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Vöhringen

02.03.2020

Zufallsfund in Vöhringen: So tauchten die heiligen Gegenstände wieder auf

Golden schimmerten die gestohlenen Gefäße im Mühlbach: Kirchenmitarbeiter Dieter Brocke hat das Diebesgut im Wasser entdeckt, Alexander Sassmann von der Fischereigemeinschaft hat es anschließend geborgen.
Bild: Dieter Brocke

Plus Nachdem der Tabernakel aufgebrochen wurde, spricht Pfarrer Martin Straub von einem Angriff auf die Kirche. Wie das Diebesgut wieder gefunden wurde.

Die sakralen Gegenstände, die in der Nacht zum Donnerstag aus dem Tabernakel der Pfarrkirche St. Michael entwendet worden waren, sind wieder aufgetaucht. Und das kann man wörtlich nehmen. Denn die bislang unbekannten Täter haben die goldenen Behältnisse einfach in den Mühlbach geworfen. Darunter auch der Kelch, in dem bereits geweihte Hostien aufbewahrt wurden. Die, so nehmen Pfarrer Martin Straub und die Polizei an, könnten mit der Strömung des Baches weggeschwemmt worden sein. Die Tat hatte in Vöhringen Entsetzen ausgelöst. Konsekrierte Hostien gelten in der katholischen Kirche als das Allerheiligste.

Pfarrer geht von einem Angriff auf die Kirche aus

So sehr Erleichterung darüber herrscht, dass die Kelche wieder aufgefunden wurden, so sehr stimmt das Pfarrer Straub , der auch Dekan für das Dekanat Neu-Ulm ist, nachdenklich. Er ist sich sicher, dass es sich hier nicht um einen einfachen Diebstahl handelt, um in den Besitz von Kunstgegenständen zu kommen und um die dann zu Geld zu machen. „Das ist ein Angriff auf die Kirche überhaupt“, ist sich Straub sicher. Für den Geistlichen ist es ein Akt, um deutlich zu machen, dass man der Kirche Schaden zufügen will. Und damit sei nicht der materielle Schaden gemeint. Straub hofft, dass die Kriminalpolizei die schreckliche Tat bald aufklären wird.

Am Freitag war bekannt geworden, dass bislang unbekannte Täter die sakralen Gegenstände geraubt hatten. Sie brachen mit brutaler Gewalt nicht nur alte Türen auf, sondern beschädigten den kostbaren Tabernakel des Hauptaltares erheblich.

Zufallsfund in Vöhringen: So tauchten die heiligen Gegenstände wieder auf

Dass die Kelche gefunden wurden, ist einem Zufall zu danken. Die Kirche war auf Anordnung des Diözesanadministrators Bertram Meier , künftiger Bischof der Augsburger Diözese, geschlossen worden. Zunächst musste nach Kirchenrecht ein Bußritus vollzogen werden. Das geschah am Samstagvormittag. Im Anschluss daran standen Pfarrer Straub , Kirchenpfleger Andreas Kaffarnik , Bernhard Hauguth , Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen , Mesner André Bodirsky und Dieter Brocke , engagierter Mitarbeiter der Kirche, in einem Gespräch beisammen.

Lesen sie auch: Kirchenschändung in Vöhringen macht Bußritus notwendig

Dabei stand das Geschehen um die Tat im Mittelpunkt. Brocke , beruflich mit Kriminalfällen befasst, schritt noch einmal den Weg vom Südeingang der Pfarrkirche bis zum kleinen Brückle über den Mühlbach ab. Das ist ein Weg, der vom Pfarrgarten zur Realschule führt. Auf dem Holzsteg verharrte Brocke und sah plötzlich in dem trüben Gewässer einen goldenen Schein. Er traute seinen Augen nicht, denn nach genauem Hinsehen entdeckte er den Kelch.

Polizei hofft auf Spuren auf dem Kelch

Andreas Kaffarnik mit guten Verbindungen zur Vöhringer Fischereigemeinschaft alarmierte Alexander Sassmann. Der kam mit Wathose und holte die beiden Gegenstände aus dem Fließgewässer. Beamte der Polizei nahmen sie in Empfang, aus Vorsicht mit Handschuhen. Denn wenn der Kelch auch im Wasser gelegen hatte, möglicherweise gibt es bei den heutigen kriminaltechnischen Untersuchungen verwertbare Abdrücke.

Dass die gestohlenen Gegenstände gefunden wurden, erleichtert auch den Pressesprecher bei der Einsatzzentrale Kempten , Dominic Geißler , und den stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion Illertissen , Alexander Kurfürst. Er sagt: „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen und brauchen jeden Hinweis.“

Die Polizei nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 07303/96510 entgegen.

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