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Krumbach

09.06.2020

Wende für das Millionenprojekt Sportzentrum Krumbach?

Geschwommen werden kann jetzt glücklicherweise wieder im Krumbacher Freibad. Im Hallenbad ist Pause, im Sommer ist dort das Becken in der Regel nicht befüllt. Aber wie geht es weiter mit dem Sportzentrum, zu dem das Hallenbad gehört. Im September könnte es möglicherweise eine wichtige Weichenstellung geben.
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Geschwommen werden kann jetzt glücklicherweise wieder im Krumbacher Freibad. Im Hallenbad ist Pause, im Sommer ist dort das Becken in der Regel nicht befüllt. Aber wie geht es weiter mit dem Sportzentrum, zu dem das Hallenbad gehört. Im September könnte es möglicherweise eine wichtige Weichenstellung geben.
Bild: Peter Bauer

Plus In einer Sitzung im September kommt auch der neue Landrat Hans Reichhart nach Krumbach. Wird es einen Ausweg aus der verfahrenen Lage geben?

Wie geht es weiter mit dem „Millionenprojekt“ Krumbacher Sportzentrum? Im Zuge der Corona-Krise war es in den vergangenen Monaten mit Blick auf diese für Krumbach wegweisende Frage ruhig geworden. Doch das Thema wird bald wieder auf der Tagesordnung stehen. Gibt es im September einen Ausweg aus der verfahrenen Lage? Warum die Sitzung in Krumbach, an der auch der Krumbacher Stadtrat teilnimmt, wegweisend sein könnte. Und es kommt auch Landrat Hans Reichhart.

Neubau, Teilsanierung oder Geleralsanierung des Sportzentrums? Seit 2013 wird in Krumbach über diese Frage debattiert. Und es ist selbstredend, dass dies auch im vergangenen Bürgermeisterwahlkampf ein großes Thema war. Für so manchen durchaus überraschend setzte sich Bürgermeister Hubert Fischer (JW-OL, seit 2008 im Amt) mit satten 56,0 Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang gegen seine Herausforderer, den langjährigen 2. Bürgermeister Gerhard Weiß ( CSU, 32,8 Prozent) und Angelika Hosser (Grüne 11,2 Prozent) durch.

Fischer ist klar für einen Neubau der Anlage

Fischer hat sich bekanntlich immer wieder vehement für einen Neubau der Anlage ausgesprochen und beruft sich dabei auf den Rat der konsultierten Fachleute. Durch das klare Wahlergebnis sieht sich Fischer in dieser Positionierung unterstützt. Aber in der Sitzung, die für Mittwoch, 9. September geplant ist, gehe es in erster Linie darum, alle beteiligten Kommunalpolitiker bezüglich der aktuellen Daten und Fakten auf den neuesten Stand zu bringen.

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Mittwoch? Der Krumbacher Stadtrat kommt normalerweise am Montag zu seinen Sitzungen zusammen. Der anders gelagerte Termin wurde, so Fischer, gewählt, damit an der Zusammenkunft im Rathaus auch der Landrat und die Bürgermeister der an dem Projekt Schul- und Sportzentrum beteiligten Umlandgemeinden teilnehmen können.

Wichtige personelle Veränderungen durch die Wahl

Bekanntlich haben sich durch die jüngste Kommunalwahl personell geradezu fundamentale Veränderungen ergeben. Neuer Landrat ist Dr. Hans Reichhart (CSU), der Hubert Hafner (CSU, er war 24 Jahre im Amt) nachgefolgt ist.

An der jeweiligen Spitze der Umlandgemeinden Aletshausen, Waltenhausen, Ebershausen, Breitenthal, Deisenhausen, Wiesenbach und Neuburg gibt es fünf neue Bürgermeister. Dem Krumbacher Stadtrat (24 Mitglieder plus Bürgermeister) gehören zehn neue Mitglieder an. Deutlich verschoben haben sich die zahlenmäßigen Verhältnisse zwischen den Fraktionen im Rat.

All das deutet an, wie viel Informationsbedarf es hier bei einem so komplexen Thema wie dem Schul- und Sportzentrum gibt. „Wir möchten alle auf den gleichen Sachstand bringen“, sagt Fischer. Er sagt aber auch, dass es mit Blick auf den Zustand der Anlagen durchaus Handlungsbedarf gibt. Wird ab dem kommenden Herbst im Hallenbad noch einmal ein Schwimmbetrieb möglich sein?

Die Betonwände in die Jahre gekommen, ausgetretenes Wasser am Boden. Schwimmmeister Markus Sauer unterwegs durch die untersten Bereiche des Schul- und Sportzentrums.
Bild: Peter Bauer

Fischer geht derzeit davon aus, aber der technische Zustand werde ja nicht besser. Es sei kaum möglich, hier verlässliche Prognosen abzugeben. In der Sitzung im September soll wieder Marcus Vollmann (einer der Geschäftsführer des federführenden Planungsbüros Krug Grossmann Architekten aus München) den Sachstand vorstellen. Für seinen Vortrag in der Januar-Sitzung des Stadtrates hatte es viel Lob gegeben.

