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Krumbach

02.03.2020

Krumbach: Marktkaufleute sehen Weihnachtsmärkte kritisch

Wenzel Bradac, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern.
Bild: Uwe Bolten

Mit welchen Problemen die Marktbeschicker aktuell zu kämpfen haben. Wie sich die Besucherzahlen entwickeln.

Wer genießt nicht den Bummel über einen der zahlreichen Märkte in der Region. Die wenigsten Besucher wissen jedoch, was hinter den Kulissen abläuft oder mit welchen Herausforderungen die Marktkaufleute tagtäglich zu kämpfen haben.

Gesetze und Verordnungen sind das eine, eine gesperrte Anfahrtsstraße vor Ort und die Konkurrenz aus dem Internet die andere. Vor 69 Jahren haben sich zahlreiche schwäbische fahrende Gewerbetreibende zusammengeschlossen, um sich in der Bezirksstelle Krumbach im bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller zur Wahrnehmung ihrer Interessen zu organisieren.

„Mittlerweile reicht unser Aktionsradius von Nördlingen bis tief ins Allgäu “, berichtete Uwe Kohler , Vorsitzender der Vereinigung, im Vorfeld der Jahreshauptversammlung in Edenhausen. Mehr als 50 der rund 80 Mitglieder reisten zur Berichterstattung und Neuwahl des Vorstandes an, Bürgermeister und Marktleiter von marktveranstaltenden Kommunen komplettierten das Bild.

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„Es ist sehr hoch zu bewerten, dass die veranstaltenden Gemeinden uns mit in ihre Planungen einbeziehen. Somit können viele Schwierigkeiten im Vorfeld geklärt werden oder neue Ideen für die Besucher umgesetzt werden“, erläuterte Kohler in seinen Ausführungen.

Kritik äußerte er an die eigenen Reihen. „Es ist schlecht, wenn einige von uns einfach ihre Zusage zur Teilnahme nicht einhalten. Da ist das Wetter keine Entschuldigung“, sagte er mit Nachdruck in den Saal. Den Stellenwert des Verbandes für die Interessen der Marktbeschicker unterstrich Marc Follman , Allgäu-Beauftragter im Vorstand. „Wir haben bei einer Kommune in 2018 die unterirdische Situation mit Toiletten für uns Marktleute bemängelt. Bei der Folgeveranstaltung ein Jahr später stand ein kompletter Toilettenwagen, für alle gut erreichbar, zur Verfügung“, lobte er die getroffenen Maßnahmen als Paradebeispiel der positiven Bilanz aus der Bezirksstelle Krumbach.

Wenzel Bradac , Vorsitzender des Landesverbandes Bayern , gab einen weiteren Einblick in die Verbandsarbeit bei seinem Bericht aus der Geschäftsstelle in München. Dabei hob er besonders die Erfolge bei der Lockerung des Sonntagsfahrverbotes für Marktkaufleute und Schausteller hervor, auf mögliche Veränderungen der neuen Vorschrift für Sicherheit auf Volksfesten und Jahrmärkten warte man noch, so Bradac.

Weiter äußerte er sich kritisch zur Flut von Weihnachtsmärkten. „Überall dort, wo freie Flächen bestehen, gibt es sie. Sie sind teilweise sehr amateurhaft organisiert und betrieben. Das bedroht unseren Berufsstand“, kritisierte er und fügte als Beispiel die 51 Weihnachtsmärkte der Landeshauptstadt München an.

Erinnerungen an die Kindheit

Klemens Ganz , Krumbachs dritter Bürgermeister, schwelgte in Kindheitserinnerungen an die Märkte der Stadt und dankte den Kaufleuten und dem Verband für das Engagement. „Aber wir merken auch bei uns den Rückgang der Besucherzahlen. Die Lücken zwischen den Ständen werden größer. Unser Wille ist, gemeinsam mit den Fieranten, die vier Märkte in der Stadt attraktiver zu gestalten“, sagte er.

Ebenso warf Marktmeister Peter Talano einen Blick zurück: „Früher waren alle da, wenn ein Markt losging. Wenn es heute etwas regnet oder ein Wind geht, laufen die Absagen ein“, sagte er mit kritischer Stimme in Richtung Marktbeschicker. Alle Beiträge machten deutlich, dass die Feststellung des Verbandes, Märkte und Volksfeste seien erhaltenswertes Kulturgut, von Beschickern und Kommunen unterstützt sowie der Leitspruch der organisierten Marktkaufleute und Schausteller „Mit Tradition in die Zukunft“ nicht nur plakatiert, sondern auch gelebt werde.

Der gesamte Vorstand wurde bestätigt: Vorsitzender: Uwe Kohler , zweiter Vorsitzender Rudolf Hanika ; zweiter Vorsitzender und Allgäubeauftragter Marc Follman , Kassier Elisabeth Maichel , Schriftführer Dietmar Richnow. Für lange Mitgliedschaft in der Bezirksstelle wurden geehrt: Ursula Follman und Karl-Heinz Heidrich (40 Jahre); Vlasta Weiss , Sigrun Demmler und Patrick Weiss (25 Jahre); Christian Wagener und Robert Mayer (20 Jahre). (

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