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Tempo mit den Schilderbrücken!

Tempo mit den Schilderbrücken!
Kommentar Von Till Hofmann
19.06.2020

Nach wochenlanger Unfallfreiheit hat es auf der A8 wieder mehrmals gekracht. Unser Autor schreibt, was er über die Schilderbrücken denkt, die deshalb kommen sollen.

Was ist nur los im Landkreis Günzburg? Diese Frage dürften sich in den vergangenen Tagen nicht wenige gestellt haben: Ein Wohnhausbrand in Krumbach, Feuer in der Asylbewerberunterkunft im Günzburger Stadtteil Reisensburg, die verheerende Explosion am Günzburger Bahnhof und dann noch Keller, die wegen lokaler Unwetter vollgelaufen waren und ausgepumpt werden mussten.

Zum Durchatmen gab es für die Einsatzkräfte kaum Zeit. Mit welcher Professionalität die Ehrenamtlichen und deren Führungskräfte die jeweiligen Ereignisse in den Griff bekommen haben, nötigte sogar einem Vertreter des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Respekt ab. In Krumbach verdichtete sich, dass offenbar eigenes Verschulden dazu geführt hat, dass der Dachstuhl in Flammen stand. Im Fall des explodierten alten Lagergebäudes dürfte der Erkenntnisgewinn noch etwas länger auf sich warten lassen. Keine Zeit sollten sich indes Geschädigte lassen, ihren Versicherungen mitzuteilen, was alles betroffen ist. Die Stadt Günzburg berät – falls nötig – ihre Bürger. Dies Beispiel zeigt, dass der Servicegedanke nicht nur als Vorschlag auf einem Blatt Papier steht, sondern gelebt wird.

Eines ist in der Aufzählung der kleineren und größeren Tragödien dieser Tage nicht enthalten: Auf der A8 hat es auch schon wieder im Gegensatz zur Corona-Hochphase einige Male gekracht. Im Laufe eines Telefongesprächs mit Stefan Müller diese Woche wünschte sich der Kreisbrandrat wieder zurück in jene Zeit. Nicht etwa, weil er einen „Lockdown“, der das öffentliche Leben gelähmt hat, schätzt. Sehr wohltuend ist es aber für die strapazierten Helferinnen und Helfer gewesen, acht Wochen überhaupt keinen Einsatz auf der A8 im Landkreis Günzburg gehabt zu haben.

Tempo mit den Schilderbrücken!

Das gehört leider inzwischen wieder der Vergangenheit an. Mit diesem Zustand muss und sollte man sich allerdings nicht zufriedengeben. Ende Februar – gut drei Wochen vor der Kommunalwahl – legte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Günzburg einen Zwischenstopp ein, um überraschend zu verkünden, dass auch an der A8, die durch den Landkreis führt, Verkehrsbeeinflussungsanlagen gebaut werden. Das war bis dahin nicht für möglich gehalten worden. Die Schilderbrücken haben den Vorteil, dass sie nicht starr das Tempo beschränken, sondern Parameter wie Witterungseinflüsse und das Verkehrsaufkommen eine Rolle spielen. Entsprechend größer fällt die Akzeptanz der Autofahrer aus, sich an das zu halten, was temporär angezeigt wird.

Das mag vielleicht nicht die entscheidende Entlastung für die lärmgeplagten Anwohner Leinheims bringen. Ein erhöhter Lärmschutzwall ist vermutlich effektiver. Aber die digitalen Schilderbrücken verbessern die Verkehrssicherheit. Von Studien ist das unterfüttert.

Und ist es nicht eines der wichtigsten Anliegen überhaupt, die körperliche Unversehrtheit der Menschen zu schützen? Das Coronavirus hat gezeigt, wie drastisch und wie schnell Maßnahmen ergriffen worden sind, die eine ganze Volkswirtschaft aus dem Takt gebracht haben. Es sollte also auch möglich sein, mit Verve diese Schilderbrücken zu realisieren.

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