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Landkreis Günzburg

25.05.2020

Mit Abstand, Bier und Maske: Lokale öffnen Innenbereiche

Sicherheitsabstand, strenge Hygieneregeln und Personal mit Mund-Nasen-Maske: Seit Montag dürfen Gäste auch wieder im Lokal essen und trinken – wie hier im Landgasthof Zur Linde in Günzburg.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Eine Woche, nachdem bayerische Gaststätten Außenbereiche öffnen durften, darf auch wieder im Lokal serviert werden. Eine erste Bilanz im Kreis Günzburg.

In der vergangenen Woche haben Gastronomen ihre Außenbereiche und Biergärten wieder öffnen dürfen, seit diesem Montag können sie auch in den Innenräumen wieder bewirten. Zeit also für eine kleine Bilanz in der Region: Funktionieren die Auflagen und halten sich die Gäste auch daran?

Ja, sagt Mathias Ihle, Inhaber des Gasthofs „Waldvogel“ in Leipheim. „Am Vatertag war sehr viel los, da hatten wir auch fast zu 90 Prozent Reservierungen.“ Natürlich sei das Geschäft in der vergangenen Woche sehr wetterabhängig gewesen. So war der „Waldvogel“ am verregneten Samstag geschlossen. Und auch jetzt, da die Gastronomen in Bayern wieder im Innenraum bewirten dürfen, bleibt das Problem für Ihle bestehen. „Wir können im Biergarten rund 200 Leute unterbringen, drin aber nur etwa 60“, erklärt er. Wenn es also anfängt zu regnen oder kälter wird, kann nur ein gutes Viertel der Gäste an Tische im Innenbereich wechseln. Darauf weist er die Gäste direkt bei der Reservierung hin.

Die Gesundheit geht vor

Auch Giovanni Iavazzi, Inhaber des italienischen Restaurants „Am Silbersee“ in Rettenbach, zieht eine positive Bilanz zur vergangenen Woche. „90 Prozent der Gäste verhalten sich vorbildlich“, lobt er. Ab und zu seien zwar größere Gruppen gekommen, die er dann wieder wegschicken musste, aber das seien Ausnahmen. Dass seit Montag auch im Gastraum bewirtet werden darf, sieht Iavazzi skeptisch. Er ermuntert die Gäste, draußen zu sitzen. „Unsere Terrasse ist überdacht und geschützt. Wenn ein Gast infiziert ist und drin sitzt, kann das trotz Maske problematisch sein. Wir müssen auch unser Personal schützen – Gesundheit geht immer vor.“ Am Dienstag vergangener Woche sei das Gesundheitsamt da gewesen, um die Einhaltung der Vorgaben zu überprüfen. Zu beanstanden habe es nichts gegeben. „Wir halten die Auflagen genau ein“, betont Iavazzi.

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Biergarten-Gäste sind vorwiegend verständnisvoll

Im Gasthof „Zur Linde“ in Günzburg-Deffingen war das Gesundheitsamt noch nicht. Chefin Angela Baur führt das darauf zurück, dass sie mit dem Landratsamt Günzburg in engem Kontakt stehe. „Wir haben jede Vorgabe noch einmal abgecheckt, um sicherzugehen, dass wir alles richtig machen.“ Die erste Woche sei auch in der „Linde“ sehr gut gelaufen. Insbesondere am Vatertag sei das Geschäft den ganzen Tag über fast so gut gewesen, wie man es aus der Biergartensaison ohne Corona gewohnt ist. Baur zeigt sich erleichtert, dass die Gäste ohne Probleme Namen und Telefonnummern angegeben hätten. „Ich hatte schon ein bisschen Bauchweh bei dem Gedanken, dass die Gäste ihre Daten angeben müssen.“

Ab und zu habe es aber auch Gäste gegeben, die sich nicht an die Regeln halten wollten. So hätten sich schon Kunden geweigert, Masken zu tragen, und seien unverrichteter Dinge wieder gegangen. Diese Vorfälle seien aber sehr selten gewesen. „Die Leute sind in der Regel sehr verständnisvoll“, lobt Baur. Trotzdem muss sie Abstriche machen. Um die Abstandsregelungen einzuhalten, mussten die Plätze im Gastraum um mehr als die Hälfte reduziert werden. Und das Personal werde durch das dauerhafte Tragen der Masken zusätzlich belastet. „Besonders wenn die Temperaturen wieder steigen, wird es mühevoll – das kann man nicht schönreden.“

Dehoga unterstützt die Gastronomen

Doch die Gastronomen werden mit ihren Problemen nicht allein gelassen. Celia Feuchtmayr vom Brauereigasthof in Autenried lobt besonders den Einsatz des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. „Der Verband hat uns sehr unterstützt und leistet sehr wichtige Arbeit.“ So stammt beispielsweise der „Schilderwald“, wie Feuchtmayr ihn lachend bezeichnet, der die Gäste in Autenried auf die geltenden Regelungen hinweist, vom Dehoga. Celia Feuchtmayr blickt den kommenden Wochen eher freudig als besorgt entgegen. „Es klappt sehr gut, die Gäste informieren sich, bevor sie in ein Lokal gehen“, erklärt sie. Und wenn sich doch mal ein Gast weigert, eine Maske zu tragen und auch keine kaufen will, müsse er auch nicht bewirtet werden. Das gleiche gilt übrigens für die Beherbergung: Hält sich ein Gast nicht an die Maskenpflicht, hat das Hotel das Recht, vom Beherbergungsvertrag zurückzutreten. Wer im Innenraum speisen will, muss – auch das ist eine gesetzliche Vorgabe – einen Tisch reservieren. Feuchtmayr nutzt die Gelegenheit dann gleich, um die Leute an die Masken zu erinnern.

Gäste sind noch zurückhaltend

In Jettingen-Scheppach hat der Gasthof „Zur Sonne“ seit Montag vergangener Woche geöffnet. „Draußen stehen bei uns nur drei Tische“, erzählt Inhaberin Hildegard Feuchtmayr. Diese seien in der vergangenen Woche noch nicht genutzt worden. „Die Leute sind verhalten, vor allem, wenn sie schon um acht Uhr abends gehen müssen.“ Für die Öffnung der drei Gasträume ist jedoch alles vorbereitet: Rund 20 Tische weniger stehen jetzt in der Gaststätte, es gibt Hinweisschilder, Abstandsmarkierungen und Desinfektionsspender.

Auch im „Oberen Riedwirtshaus“ in Günzburg ist alles bereit. Bereits am Vatertag hat Inhaber Gerhard Keil den Außenbereich geöffnet. „Das war ein sehr gut besuchter Tag – aber von Freitag bis Sonntag war wegen des Wetters kaum etwas los.“ Jetzt steigt die Hoffnung, dass es ab dieser Woche besser wird. Denn nicht nur darf man drin bedienen, das Wetter soll auch wieder schöner werden. Die Nachfrage der Gäste ist bereits gestiegen. „Das Pfingstwochenende wird sicher gut besucht“, ist sich Keil sicher. Probleme habe es bisher keine gegeben. Besonders die Mitarbeiter freuen sich: „Hier sind alle hoch motiviert.“


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