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Landkreis Günzburg

12.01.2021

Landkreis Günzburg startet Werbekampagne für Corona-Impfung mit Bürgern der Region

Landrat Hans Reichhart, Pressesprecherin Jenny Schack und der ehemalige Chefarzt Gerhard Richter (von links) präsentierten im Rahmen einer Pressekonferenz Plakatmuster der Kampagne für die Impfung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Menschen aus dem Kreis Günzburg stehen mit Namen und Gesicht dafür und wollen andere animieren. Jeder kann Teil der Aktion werden. Auch ein langjähriger Krumbacher Chefarzt ist dabei.

Wer ab Samstag im Landkreis Günzburg unterwegs ist, wird immer wieder an Plakaten und anderen Werbeträgern mit Gesichtern und Namen von Menschen vorbeikommen, die hier leben oder tätig sind und eine klare Botschaft haben: „Ich mag’ dich. Deshalb geh’ ich impfen – wenn ich an der Reihe bin.“ Damit setzt das Landratsamt bewusst auf Personen und Persönlichkeiten aus der Region statt anonymer Models. Denn wer jemanden selbst kennt und weiß, dass der- oder diejenige sich impfen lassen wird, soll sich davon animieren lassen, es ebenso zu tun. „Wir können es nur schaffen, aus der Corona-Pandemie zu kommen, wenn wir weiter aufeinander aufpassen“, betonte Landrat Hans Reichhart ( CSU) bei der Vorstellung der Werbekampagne. Dazu gehören noch Abstand halten, Maske tragen und Kontakte reduzieren – aber eben auch das Impfen.

Die Resonanz auf die Anfrage, Teil der Aktion zu werden, sei groß gewesen, sagte Pressesprecherin Jenny Schack. Bei 40 Leuten habe man erst einmal gestoppt. Dazu zählen nicht nur Politiker wie der Landrat selbst und Bürgermeister, sondern auch Klosterschwestern, Hebammen, Pflegekräfte, Unternehmer oder Sportler. Auch Dr. Gerhard Richter, vor knapp zwei Jahren noch Chefarzt in der Inneren Medizin der Kreisklinik Krumbach mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie und jetzt Teil der Impfteams des Landkreises, ist dabei.

Langjähriger Krumbacher Chefarzt ist überzeugt von Impfstoffen

Er hat die Studien zu den Corona-Impfstoffen intensiv verfolgt und ist überzeugt davon, dass sie sicher sind, wenn sie in der Europäischen Union zugelassen sind. In seinen gut 40 Jahren klinischer beziehungsweise ärztlicher Erfahrung habe er drei wirkliche Glanzlichter der Medizin erlebt: die erste Herztransplantation, die Heilung von Hepatitis C und jetzt das Impfen gegen das Coronavirus beziehungsweise auch der zuvor entwickelte Test.

Wenn sich genug Menschen bereit erklärten und sich impfen lassen, geht auch er davon aus, dass die Pandemie im Sommer endet „und wir zum normalen Leben zurückkehren können“. Dabei sei er bei anderen Impfungen nicht automatisch ein Befürworter.

Günzburgs Landrat hält nichts von einer Impfpflicht

Momentan ist die Bereitstellung des Impfstoffs noch das Nadelöhr, erklärte der Landrat, das mit der Zulassung und Produktion weiterer Wirkstoffe kleiner werde. Zwei Mal in der Woche bekomme man im Kreis derzeit eine neue Lieferung, mit einer könne man 504 Impfungen schaffen. Die Senioreneinrichtungen seien bereits komplett zum ersten Mal durchgeimpft, nun seien die Behinderteneinrichtungen an der Reihe. Parallel werde in den Impfzentren in Günzburg und Krumbach gearbeitet.

Das Impfzentrum für Günzburg ist am 18. Dezember 2020 im leer stehenden Peri-Verwaltungsgebäude an der A8 eingerichtet worden.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Der Landrat betont, er halte nichts von einer Impfpflicht, auch nicht für Pflegekräfte, wie sie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) jetzt ins Spiel gebracht hat. Die Resonanz von Pflegekräften in Heimen und Kliniken im Landkreis sei hoch. So oder so will er die Menschen lieber überzeugen, und dazu soll auch die nun startende Werbekampagne beitragen.

Bürger des Landkreises Günzburg sollen sich schon jetzt fürs Impfen registrieren

Reichhart appellierte ebenso an die Bürger, sich bereits jetzt zu registrieren, falls sie sich impfen lassen wollen. Auch 18-Jährige könnten das schon tun, wenngleich sie natürlich noch warten müssten, bis sie an der Reihe sind. Aber das erleichtere die Planung. Auf vier Wegen könne man sich im Landkreis melden: bei der Hotline, per Mail, beim Internetportal – hier leitet der Landkreis nun auf die neue Landesseite weiter – und wer von ihm bereits einen Brief mit dem Impfaufruf erhalten habe, könne auch darauf antworten. Zu den Problemen bei der Hotline (wir berichteten) erklärte er, dass die Kassenärztliche Vereinigung Anrufe aus dem Unterallgäu nach Günzburg leite, was zur Überlastung beitrage – das Problem soll im Laufe der Woche gelöst werden.

Knapp 2000 der Menschen über 80 Jahre im Landkreis, das sind etwa 35 Prozent der Altersgruppe, hätten sich bereits registrieren lassen. Dass man in den Senioreneinrichtungen bereits fertig sei, hänge mit dem großen Einsatz der Mitarbeiter zusammen – auch über Weihnachten hätten sie Impfungen vorbereitet. Bewusst mache der Landkreis das alles in Eigenregie, um zu gewährleisten, dass es Fachleute sind, die hier arbeiten. Zwar könne man leicht mit dem Finger auf andere zeigen, wenn es Probleme bei einer Fremdfirma gibt. Aber stattdessen übernehme man selbst Verantwortung.

Jeder kann Teil der Werbekampagne werden

Da die Sterblichkeit bei einer Corona-Infektion in Heimen so groß sei, habe man hier anfangen müssen. Und auch Dr. Richter betonte, dass bei Menschen über 80 die Sterblichkeit bei 20 Prozent liege, wenn sie sich anstecken. Übertrage man die bislang bekannte Sterberate des Virus auf den Landkreis, könnten hier 500 Menschen an Corona sterben – das gelte es zu verhindern.

Damit sich die Werbekampagne nicht abnutzt, sollen nach einer gewissen Zeit die Protagonisten wechseln. Übrigens kann jeder einer werden: Etwa auf der Homepage des Landkreises kann man sich im Laufe der Woche einen Rahmen herunterladen, sein Bild dort einsetzen und in den sozialen Netzen veröffentlichen, wenn man sagen will: „Ich mag’ dich. Deshalb geh’ ich impfen – wenn ich an der Reihe bin.“

Hier kann man sich registrieren Wer sich impfen lassen will, kann sich hier anmelden: Telefon 08221/9370190, E-Mail an iz.corona@kliniken-gz-kru.de oder beim Portal www.landkreis-guenzburg.de/covid-19/impfzentrum

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