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Offingen

16.01.2019

Kommt Tempo 30 in Schnuttenbach?

Bürger hätten gerne eine Tempo-30-Zone im Offinger Ortsteil Schnuttenbach. Doch so einfach ist das nicht.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Bei der Sitzung des Gemeinderats fordern Bürger ein Tempolimit für die Dorfstraße. Auslöser für den Vorstoß ist unter anderem ein Unfall an Heiligabend.

Bevor in Offingen die Sitzungen des Marktgemeinderats beginnen, haben zunächst die Bürger das Wort. So auch am Montag. Anlass war der Verkehrsunfall an Heiligabend in Schnuttenbach, bei dem eine Fahrzeuglenkerin ein am Straßenrand geparktes Auto überholt hatte und dabei mit einem entgegenkommenden Transporter zusammengestoßen war (wir berichteten). Wie sieht es also mit der Verkehrssituation auf der Dorfstraße Schnuttenbachs tatsächlich aus? Seines Erachtens nach parken dort die Fahrzeuge nicht rechtmäßig, bemängelte ein Bürger. Es werde allgemein zu schnell gefahren und dagegen müsse etwas getan werden – er plädierte auf das Einrichten einer 30er-Zone.

Ein anderer Bürger schloss sich dem an: Die Voraussetzungen dafür seien längst gegeben: Im gesamten Ortsbereich gelte die Rechts-vor-Links-Regelung und mit dem nahegelegenen Kindergarten und dem Neubaugebiet seien sehr viele Kinder unterwegs. „Rechts vor links“ werde „null“ beachtet, die Fahrzeuge rasten durch den Ort, auch wenn sechs, sieben Autos am Straßenrand parkten, fügte eine Bürgerin hinzu.

Der Bürgermeister will etwas unternehmen

Das Problem sei die Unvernunft mancher Fahrzeuglenker, erwiderte Offingens Bürgermeister Thomas Wörz (SPD). Eine 30er-Zone sei jedoch aufgrund des angeblich zu hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich. Er könne dies nicht nachvollziehen, erinnerte Rüdiger Zischak (CSU) an eine Begehung seinerzeit mit Landratsamt und Polizei. In Baden-Württemberg seien ganze Straßenzüge mit fünf Mal so viel Verkehr wie in Schnuttenbach durchgehend mit Tempo 30 belegt. Wenn hinsichtlich des Verkehrsunfalls alle Informationen vorlägen, dann werde man ganz sicher etwas unternehmen, auch in Bezug auf die Parksituation, versprach Wörz. Er erinnerte aber auch daran, dass zur Gestaltung der Dorfstraße seinerzeit verschiedene Vorschläge vorgestellt worden seien. „Wir wollen das nicht, wir wollen hier fahren können“, habe es von Bürgern geheißen, obwohl bekannt war, dass ein Neubaugebiet komme.

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Die Deutsche Bahn Netz AG führt derzeit ein Planfeststellungsverfahren für ein Vorhaben im Bereich der Bahnstrecke Neu-Ulm/Burlafingen durch. Dazu sind auf im Besitz der Deutschen Bahn befindlichen Flächen im Gemeindegebiet Offingen naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Im Ried, im Gebiet Dürrne und bisher auf Brachland soll ein Trockenlebensraum mit Magerrasen, Steinriegeln und Totholzhaufen entstehen. Seitens der Gemeinde spreche nichts dagegen, zumal dabei eine Verbesserung eintrete, bemerkte Bürgermeister Wörz. Nachdem bei der Maßnahme der Oberboden ausgetauscht werden soll, wurde nach dem Vorschlag von Rüdiger Zischak die Anregung eines Bodenmanagements in die Stellungnahme aufgenommen. Boden sei auch ein Gut, das es zu schützen gelte, so Zischak.

Weitere Stellen sollten besser beleuchtet werden

Seitens einer Bürgerin war der Hinweis auf ein schlecht beleuchtetes Teilstück der Herrnholzstraße nahe der Friedhofstraße in Schnuttenbach eingegangen. Der Abstand zwischen zwei Straßenlampen beträgt dort rund 120 Meter. Die Kosten für eine zusätzliche Straßenlampe belaufen sich auf gut 4200 Euro. Bei einer Sanierung der Herrnholzstraße würde diese bereits an der richtigen Stelle stehen. Georg Bader (FWS) erinnerte an weitere Stellen, an denen Bedarf bestehe. Zunächst soll jedoch der „dunkle Fleck für die Friedhofsbesucher“ beseitigt werden.

Weiter erläuterte Bürgermeister Wörz anhand einer Übersicht den Rückgang der Stromkosten durch die Sanierungen der Straßenbeleuchtung seit dem Jahr 2014 von rund 180000 auf gut 127000 Kilowattstunden. Nach dem bereits beschlossenen Austausch der Seil- und Überspannungsleuchten in der Neusiedlung mit einem Volumen in Höhe von etwa 31000 Euro brutto sind im Gemeindegebiet nur noch sechs solcher Leuchten zu ersetzen. Weiter informierte Wörz über Vereinen gewährte Zuschüsse in Form von nicht verrechneten Leistungen des Bauhofs. Von den gut 5300 Euro entfällt dabei ein großer Anteil auf den Faschingsumzug der Offonia.

Zweiter Bürgermeister als Chronist

Inzwischen ist der 22. Offinger Jahresspiegel erschienen. Zweiter Bürgermeister Robert Hieber (FWO) hat die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres in Offingen und Schnuttenbach in Wort und Bild festgehalten. Die vielen Zuschriften gäben Zeugnis, wie beliebt die Broschüre sei, sagte Wörz. Der Jahresspiegel ist auch auf der Homepage des Marktes verfügbar.

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