Der Ansatz Generalsanierung von Halle, Mensa und Hallenbad war seit November 2014 von den Stadträten nicht mehr weiterverfolgt worden. 2017 sprachen sie sich mit 19:5 Stimmen für den Neubau des Sportzentrums aus.

Doch wird es dafür weiterhin eine Mehrheit geben? Und wann könnte es mit der Neugestaltung des Sportzentrums – in welcher Form auch immer – losgehen? Bürgermeister Fischer hat zuletzt wiederholt betont, dass er da keine Prognose abgeben könne.

Bei einem Neubau war immer wieder eine Bauzeit von rund drei Jahren im Gespräch. Auch eine Generalsanierung könnte in dieser Dimension liegen.

Umfassendes Zahlenmaterial wurde im Januar vorgelegt

In der Januar-Sitzung waren von Krug Grossmann Architekten auf das Jahr 2019 aktualisierte Zahlen vorgelegt worden. Bei einer kompletten Generalsanierung kam das Büro auf geschätzte Kosten von 23,25 Millionen Euro. Das sei keine detaillierte Kostenschätzung, aber Christian Plail (UFWG) verwies seinerzeit in der Sitzung darauf, dass die Planer gesagt hätten, dass diese Schätzung eine gewisse Tiefe hätte. Bei einer Variante mit Neubau von Mehrzweckhalle und Mensa sowie Hallenbadsanierung liegt die Zahl bei rund 30,5 Millionen Euro, bei einem Komplettneubau bei 32 Millionen Euro.

Der Unterschied: Die Variante Generalsanierung sieht, so hieß es in der Januarsitzung, eine Halle für 500 Personen vor, die beiden anderen eine Halle für 900 Personen. Bei der Generalsanierungsvariante seien, so die Stadtverwaltung, überdies Planungskosten sowie Kosten für den Außenbereich nicht berücksichtigt. Befürworter der Neubau-Varianten wie Klemens Ganz (UFWG) und Manfred Pfeffer (JW/OL) erklärten, dass durch einen Neubau auch Platz sei, die Benutzer der in die Jahre gekommenen TSV-Turnhalle und Landkreisturnhalle unterzubringen. Andernfalls müsse gar in absehbarer Zeit eine neue, separate Halle gebaut werden. Dies mache aber ja keinen Sinn.

Sanierung, Neubau? Die Zukunft des Sportzentrums in Krumbach mit dem Hallenbad ist nach wie vor nicht geklärt.
Bild: Peter Bauer

Gerhard Weiß (CSU) meinte im Januar, dass ein Neubau mit Blick auf die aktuellen Zahlen aber um rund 37 Prozent teurer sei. Fischer entgegnete, dass bei einer Sanierung aber unter anderem noch weitere Planungskosten berücksichtigt werden müssten. Planer Markus Vollmann erklärte in der Sitzung wiederholt, dass ein Neubau aus seiner Sicht, auch mit Blick auf den Unterhalt, nachhaltiger sei. Dies hat auch Bürgermeister Fischer hervorgehoben.

Kommt doch noch ein Bürgerentscheid?

Bekanntlich haben der SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Fißl und Dr. Marcus Härtle (UFWG, der nicht mehr für den neuen Stadtrat kandidiert hat) im vergangenen Oktober 2019 ein Bürgerbegehren gegen den Abriss des Sportzentrums (mit Ziel Bürgerentscheid) auf den Weg gebracht. Wie geht es da weiter? Achim Fißl erklärt auf Anfrage, dass inzwischen wohl die erforderliche Zahl von knapp 900 Unterschriften zusammengekommen sei. Mit Blick auf die hohen Kosten sei ein Neubau des Sportzentrums weiterhin klar abzulehnen, da habe sich an der Faktenlage nichts geändert, sagt Fißl. Zudem müsse man beobachten, wie sich im Gefolge der Corona-Krise die finanzielle Lage in Krumbach entwickle. Fißl möchte prinzipiell am Ziel Bürgerentscheid festhalten und das weitere Vorgehen demnächst mit Dr. Marcus Härtle absprechen. Noch nicht klar erkennbar sei, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im neuen Stadtrat in Sachen Sportzentrum entwickeln würden.

Der Krumbacher Stadtrat und das Sportzentrum: Mehr Infos dazu finden Sie hier:

Warum Krumbachs Bürgermeister Fischer so klar erfolgreich war

Die Herausforderungen für den Krumbacher Stadtrat

Neubau oder Sanierung des Krumbacher Sportzentrums?


Wende im September? Lesen Sie zum Thema auch unseren Kommentar:

Sportzentrum: Es könnte was vorangehen!

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