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Weißenhorn

31.01.2020

Gibt es künftig zwei verkaufsoffene Sonntage in Weißenhorn?

Anlässlich des Töpfer- und Kunsthandwerkermarkts am Muttertag dürfen Geschäfte in Weißenhorn sonntags öffnen.
Bild: Andreas Brücken

Plus Der Gewerbeverband Weißenhorn wünscht sich mehr Flexibilität und einen weiteren Termin. Die Stadtverwaltung prüft, ob das möglich ist.

Muttertag ist verkaufsoffener Sonntag. Das gilt in Weißenhorn seit dem Jahr 2007. Künftig könnte aber noch ein zweiter verkaufsoffener Sonntag hinzukommen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat einem Antrag des Gewerbeverbands zugestimmt. Die Geschäftsinhaber wünschen sich mehr Flexibilität bei der Termingestaltung des verkaufsoffenen Sonntags im Frühjahr und einen weiteren Termin im zweiten Halbjahr.

Die bisherige Fixierung auf den am Muttertag stattfindenden Töpfermarkt erweise sich als schwierig, hatte Katja Blum, die Vorsitzende des Gewerbeverbands, in ihrem Antrag an die Stadtverwaltung geschrieben. Für die Geschäftsinhaber sei es besonders schwierig oder es sei von ihnen auch nicht gewollt, Personal für diesen Tag zu begeistern. Außerdem biete die Stadt Weißenhorn mit einem verkaufsoffenen Sonntag aus Sicht von Blum weniger Möglichkeiten für das örtliche Gewerbe, sich zu präsentieren, als vergleichbare Städte. Als Beispiele führte sie in ihrem Schreiben unter anderem Illertissen und Babenhausen an. Dort finden jeweils zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr statt.

Als zweiter Termin kommt wohl nur das Kinderfest infrage

Die Rechtslage ist eindeutig: Aus Anlass von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen dürfen Geschäfte an höchstens vier Sonn- und Feiertagen ihre Türen öffnen. Für die maßgeblichen Veranstaltungen gilt allerdings die Voraussetzung, dass sie einen im Verhältnis zur Einwohnerzahl der Kommune beträchtlichen Besucherstrom anziehen. Bürgermeister Wolfgang Fendt zufolge würde sich in Weißenhorn neben dem Töpfermarkt nur das Kinderfest als Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag anbieten. „Alles andere entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben“, sagte er in der Stadtratssitzung.

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Der verkaufsoffene Sonntag sei das probate Mittel gegen die Konkurrenz aus dem Internet, sagte Marcus Biberacher ( CSU). Nachweislich werde sonntags am meistten online bestellt, ergänzte er. Gunther Kühle (CSU) sagte, der verkaufsoffene Sonntag sei grundsätzlich eine gute Möglichkeit für den lokalen Handel, auf sich aufmerksam zu machen. Doch er bemängelte auch, dass die Geschäfte mit dem Problem der Erreichbarkeit zu kämpfen hätten. So sollte der nächste Stadtrat Kühle zufolge sein Augenmerk darauf richten, dieses Problem anzugehen, zum Beispiel mit dem Bau eines Parkhauses in der Innenstadt.

Stadtrat Johannes Amman spricht von einem "völlig falschen Weg"

Ulrich Hoffmann (ÖDP) sprach sich als Präses der katholischen Arbeitnehmerbewegung gegen einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag aus. Er glaube auch nicht, dass sich die Geschäfte damit besser gegen die Internet-Konkurrenz zur Wehr setzen können, sagte er. Als „völlig falschen Weg“ bezeichnete Johannes Amann (WÜW) die Idee eines zeiten Termins am Kinderfest. Mit Blick auf die Arbeitnehmer mit eigenem Nachwuchs sagte er: „Das sollte der Tag sein, wo Familien mit Kindern etwas zusammen unternehmen.“ Das Kinderfest dürfe nicht zum Aufmachen der Geschäfte missbraucht werden.

Am Ende überwogen die Stimmen der Befürworter: Mit 19:4 wurde der Antrag angenommen. Wie vom Gesetzgeber vorgesehen soll die Stadtverwaltung nun anhand von Prognosen und Befragungen prüfen, ob künftig bis zu zwei verkaufsoffene Sonntage möglich sind. Bei einem positiven Ergebnis sollen diese auch genehmigt werden.

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