Newsticker

Österreich verhängt Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Risikogebieten von 7. Dezember bis 10. Januar

Basketball

20.02.2018

Die Rituale der Roten

Auch kein Lächeln auf den Lippen, obwohl er Grund dazu gehabt hätte: Bayern-Präsident Uli Hoeneß war am Samstag zu Gast in der Arena.
3 Bilder
Auch kein Lächeln auf den Lippen, obwohl er Grund dazu gehabt hätte: Bayern-Präsident Uli Hoeneß war am Samstag zu Gast in der Arena.
Bild: Eibner/Langer

Die Bayern sind vielerorts unbeliebt, aber sie gewinnen einfach trotzdem. Die Ulmer Fans hielten im Finale zu Berlin – mit teilweise merkwürdigen Auswüchsen

Raoul Korner ist als fachlich versierter, stets freundlicher und rhetorisch begabter Basketballtrainer bekannt. Dass er auch ein Philosoph ist, das stellte der Österreicher beim Top-Four in der Ratiopharm-Arena nach der klaren Halbfinal-Niederlage seiner Bayreuther gegen Alba Berlin unter Beweis. Korner sagte: „Nur eine Mannschaft verlässt dieses Turnier mit einem Lächeln auf den Lippen.“ Dass das nicht seine Bayreuther und auch nicht Ratiopharm Ulm sein würden, das war schon vorab absehbar gewesen. Es war erwartungsgemäß Bayern München und natürlich begnügten sich die Spieler des souveränen Tabellenführers der Bundesliga nicht mit einem Lächeln. Es wurde ausgelassen gefeiert, inklusive diverser Weißbierduschen. Was der mit den Ritualen der Roten vermutlich erst unzureichend vertraute Bayern-Trainer Sasa Djordjevic als ziemlich unangenehm empfand.

Ratiopharm Ulm selbst spielte als Gastgeber des Top-Four sportlich nur eine Nebenrolle, große Erkenntnisse für den weiteren Saisonverlauf dürfte das Turnier kaum gebracht haben. Man hat es vorher schon geahnt: Wenn die Ulmer schlecht spielen und nicht alles geben, dann verlieren sie wie in der Woche zuvor auch gegen Gießen und Frankfurt. Wenn sie ans Limit gehen, dann können sie die Großen der Branche zeitweise ärgern. So wie im Halbfinale gegen die Bayern am Samstag. Gewinnen kann diese Ulmer Mannschaft so ein Spiel in dieser Saison aber nicht.

Der Ulmer Anhang musste sich am Sonntag also entscheiden und die Wahl fiel den Fans in der Orange-Zone leicht. Während ein großer Teil der Bayreuther Schlachtenbummler sich nach dem Spiel um Platz drei bereits auf den Heimweg gemacht hatte, schmiedeten die orange gekleideten Ulmer und die blau-weiß gewandeten Berliner im Finale eine akustische Allianz gegen die Bayern. Mit teilweise merkwürdigen Auswüchsen. Vereinzelt waren sogar Pfiffe gegen die Cheerleader aus München zu vernehmen, bei den Aktionen von Nihad Djedovic ertönte ein regelrechtes Pfeifkonzert. Mehr als ein Jahr wohlgemerkt, nachdem der Bayern-Spieler Tim Ohlbrecht bei einem Zusammenprall schwer verletzt hat. Unabsichtlich, wie der Ulmer Center selbst schon oft beteuert hat.

Man reibt sich an diesen Bayern in der Bundesliga und man mag sie vielerorts nicht. Denen ist das schnuppe. Sie gewinnen so wie am Wochenende in der Arena einfach trotzdem. Die Basketballer dieser sportlichen Weltmarke haben sich die Mia-san-mia-Einstellung des FC Bayern München zu eigen gemacht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren