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Handball

11.05.2015

„Wir machen weiter“

Auf zu neuen Gefilden: Die Leipheimer Handballerinnen (unser Foto zeigt Kathrin Dirr) blicken wieder nach vorne.
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Auf zu neuen Gefilden: Die Leipheimer Handballerinnen (unser Foto zeigt Kathrin Dirr) blicken wieder nach vorne.
Bild: Ernst Mayer

Wie die Leipheimer Abteilung das Aus abwendet und welche neuen Ziele sie sich setzt

Ein geliebtes Stück Sport-Tradition verlieren? Eine ganze Abteilung zu Grabe tragen? Das wollten sie dann doch nicht. Die Handballer im VfL Leipheim rückten in der Not zusammen, suchten gemeinsam nach neuen Ideen, erkundeten dabei auch bislang fremde Gefilde – und verkünden jetzt mit neuer Kraft und neuem Mut: „Wir machen weiter.“

Gesagt hat diese für alle Freunde des Handballsports in der Region erlösenden Worte Wolfgang Mayer. Er ließ sich anlässlich der Abteilungsversammlung, in deren Vorfeld laut über die Auflösung der Abteilung nachgedacht worden war, in die Pflicht nehmen und zum neuen Chef wählen. Der 60-Jährige war früher schon mal zwölf Jahre VfL-Abteilungsleiter gewesen und darf deshalb von sich behaupten: „Mir ist das Geschäft nicht ganz fremd.“ Müller spielte früher selbst in Leipheim und Niederraunau und ist immer noch als Schiedsrichter aktiv. Allein wird er nicht dastehen, denn neben dem Job des Spartenchefs konnten bei der Versammlung auch die weiteren Posten in der neuen Führungsetage besetzt werden (siehe Die Führungscrew).

Es liegt auf der Hand, dass angesichts der zuletzt prekären Situation neue Denkmodelle her mussten, um die Leipheimer Handballer solide in die Zukunft zu führen. Was jetzt ersonnen wurde, überrascht in dieser Weite aber doch: Nach eingehenden Gesprächen mit dem ebenfalls kriselnden TSV Neu-Ulm gibt es fortan laut Mayer „eine gleichberechtigte Kooperation“ zwischen beiden Vereinen. „Wir wollen absolut auf Augenhöhe und fair miteinander arbeiten.“

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Wie sich das im Einzelnen atmosphärisch gestalten wird, befindet sich derzeit noch im Versuchsstadium, führt der VfL-Spartenchef aus. Aus seiner Sicht ist von allen Seiten ein wenig Geduld gefordert. „Wir sind gerade dabei, die Spielerinnen zusammenzubringen. Die haben jetzt einmal zusammen trainiert.“

Klar ist dagegen, wie es sportlich weiter gehen soll. Für die nächste Saison wurden beim Verband zwei Frauen-Teams gemeldet. Die Erste wird unter dem Namen VfL Leipheim in der Bezirksliga antreten, die Zweite unter dem Namen TSV Neu-Ulm in der Bezirksklasse. Für die Saison 2016/17 ist dann auch dem Namen nach eine Spielgemeinschaft geplant. Das sei heuer in Sachen Mannschaftsmeldung nicht mehr möglich gewesen, betont Mayer. Er erstickt damit eventuelle Spekulationen, die Neu-Ulmer Sparte unter Abteilungsleiterin Tanja Nikolic werde vielleicht doch nicht so gleichwertig gesehen wie im Konzept beschrieben.

Sportliches Ziel sei es, mit dem Bezirksliga-Team aufzusteigen, betont der VfL-Abteilungsleiter. Stefan Simnacher wird für dieses Projekt weiterhin als Trainer arbeiten. Doch Mayer weiß auch, dass gerade vor dem Hintergrund der eben erst beginnenden Verzahnung beider Handball-Sparten Rückschläge eintreten können. „Zur Pflicht wird erst mal gar nichts gemacht. Aber der Wille ist da, möglichst gut abzuschneiden“, formuliert er.

Ungelöst ist derzeit noch das Problem der Spielerinnen-Knappheit. Auch Mayer kann nicht hundertprozentig sicher sagen, ob die gemeldete zweite Mannschaft tatsächlich eine ganze Spielzeit lang existieren wird. Konkret an Mangelerscheinungen der jüngeren Vergangenheit erinnert, entgegnet er: „Beide Abteilungsleiter sind sich einig, dass wir erst einmal die erste Mannschaft möglichst stark machen und die zweite irgendwie mit durchziehen wollen.“ Dafür sei freilich dringend erforderlich, die eine oder andere ehemalige Spielerin zu reaktivieren.

Wesentlich schlechter als im Frauen-Bereich sieht es derzeit bei den Männern aus. Hier wird es auf absehbare Zeit keine Leipheimer Mannschaft geben. „Ich wollte ein paar Jungs reaktivieren, aber das wird jetzt zu knapp“, bemerkt Mayer besorgt. Er will das Ziel, irgendwann auch wieder Männer-Handball anzubieten, aber nicht ganz aus den Augen verlieren.

Und die Jugend? „Das wollen wir weiter aktivieren – zum Beispiel, indem wir im Juni am Leipheimer Schultag teilnehmen“, sagt Mayer. Er ist für’s Erste froh, dass er dank der jahrelangen, intensiven Zusammenarbeit mit dem Verein in Silheim vier Nachwuchs-Teams in den Spielbetrieb führen kann. Auch darin erkennt er einen großen Schritt in die Handball-Zukunft des VfL Leipheim.

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