Newsticker
Schule und Corona: Bayern verschiebt alle Abschlussprüfungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Aus drei mach eine: Die Sparkassen bleiben auf Fusionskurs

Landsberg

15.11.2017

Aus drei mach eine: Die Sparkassen bleiben auf Fusionskurs

Die Sparkasse Landsberg-Dießen will mit Dachau und Fürstenfeldbruck fusionieren.
2 Bilder
Die Sparkasse Landsberg-Dießen will mit Dachau und Fürstenfeldbruck fusionieren.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Ein Gutachten empfiehlt einen Zusammenschluss von Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg. Anfang 2018 soll die Entscheidung fallen. Heikel könnte die Sparkassenstiftung werden.

Der Zusammenschluss der Sparkassen in Landsberg, Dachau und Fürstenfeldbruck soll weiter vorangetrieben werden und könnte im nächsten Jahr besiegelt und zum 1. Januar 2019 wirksam werden. Das haben der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Landsberg-Dießen, Thomas Krautwald, und Verwaltungsratsvorsitzender Mathias Neuner heute bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. Die Sparkassen beziehungsweise ihre Verwaltungsräte folgen damit einer Empfehlung der Unternehmensberatung zeb. Diese hatte in einem Mehrwertgutachten eine entsprechende Einschätzung gegeben.

Den jüngsten Schritt zur Fusion unternahm bereits vor mehr als vier Wochen der Verwaltungsrat der hiesigen Sparkasse, als er beschloss, den Fusionsprozess weiterzuführen, berichteten Krautwald und Neuner weiter. Im Bilde sind auch bereits die Mitglieder der sogenannten Trägerparlamente, die Stadträte in Landsberg, die Gemeinderäte in Dießen und die Kreisräte.

Allein würde das Ergebnis deutlich zurückgehen

Hintergrund der Fusionsüberlegungen sind die erwarteten, künftig zurückgehenden Erträge aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen, der Digitalisierung des Bankwesens und der wachsenden staatlichen Auflagen. Dadurch schmilzt der Zinsüberschuss und zugleich wachsen die Kosten, so Krautwald. Dazu komme der demografische Wandel mit mittelfristig zurückgehender Bevölkerung, aber auch wachsenden Herausforderungen, qualifiziertes Sparkassenpersonal zu finden. Konkrete Euro-Beträge wurden dazu nicht genannt. Krautwald verwies jedoch auf eine Prognose, der zufolge eine eigenständige Sparkasse Landsberg-Dießen bis 2025 mit einem 52-prozentigen Rückgang des Ergebnisses rechnen müsste. Eine Fusionssparkasse würde den Rückgang auf elf Prozent begrenzen können.

Ein weniger starker Gewinnrückgang bringe nicht nur einen Mehrwert für die Sparkasse an sich, sondern auch für Kunden, Mitarbeiter und Träger, heißt es in den zeb-Gutachten. Mit höherer Wirtschaftlichkeit könne die regionale Nähe besser erhalten werden, zugleich könne konsequenter in digitale Angebote investiert werden, für Unternehmen wüchsen die Vergabespielräume für Kredite und der Einsatz von spezialisierten Mitarbeitern könne die Bedürfnisse auch kleiner Kundengruppen besser erfüllen. Wenngleich im Zuge einer Fusion Personal eingespart werden soll – die Fluktuation ermögliche gerade bei diesen drei Sparkassen besondere Spielräume, betonte Krautwald –, biete eine fusionierte Bank für ihre Mitarbeiter zudem bessere Karrierechancen und eine größere Arbeitsplatzsicherheit.

Garantien gibt es im Vertrag nicht

Ein spezifisches Landsberger Thema wird die Sparkassenstiftung sein. Die mit sieben Millionen Euro ausgestattete Stiftung finanziert mit ihren Zinserträgen gemeinnützige Projekte im Landkreis. Mangels Zins sprang zuletzt jedoch die Sparkasse selbst ein und spendete einen Teil ihres Gewinns – laut Krautwald im Durchschnitt jährlich 300.000 Euro. Eine Garantie, diese Praxis beizubehalten, könne im Fusionsvertrag nicht gegeben werden, sagte Krautwald - „denn das wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung“. In welcher Art hier ein „modus vivendi“ geschaffen werden kann, ließ der Vorstandsvorsitzende offen.

Bis zum Frühjahr sollen alle entscheidungsrelevanten Fakten inklusive Entwurf eines Fusionsvertrags auf dem Tisch der Entscheidungsträger liegen. Diese Entscheidungsträger sind im Landkreis Landsberg zum einen der siebenköpfige Verwaltungsrat und die zehnköpfige Zweckverbandsversammlung aus Vertretern des Landkreises, der Stadt, der Marktgemeinde Dießen und der regionalen Wirtschaft, zum anderen der Stadtrat in Landsberg, der Gemeinderat in Dießen und der Kreistag. Letztere müssen zunächst beschließen, den bisherigen Zweckverband aufzulösen. Zweckverband und Verwaltungsrat entscheiden dann über eine Fusion. Macht ein Gremium nicht mit, platzt der Zusammenschluss, erläuterte Krautwald. Erstmals wurden Gespräche über eine Fusion im November 2016 geführt.

So hoch sind die Anteile

Berechnet ist inzwischen auch, in welchem Verhältnis die drei bisherigen Sparkassen die neue Fusionssparkasse bilden werden. Die Anteilshöhe berechnet sich nach Reinvermögen (Gewichtungsfaktor 3,0), Kundengeschäftsvolumen (2,0), Ertragskraft (1,5) und Marktpotenzial (0,5). Demnach würde der Dachauer Anteil bei 40,5 Prozent, der Brucker bei 37,5 und der Landsberger Anteil bei 22 Prozent liegen.

Die aufnehmende Bank soll die Sparkasse Dachau werden. Sie hat den größten Immobilienbesitz und mit Dachau als aufnehmender Bank ist eine Fusion grunderwerbsteueroptimiert. „Da geht es um einen mehrfachen Millionenbetrag“, macht Krautwald die Bedeutung dieses Punkts deutlich.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserer Printausgabe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren