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Kommunalwahlen

29.04.2020

Neue Bürgermeister: Für sie beginnt am 1. Mai der neue Job

Ins Vöhringer Rathaus zieht nach 24 Jahren ein neuer Bürgermeister ein. Karl Janson war nicht mehr angetreten.
Bild: Stadt Vöhringen

Plus Am Freitag beginnt ganz offiziell die Amtszeit der im März neu gewählten Bürgermeister. Einige von ihnen haben uns erzählt, wie sie sich auf den Job vorbereiten.

Fast anderthalb Monate ist es nun her, dass die Bürger in Bayern darüber bestimmt haben, wer in ihren Städten und Gemeinden künftig das Sagen hat. Für die Gewählten wird es nun ernst: Am 1. Mai beginnt ihre Amtszeit offiziell. Dank Feiertag geht es für die meisten dann erst drei Tage später, am Montag, richtig los. So haben sich einige der neuen Bürgermeister in der Region auf die Aufgabe vorbereitet.

Nach sechs Jahren als zweiter Stellvertreter rückt er nach: Markus Koneberg ist der neue Bürgermeister von Kettershausen. Während seiner langjährigen kommunalen Mitarbeit hat Koneberg bereits an vielen Projekten mitgewirkt.

Markus Koneberg

Trotzdem hätte sich der 43-Jährige fachlich gerne intensiver vorbereitet: Das dreitägige Bürgermeister-Seminar des Bayerischen Gemeindetags, das Grundlagen zu allen kommunalen Themen vermittelt, musste verschoben werden.

Trotzdem startet der gebürtige Kettershauser mit einem guten Gefühl in seine Amtszeit. Das positive Wahlergebnis von 88,9 Prozent sieht er als Vertrauensvorschuss seiner Wähler. Koneberg freut sich auf die Aufgabe: „Es ist etwas Besonderes, in der eigenen Heimat zum Bürgermeister gewählt zu werden.“ Koneberg, der im März als einziger Kandidat bei den Kommunalwahlen in Kettershausen antrat, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seinen Posten als Leiter des Bildungszentrums Unterallgäu gibt er auf, um sich hauptamtlich um die Gemeinde mit ihren 1700 Einwohnern zu kümmern. Für seine Zeit als Bürgermeister, die er als Herausforderung sieht, hat er viele Pläne: „Ich will die Entwicklung in Kettershausen voranbringen.“

Susanne Schewetzky

Konebergs Amtsvorgängerin Susanne Schewetzky (CSU) wird künftig im Bellenberger Rathaus anzutreffen sein. Mit 57,5 Prozent der Stimmen hatte sie sich gegen den Kandidaten der Freien Wähler, Manuel Fink, durchgesetzt. Derzeit ist die Bürgermeisterin noch gut beschäftigt damit, Corona-Maßnahmen in Kettershausen umzusetzen, die von der bayerischen Staatsregierung verkündet werden. Da ist insbesondere im Kindergarten viel zu tun und zu planen. Nebenbei steht Schewetzky auch schon im Kontakt mit der Bellenberger Verwaltung, die offizielle Einarbeitung beginnt mit ihrem Amtsantritt am 1. Mai. Erfahrung im Job als Bürgermeisterin hat sie im Kettershauser Rathaus ja bereits einige sammeln können. Die konstituierende Sitzung des Bellenberger Gemeinderats ist auf den 12. Mai terminiert.

In Vöhringen übernimmt Michael Neher (CSU) das Amt von Karl Janson. Die Herausforderungen, die die Corona-Krise mit sich bringt, scheut der Neubürgermeister nicht. „Es war klar, dass dieses Amt nicht nur Repräsentation bedeutet, sondern auch mit Verantwortung für Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, für Stadträte und für die Bürger mit einhergeht“, sagt Neher.

Insofern hat er sich schon damit beschäftigt, wie die Sitzungen des Stadtrats, des Bau- und des Hauptausschusses nun unter hygienisch möglichst unbedenklichen Gesichtspunkten stattfinden können.

Auch ein Konzept, wie man das Rathaus schrittweise wieder für die Vöhringer Bürger öffnen kann, ist derzeit in Arbeit. Bis zum 31. März war Neher in seinem bisherigen Beruf als Anwalt tätig, seither bereitet er sich auf die Arbeit als Bürgermeister vor und steht in engem Kontakt mit der Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter dort, so sagt Neher, erlebe er als sehr motiviert. „Sie tun alles, damit wir in der Krise vorankommen.“ Zeit erfordert auch die Vorbereitung der konstituierenden Sitzung, bei der der neue Stadtrat offiziell seine Arbeit aufnimmt. Sie soll in Vöhringen am 7. Mai stattfinden.

Auch mit der Nachfolge in der Amtsstube der Gemeinde Unterroth wird es ernst: Noch-Bürgermeister Gerhard Struve hat vor einigen Tagen schon mal die Rathausschlüssel an seinen Nachfolger Norbert Poppele übergeben – allerdings ganz unprätentiös. Denn ursprünglich sollte die symbolhafte Übergabe im dekorativen Rahmen der Maibaumfeier mit Bürgern und Vereinen erfolgen. Wegen der Corona-Gefahr mussten die Abläufe verändert werden.

Amtsübergabe in Unterroth mit Sicherheitsabstand: Noch-Bürgermeister Gerhard Struve hat den Rathausschlüssel an seinen Nachfolger Norbert Poppele (links) übergeben.
Bild: Regina Langhans

Während für Struve die letzten Tage seiner 18-jährigen Amtszeit alles andere als nach Plan ausklingen, weiß es Poppele zu schätzen, ein Bürgermeisteramt auf dem Land anzutreten: „In der Stadt ist einfach zu spüren, dass sich die Menschen weniger ausweichen können und die Situation wirkt noch bedrückender“, findet der neue Gemeindechef.

Viel Zeit, sich ins Amt einzuleben, bleibt dem neuen Osterberger Bürgermeister Martin Werner nicht. Nach der Amtsübergabe stehen zahlreiche laufende Projekte im Vordergrund, die betreut und zu Ende geführt werden müssen.

Dass die Gemeindeverwaltung bislang von Corona-Fällen oder Quarantäne-Maßnahmen verschont blieb, erleichtert die Arbeit. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, sei selbstverständlich und machbar. Obwohl man sich an Gemeinderatssitzungen in der großen und etwas ungemütlich wirkenden Turnhalle erst gewöhnen muss. In Sachen Amtsführung und Bürgerkontakt will Martin Werner zunächst nichts ändern. Werner ist ab Mai ehrenamtlicher Bürgermeister und auch Geschäftsführer einer Werkzeugbaufirma. Dass sich beides vereinbaren lässt, ist sich der seit 15 Jahren in Weiler wohnhafte neue Rathauschef sicher. „Ich werde mir in der Firma Freiräume erarbeiten, die es mir ermöglichen, das Bürgermeisteramt auszufüllen.“ (akas, fwo, sar, lor)

Was die neu gewählten Bürgermeister am Wahlabend zu sagen hatten, lesen Sie hier:

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