafür, „dass wir zu einzelnen Projekten derzeit keine Stellung nehmen können.“

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Zoff hatte es jüngst zwischen den beiden stellvertretenden Zweckverbands-Vorsitzenden gegeben: Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ( SPD) kritisierte dabei den Leipheimer Rathauschef Christian Konrad (CSU), weil er die Ansiedelungspläne von BMW nach einer Anfrage bei der Leipheimer Bürgerversammlung öffentlich gemacht habe. Diese öffentlichen Aussagen hätten die Chancen im Standortrennen nicht erhöht, meinte Jauernig. Konrad sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Ansiedelung von BMW hängt nicht von einer öffentlichen Aussage von mir ab.“ Hier spielten ausschließlich inhaltliche Gründe eine Rolle. Und ob das Grundstück 100000 Euro teurer sei, falle bei der Entscheidung des Konzerns ebenfalls nicht ins Gewicht.

Jauernig lobte die Entscheidungen des Zweckverbands. Zuletzt habe er Kritik gehört, dass die Räte bei der Ansiedelung von Firmen zu „gschleckad“ (wählerisch) seien. So hatte der Zweckverband etwa einem Logistikzentrum des Onlinehändlers Zalando eine Abfuhr erteilt. „Wir wollen nicht Wachstum um jeden Preis“, sagte der SPD-Politiker. Bei Ansiedelungen müsse die Frage, was dies für die Lebensqualität der Menschen in der Region bedeutet, im Vordergrund stehen. Drei Hektar Gewerbegebiet wollte der 2010 gegründete Zweckverband pro Jahr verkaufen. Inzwischen sind es bereits rund 20 Hektar.

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