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Babenhausen

23.03.2019

Babenhauser CSU rechnet 2020 mit spannender Wahl

Die Babenhauser CSU richtet den Blick auf die Kommunalwahl 2020.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Der CSU-Ortsverband will mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr zusammenrücken. Bürgermeister Otto Göppel plant eine erneute Kandidatur.

Bis die Bayern neue Bürgermeister, Gemeinde- und Stadträte wählen, ist es zwar noch ein Jahr hin. Dennoch befassen sich die Parteien vor Ort bereits damit, wie sie den Wahlkampf gestalten können. So auch die CSU in Babenhausen, die derzeit zusammen mit der Jungen Wähler Union die größte Fraktion im Marktrat bildet. Ortsvorsitzender Christian Pfeifer nannte es bei der Jahresversammlung zwar „noch zu früh“, offiziell Kandidaten für die CSU-Liste und das Amt des Bürgermeisters zu nominieren. Bekannt ist aber, dass sich der aktuelle Rathauschef Otto Göppel erneut zur Verfügung stellen wird. Der 55-Jährige sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass er für sich entschieden habe, bei der Wahl antreten zu wollen. Eine Nominierung stehe noch aus, betonte er. Bei einem Erfolg wäre es Göppels dritte Amtsperiode. Offiziell ist seit Donnerstagabend hingegen, dass die Babenhauser Christsozialen mit einem teils neu besetzten Vorstand in die Wahl 2020 ziehen werden. Den Vorsitz hat aber weiterhin Christian Pfeifer inne.

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Bei der Versammlung appellierte Pfeifer in Richtung der insgesamt rund 80 Mitglieder des Ortsverbands: „Es ist entscheidend, dass wir jetzt zusammenrücken“. Das sei vor allem angesichts der sich verändernden Parteienlandschaft in Babenhausen notwendig. Denn auch die vor noch nicht allzu langer Zeit gegründeten Ortsgruppen der Grünen und der AfD haben gegenüber unserer Redaktion angekündigt, eigene Listen bilden zu wollen. Auch dass es mehrere Kandidaten für das Bürgermeisteramt geben könnte, ist demnach zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Pfeifer: Ergebnisse der Landtagswahl "mit Sorge" betrachtet

Pfeifer sagte in seiner Ansprache, dass er die Ergebnisse in Babenhausen und im Umland bei der Landtagswahl „mit Sorge“ zur Kenntnis genommen habe. „Es geht in eine ungesunde rechte Richtung, die wir nicht wollen.“ Er warnte vor Entscheidungen an der Wahlurne, die aus Frust oder Protest gefällt werden. Außerdem war er der Ansicht, dass es leicht falle, Dinge zu kritisieren, wenn man nicht in der Verantwortung stehe. Die Mitglieder bat er darum, die Inhalte des Ortsverbands zu bewerben und auch „in die Diskussion“ mit Skeptikern zu gehen. Welche Themen der Babenhauser CSU im Wahlkampf wichtig sein werden, deutete Pfeifer an.

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Er nannte unter anderem die Erweiterung des Gewerbegebiets und die Sanierung maroder Straßen. Dringend sei auch der Ausbau der Kinderbetreuung, nicht zuletzt, weil der Ort attraktiv für junge Familien bleiben solle. Auch das sanierte Schulzentrum spiele dabei eine wichtige Rolle. Zur Zukunft des Schlossareals samt Zehentstadel äußerte sich der Ortsvorsitzende ebenfalls: Ohne Fördergelder und Investor könnten die Gemeinde und das Fürstliche Haus das Millionenprojekt nicht schultern. Die Chancen dürfe Babenhausen nicht verstreichen lassen. Pfeifers Aufforderung: „Die großen Dinge denken!“

Zu Gast war Franz Josef Pschierer, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Unterallgäu, Landtagsmitglied und ehemaliger Staatsminister. Er gab Einblick in die politische Arbeit in München – und zeigte zugleich, was auch manche Kommune ab 2020 erwarten könnte.

Pschierer: "Debattenkultur hat sich sehr verändert"

Denn die Wahl im Oktober hat einen größeren Landtag mit mehr Fraktionen gebracht. Das habe „die Debattenkultur sehr verändert“. Auch müsse seine Partei nun Kompromisse mit einem Koalitionspartner, den Freien Wählern, eingehen. Als Beispiel nannte er den Straßenausbau: Die Abschaffung der Beiträge, Strabs genannt, koste viel Geld – „und ich habe nicht den Eindruck, dass dadurch Frieden in den Gemeinden einkehrt.“

Außerdem lenkte Pschierer den Blick auf die Europawahl im Mai. Die bewährten Parteien profitierten möglicherweise von der verworrenen Brexit-Debatte: „Die Menschen suchen in solchen Zeiten nach Orientierung.“ Er persönlich glaube nicht, dass es zu einem harten Brexit kommen wird.

Mit Manfred Weber hat die CSU aus Pschierers Sicht einen Kandidaten für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten in den eigenen Reihen, der viel Zuspruch erhalte. Eine Devise laute: „Mehr Bayern in Brüssel und weniger Brüssel in Bayern.“ Der ehemalige Staatsminister aus dem Stimmkreis Kaufbeuren betonte dabei, dass die deutschen Parteien durchaus unterschiedliche Ansichten auf EU-Ebene vertreten, etwa zu Handel und Banken-Hilfen.

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