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Basketball

23.05.2020

Mannschaft für das Geisterturnier nimmt Gestalt an

Der bisherige Ulmer Center Grant Jerrett (links) gegen den neuen Ulmer Center Dylan Osetkowski im Pokalspiel.
Bild: imago-images/spfimages

Willis und Goodwin wurden in der Stadt gesehen. Jerrett kommt nicht – dafür ein Neuer, der so neu nicht ist

Allmählich herrscht ein bisschen mehr Klarheit in der Frage, mit welcher Mannschaft Ratiopharm Ulm beim Saison-Abschlussturnier der Basketball-Bundesliga in München antreten kann. Derek Willis und Archie Goodwin wurden bereits in der Stadt gesehen, sie werden also spielen – negative Ergebnisse bei den obligatorischen Corona-Tests vorausgesetzt. Dass Kilian Hayes wegen seiner NBA-Ambitionen nicht zurückkommt, das hat der Verein bereits gemeldet, auch wenn Sportchef Thomas Stoll das so in dieser Woche nicht mehr bestätigen wollte. Auch Center Grant Jerrett hat den Ulmern einen Korb gegeben. Seine Position wird beim Geister-Turnier Dylan Osetkowski aus Göttingen übernehmen. Das ist auf den ersten Blick eine überaus pikante Personalie. Schließlich spielt auch Göttingen in München mit und das obendrein in derselben Vorrunden-Gruppe wie Ratiopharm Ulm. Am 14. Juni trifft Osetkowski im Audi-Dome mit seinem neuen Verein auf seinen alten.

Genau genommen ist Ulm aber gar nicht der neue Verein des 23 Jahre alten und 2,06 Meter großen Hünen aus Kalifornien, der seit zwei Wochen die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Die Saison hatte bereits begonnen, als der Blondschopf im Oktober des vergangenen Jahres in der Münsterstadt ankam. Wenige Tage zuvor hatte er bei Ratiopharm Ulm einen Vertrag unterschrieben, um zeitgleich nach Göttingen ausgeliehen zu werden. Beide Vereine hatten davor diesen ungewöhnlichen Plan ausgearbeitet. Frisch vom College sollte Osetkowski Erfahrungen in der Bundesliga sammeln. Teil der Vereinbarung war auch, dass der Kalifornier in den folgenden beiden Spielzeiten für Ulm auf dem Parkett stehen sollte. Göttingen bekam so einen hoch talentierten Spieler, der sonst nicht zu bezahlen gewesen wäre. Gleichzeitig überzeugte Ulm ihn mit einer längerfristigen Perspektive. Entsprechend motiviert ging Osetkowski in den beiden Duellen zwischen Ulm und Göttingen zu Werke: 16 Punkte und elf Rebounds waren es in der Liga, 14 Punkte und acht Rebounds im Viertelfinale des Pokals.

Dass Osetkowski nun aus den USA zurück nach Deutschland kommt, das wurde erst nach der Absage von Grant Jerrett ein Thema. „Wenn du fast zwei Monate zu Hause sitzt und nichts tun kannst, fällt dir irgendwann die Decke auf den Kopf. Deshalb habe ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut, mit Ulm das Turnier zu spielen“, sagte Osetkowski, der seit Donnerstag in Deutschland ist: „Ich weiß, dass meine Situation ungewöhnlich ist. Aber im Sport kommt es immer wieder vor, dass Spieler während der Saison zu einem anderen Verein wechseln, sagt der Enkel einer deutschen Großmutter: „Meine Oma ist in Bremerhaven geboren, weshalb auch meine Mutter die doppelte Staatsbürgerschaft hat.“ Die Corona-Pause hat Osetkowski dazu genutzt, alle nötigen Papiere für die deutsche Staatsbürgerschaft einzureichen.

Vor ihm kamen auch schon Derek Willis und Raymar Morgan aus Göttingen zu den Ulmern – vor allem mit Morgan haben die ja die besten Erfahrungen gemacht. (az/pim)

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